Karlstadt

Produktives Gespräch auf der Streuobstwiese

Auf einer Streuobstwiese kamen Landwirte und Stadträte zu einem Gespräch zum Thema Artenschutz zusammen.
Auf einer Streuobstwiese kamen Landwirte und Stadträte zu einem Gespräch zum Thema Artenschutz zusammen. Foto: Mathias Rudolph

"Wir Landwirte tun schon viel für mehr Artenschutz. Es gibt aber auch bürokratische Hindernisse, die noch mehr oder bessere Maßnahmen verhindern,“ erläuterte Peter Kraft den Karlstadter Stadträten auf seiner Streuobstwiese mitten in der Stadelhofer Flur. Bereits jetzt setze er schon auf rund 20 Prozent seiner Fläche überwiegend durch Stilllegung und mehrjährige Blühflächen Maßnahmen für Insekten und Niederwild um, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ergänzend versuche er, chemischen Pflanzenschutz einzusparen, indem er zum Beispiel Schlupfwespeneinsatz gegen Maiszünsler oder Mähen des Feldrandes gegen kritische Gräser, die im Acker nur mit viel Chemie zu bekämpfen wären, einsetzte. Zudem werden auf 40 von 100 Hektar Ackerbau blühende Zwischenfrüchte angebaut.

Antrag der Grünen

Bürgermeister Michael Hombach hat zu der Exkursion des Stadtrats eingeladen. Anlass war ein Antrag der Grünen-Stadtratsfraktion, bei der Verpachtung städtischer Flächen mehr auf Artenschutz einzugehen. „Mir ist es wichtig, dass wir uns als Stadtrat mit der Thematik nicht nur theoretisch in einer Sitzung, sondern auch vor Ort befassen und mit den Beteiligten aktiv ins Gespräch kommen“, so Hombach.

Armin Beck erläuterte als Vorsitzender der Fraktion den Antrag. Es gehe um eine stärkere Vernetzung der heute inselartig in der Flur liegenden extensiveren Flächen. Dazu sollten aber keine großen Pläne verabschiedet werden, sondern pragmatisch im Gespräch mit der Landwirtschaft die Möglichkeiten erarbeitet und umgesetzt werden.

Martin Scheiner, bisheriger Ortssprecher von Stadelhofen und selbst Milcherzeuger, befürwortet einen intensiven Dialog. „Die zusammenhängenden landwirtschaftlichen Flächen dürften aber durch Vernetzung nicht zerstückelt werden. Wir wollen schließlich auch effizient unsere Mitbürger ernähren“, so Martin Scheiner.

Gegenseitiges Verständnis

Die intensive Diskussion mit den Stadträten zeigte die Bereitschaft, sich mit gegenseitigem Verständnis mehr für den Lebensraum im Karlstadter Stadtgebiet einzusetzen und dafür auch städtische Flächen zu nutzen. Stadtrat Eugen Köhler bestätigte auch als Mitarbeiter des Bauernverbandes einige für den Artenschutz kritische förderrechtliche Vorgaben, wie zum Beispiel die Mulchpflicht von Stilllegungsflächen. Der Bauernverband arbeite ständig an diesem Themenbereich. Einige bürokratische Auflagen werden gemeinsam mit Umweltverbänden angegangen, aber gelten leider immer noch.

Bürgermeister Michael Hombach bedankte sich für das konstruktive Gespräch. „Wir wollen diesen Dialog fortsetzen, um gemeinsam weiter zu kommen. Unsere Landwirte fordern zurecht auch Planungssicherheit ein. Viele Flächen sind heute schon mit Auflagen verpachtet. Künftig wird vor Neuverpachtung städtischer Grundstücke noch stärker auf den Artenschutz geschaut.“

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