ZELLINGEN

Projekt soll nicht abgespeckt werden

Grünes Idyll: Auf dieser Wiese mit Baum und Ruhebank bei der Retzbacher Wallfahrtskirche ist der Gesundheitspark Retzbach geplant. Die Finanzierung ist von Seiten der Gemeinde in trockenen Tüchern.
Foto: Kamm | Grünes Idyll: Auf dieser Wiese mit Baum und Ruhebank bei der Retzbacher Wallfahrtskirche ist der Gesundheitspark Retzbach geplant. Die Finanzierung ist von Seiten der Gemeinde in trockenen Tüchern.

Nicht für eine abgespeckte Variante, sondern für die komplette Planung entschied sich der Zellinger Gemeinderat beim Gesundheitspark Retzbach. Das bedeutet Gesamtkosten von 257 300 Euro und einen Anteil des Marktes Zellingen rund 112 500 Euro.

Das Projekt des Vereins Wein, Gesundheit und Tourismus im Main-Retztal soll eine Wiese oberhalb der Retzbacher Wallfahrtskirche in einen attraktiven Platz verwandeln. Dazu sind unter anderem ein Bibel- und Kräutergarten, ein Meditationspavillon und ein Bewegungsparcours vorgesehen. Auf Basis einer Kostenschätzung vom November 2010 ergaben sich nach Rücksprache mit der Förderstelle insgesamt 257 300 Euro und 112 500 Euro Anteil des Marktes Zellingen. Die Kirche beteiligt sich, indem sie das Grundstück kostenfrei dem Markt Zellingen überlässt. Bei den Haushaltsberatungen stellte der Gemeinderat aber nur 100 000 Euro in den Haushalt ein.

Deshalb suchte man nach Einsparmöglichkeiten: Ohne Infotafeln und den Bewegungsparcours ließen sich die Kosten auf knapp 199 000 Euro drücken, was für Zellingen einen Anteil von 87 500 Euro bedeutet hätte.

Genau das wollte der Gemeinderat aber nicht. „Gerade die Mehrgenerationen-Geräte sind das, was uns in der Gemeinde fehlt“, fand Gemeinderätin Claudia Lang. Wenn das Projekt schon in Angriff genommen werde, dann richtig. Schließlich sei Juni, mehr als die 100 000 Euro im Haushalt könnten heuer gar nicht mehr verbaut werde. Der Rest könne im Haushalt 2012 berücksichtigt werden, da es um Bewegungsgeräte gehe, könnte man das etwa bei den Spielplätzen einsparen.

Bürgermeister Wieland Gsell bestätigte zumindest indirekt, dass eine Fertigstellung des Gesundheitsparks in diesem Jahr nicht zu erwarten ist. Am 24. Juni tagt noch einmal der Lenkungsausschuss, danach werden die Ausführungsplanung erstellt und die Arbeiten ausgeschrieben. Heuer fänden vermutlich nur noch die Erdarbeiten statt.

Dass die Gemeinde sich an dem Projekt beteiligt, ist Voraussetzung für die Förderung über das europäische Programm „Leader“. Brüssel würde den Gesundheitspark mit knapp 108 500 Euro fördern, weitere 36 400 Euro hat die Finanzdirektion zugesagt.

Gemeinderat Wolfgang Rupp hofft auf die Eigenleistung der Bürger, schließlich werde der Gesundheitspark für sie gebaut. Dann könnten vielleicht sogar die 100 000 Euro Gemeindeanteil gehalten werden.

„Für jeden Euro, den die Gemeinde investiert, bekommt sie einen Euro dazu“, stellte Zuschauer Günter Kirchner vom Verein Wein, Gesundheit und Tourismus im Main-Retztal heraus. Nachdem München das flache Land auf dem Trockenen sitzen lasse, müsse man bei der Europäischen Union einsteigen. Leider seien die Fördergelder der ersten Leader-Staffel am Raum Retzbach vorbei gerauscht.

Wer nach dem Bau den Unterhalt macht, fragte Gemeinderätin Anneliese Handel. Schließlich werde der Grund von der Kirche an die Gemeinde übergehen. Sie will nicht, dass sich der Verein mit dem Erfolg rühmen kann und der Unterhalt an der Gemeinde hängen bleibt.

Dazu sagte Günter Kirchner lediglich, es handle sich um ein Projekt für den hiesigen Heimatraum. Gemeinderat Alexander Hoffmann sprach von einer großartigen Idee und dass der Unterhalt am Schluss von der Dorfgemeinschaft getragen würde.

Gerüchte sprach Gemeinderat Manfred Lauter an. Er habe erstaunt gehört, Teile des Gemeinderates können sich vorstellen, das Projekt in Zellingen zu verwirklichen. „Da ist nichts dran“, dementierte Bürgermeister Wieland Gsell, vielleicht hätten es manche Zellinger gerne in Zellingen. Doch das scheitere schon deshalb, weil dann der Anteil der Kirche (das Grundstück) bei der Finanzierung fehlen würden.

Letztlich stimmte der Gemeinderat mit 19:0 für die Finanzierung des gesamten Projekts.

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