LOHR

Rekordumsatz im Jubiläumsjahr

Glasofenbau heute: Mitarbeiter der Sorg-Gruppe bei Arbeiten an einem Schmelzofen heutiger Prägung.
Foto: Sorg-Gruppe | Glasofenbau heute: Mitarbeiter der Sorg-Gruppe bei Arbeiten an einem Schmelzofen heutiger Prägung.

Die Lohrer Sorg-Gruppe feierte im vergangenen Jahr ihren 140. Geburtstag. Das schönste Geburtstagsgeschenk machte sich das weltweit agierende Familienunternehmen selbst: Das Jahr 2012 war das umsatzstärkste in der Firmengeschichte.

Erstmals gelang der Firmengruppe, die in Lohr rund 200, in Gemünden rund ein Dutzend und weltweit 430 Mitarbeiter beschäftigt, beim Umsatz der Sprung über die magische Marke von 100 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnen die Lohrer Glasofenbauer dank gut gefüllter Auftragsbücher ebenfalls mit einer sehr guten Geschäftslage.

„Wir haben sehr viel abzuarbeiten“, umschreibt Fred Aker, der Marketingleiter der Sorg-Gruppe, die Tatsache, dass 2012 nicht nur beim realisierten Umsatz ein gutes Jahr war, sondern auch beim Verkauf weiterer Anlagen, die im laufenden Jahr gebaut werden sollen.

Wie Aker im Gespräch mit der Main-Post erklärte, ist es vor allem der sich stark entwickelnde Markt in den USA und Mexiko, der Sorg derzeit reichlich Arbeit beschert. Im vergangenen Jahr hat das Lohrer Unternehmen im US-Bundesstaat Washington einen der größten Aufträge der Firmengeschichte abgeschlossen. Zehn Millionen Euro investierte dort ein Flaschenhersteller in eine neue Glasofenanlage aus dem Hause Sorg.

Nach wie vor ist für Sorg jedoch Deutschland der wichtigste Markt. An zweiter Stelle rangiert, für Laien sicher überraschend, Thailand, ein traditionell bedeutender Glashersteller in Südostasien. Auf dem dritten Platz der Sorg-Absatzmärkte wurde 2012 China von den USA verdrängt.

„Wir haben sehr viel abzuarbeiten.“
Fred Aker Marketingleiter der Sorg-Gruppe

Was den chinesischen Markt angeht, macht Sorg dort die gleichen Erfahrungen wie viele andere ausländische Unternehmen: Die Chinesen sind große Meister im Abkupfern von Technologie. Zunehmend treten einheimische Anbieter auf den chinesischen Markt, den Sorg in den vergangenen Jahren mit seinen Anlagen bestückt hat.

Um der chinesischen und der übrigen weltweiten Konkurrenz weiter mindestens eine Nasenlänge voraus zu sein, setzt man bei Sorg laut Aker auf stetige technologische Innovation. Ein weites Feld hierfür bietet die energieintensive Glasproduktion gerade im Bereich der CO2- und Energieeinsparung.

Und auch diesbezüglich war das Jubiläumsjahr 2012 für Sorg nach Aussage von Aker ein Meilenstein. Nach jahrzehntelangem Entwicklungsbemühen der gesamten Branche sei es dem Lohrer Unternehmen als weltweit erstem gelungen, eine Anlage in Dauerbetrieb zu nehmen, die durch das Nutzen der Abwärme des Glasofens mehr als zehn Prozent Energie spart. Möglich ist dies dadurch, dass mit der Abwärme die im Ofen verschmolzenen Rohstoffe wie Sand oder Soda-Asche vorgeheizt werden. Das spare nicht nur Energie, sondern erhöhe auch die Produktivität der Anlage spürbar, so Aker.

Entwickelt werden derlei Neuerungen am Stammsitz in Lohr, wo neben Verwaltung und Vertrieb auch die technische Kreativabteilung des Unternehmens angesiedelt ist. In Gemünden hat Sorg ein Lager, von wo aus die von Zulieferern bezogenen Bauteile der Glasöfen auf die Baustellen in aller Welt verfrachtet werden. Solche gab es unter anderem auch schon in Kuwait, Saudi-Arabien, Indien oder Angola.

Auf dem heimischen „Markt“ hat Sorg in den vergangenen Jahren sein Bemühen auf einem ganz anderen Feld intensiviert: der Nachwuchsgewinnung. Wie für viele andere Unternehmen aus dem technischen Bereich wird es auch für Sorg zunehmend schwieriger, junge Menschen in ausreichender Zahl und Qualifikation für die Ausbildung zu gewinnen.

Obwohl Sorg nach eigenen Angaben in seiner Sparte Weltmarktführer ist, sei jungen Menschen in der Region das Unternehmen oft unbekannt, hat Aker erkannt. Um das zu ändern, wirbt der mittelständische Familienbetrieb bei Veranstaltungen wie den Berufsinformationstagen oder in Kooperationen mit Schulen um den beruflichen Nachwuchs für die angebotenen Ausbildungsberufe und dualen Studiengänge.

Dass Sorg zuletzt einen deutlich steigenden Mitarbeiterbedarf hatte, offenbart ein Blick auf das Firmengelände an der Stoltestraße. Dort zeugen jüngst aufgestellte Bürocontainer vom Wachstumskurs, auf dem sich die Lohrer Glasofenbauer auch im 141. Jahr ihres Bestehens befinden.

Aus dem Thüringer Wald auf den Weltmarkt

Die Nikolaus Sorg GmbH entwickelt, plant und baut Öfen, in denen Glas geschmolzen wird. Die Kunden sitzen in 70 Ländern der Welt, vier Fünftel der Aufträge kommen aus dem Ausland. Die heute aus dem Mutterunternehmen und mittlerweile fünf Tochterbetrieben bestehende Sorg-Gruppe beschäftigt weltweit rund 430 Mitarbeiter, davon rund 200 am Stammsitz in Lohr.

Gegründet wurde das Unternehmen 1872 von Nikolaus Sorg in Breitenbach im Thüringer Wald. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied sich Emil Sorg, der Vater der heutigen Seniorchefs Karl-Heinz und Helmut Sorg, zur Umsiedlung des Unternehmens aus der russischen Besatzungszone nach Bayern. Dr. Gustav Woehrnitz, der Eigentümer der Spessarter Hohlglaswerke, ebnete 1949 den Weg für Sorg nach Lohr. In den Anfangsjahren war das Büro zunächst in Pflochsbach angesiedelt. 1960 kaufte Sorg das heutige Firmengelände an der Stoltestraße in Lohr. In Gemünden ist neben Lager und Versand auch die Werkstatt angesiedelt.

Geführt wird Sorg heute von der vierten und fünften Generation in Gestalt der Seniorchefs Karl-Heinz und Helmut Sorg sowie des Juniorchefs Alexander Sorg.

ONLINE-TIPP

Infos im Internet unter www.sorg.de

Glasofenbau früher: Unternehmensgründer Nikolaus Sorg (Dritter von rechts) legte 1872 im Thüringer Wald den Grundstock für die seit 1949 in Lohr beheimatete und heute weltweit agierende Sorg-Gruppe.
Foto: Sorg-Gruppe | Glasofenbau früher: Unternehmensgründer Nikolaus Sorg (Dritter von rechts) legte 1872 im Thüringer Wald den Grundstock für die seit 1949 in Lohr beheimatete und heute weltweit agierende Sorg-Gruppe.
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