Rechtenbach

Rechtenbacher Rat debattierte über Kosten für alte Schule

2,7 Millionen Euro soll nach einer 'groben Kostenschätzung' der Umbau der alten Schule zum Kindergarten und einem Dorfgemeinschaftsraum im Dachgeschoss kosten. 
Foto: Jochen Kümmel | 2,7 Millionen Euro soll nach einer "groben Kostenschätzung" der Umbau der alten Schule zum Kindergarten und einem Dorfgemeinschaftsraum im Dachgeschoss kosten. 

Die alte Schule in Rechtenbach soll bekanntlich zum Kindergarten umgebaut werden. Nach der Vorstellung eines ersten Entwurfs in der Dezember-Sitzung vergab der Gemeinderat Aufträge für die Fachplaner der einzelnen Gewerke mit einem Gesamtvolumen von über 285 000 Euro. Für den Ausbau zum Kindergarten und die Einrichtung eines Dorfgemeinschaftsraums im Dachgeschoss stand in der Sitzung in der Turnhalle eine grobe Kostenschätzung des Architekten Bernd Müller von 2,7 Millionen Euro im Raum.

Ilona Bartel und Stephanie Durchholz wollten wissen, wie die "deutlich höheren Kosten" zustande kommen und welche Fördermöglichkeiten es gibt. "Als wir über die Schule abgestimmt haben, haben wir über 1,4 Millionen geredet, jetzt sind es 2,7 Millionen Euro, das ist fast das Doppelte", sagte Durchholz. Architekt Bernd Müller sprach bei den 1,4 Millionen Euro von "einer groben Schätzung" für die zwei Kindergartengruppen, wo ein Dachgeschossausbau für einen Dorfgemeinschaftsraum noch dazukommt. Müller betonte, dass eine "seriöse Kostenaussage" erst nach Untersuchung des Gebäudes gemacht werden könne.

Einen Schritt zurück

Angesichts der hohen Kosten äußerte Stephanie Durchholz, ob man nicht noch mal einen Schritt zurück gehen und mit der Kirche sprechen sollte, um möglicherweise doch den alten Kindergarten zu sanieren. Im Anschluss entbrannte eine lebhafte Diskussion über diesen Vorschlag, über die Nutzung des Dachgeschosses in der alten Schule und darüber, wie die jetzige Planung mit der ursprünglichen Neubauplanung am Hüttenberg auch im Hinblick auf gestiegene Baukosten vergleichbar ist.

"Wir müssen uns alle die Karten legen, ob wir das brauchen", stellte Daniel Franz die "vernünftige Verwendung" eines Dorfgemeinschaftsraumes in Frage. Durch Reduzierung des Gebäudevolumens oder Ausbau des Dachgeschosses als einfachen Lagerraum könnten die Kosten sicherlich reduziert werden, führte Architekt Bernd Müller aus.

"Wenn wir am Hüttenberg neu bauen, brauchen wir an der Schule nichts mehr zu machen, denn das Geld ist dann fort", gab Bürgermeister Christian Lang zu bedenken. Viele Redner betonten, wie wichtig es ihnen sei, dass die Gemeinde in ihr eigenes Gebäude investiert und hierdurch das ehemalige Schulgebäude sinnvoll genutzt wird.

Im weiteren Verlauf informierte Lang, dass es vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) im Rahmen der Dorferneuerung für das Dachgeschoss im Normalfall einen Maximalbetrag von 300 000 Euro als Zuschuss gibt. Je nach Finanzkraft der Kommune und der Nutzung weiterer Förderprogramme könnte dieser auch bis zu 500 000 Euro betragen. Für den Teil des Kindergartens sind 80 Prozent von rund 1,23 Millionen Euro förderfähig.

Detailplanung erforderlich

Was darüber hinaus geht, muss die Gemeinde selbst aufbringen. Erst nach der Detailplanung können die tatsächlichen Fördersummen abgefragt werden. Fallen diese zu niedrig aus, könne die Kommune laut Architekt Müller immer noch entscheiden, ob im Dachgeschoss ein Dorfgemeinschaftsraum entsteht oder lediglich ein Lagerraum für den Kindergarten ausgebaut wird. Nach gut 45 Minuten intensiver Diskussion beauftragte das Gremium mit den Gegenstimmen von Ilona Bartel und Stephanie Durchholz die Fachplaner mit der Detailplanung.

Die Statik des Sandsteingebäudes überprüft das Ingenieurbüro Stark aus Retzstadt und bekommt hierfür rund 47 000 Euro. Die Planung der Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlage übernimmt für fast 11000 Euro die Firma Zinßer Ingenieure aus Marktheidenfeld. Für mehr als 11 000 Euro erstellt die Firma Schätzlein aus Üttingen die Pläne für die Elektrotechnik. Die Schadstoffuntersuchung erledigt die Firma R & H Umwelt. Sie kostet rund 5350 Euro.

Das Baugrundgutachten fertigt die Ingenieurgesellschaft PGU aus Schweinfurt für 2600 Euro an. Ein Nachweis nach der Energieeinsparverordnung ist mit 5355 Euro kalkuliert und wird von der Firma Zinßer Ingenieure erbracht. Der Auftrag für die Planung des Brandschutzes ging für knapp 3800 Euro an die Brandschutzplanung Renninger aus Eßfeld.

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