Fellen

Rengersbrunner Feuerwehr-Gerätehaus platzt aus allen Nähten

Rengersbrunns Feuerwehrkommandant Tim Interwies stellt Bürgermeisterin Zita Baur und dem Gemeinderat das Musterfahrzeug eines MLF vor.
Rengersbrunns Feuerwehrkommandant Tim Interwies stellt Bürgermeisterin Zita Baur und dem Gemeinderat das Musterfahrzeug eines MLF vor. Foto: Jürgen Gabel

Bereits seit Monaten beschäftigen sich Gemeinderat und die Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr Rengersbrunn mit der Ersatzbeschaffung für das knapp 30 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug und einer Erweiterung des aus allen Nähten platzenden Gerätehauses. Nun ging das Projekt der kommunalen Pflichtaufgabe in die entscheidende Phase, ob die Gemeinde die zusammen rund 200 000 Euro teuren Investitionen schultern möchte und kann.

Bereits in der Gemeinderatssitzung Anfang Juli stellten Führungsdienstgrade der Wehr und KBI Florian List die Thematik von neuem Löschfahrzeug und Gebäudeerweiterung vor. Nachdem sich das Gremium jetzt in einer Ortseinsicht von den Mängeln des alten Löschfahrzeugs wie Belastungsgrenze und steigenden Reparaturkosten sowie den gewaltigen Platzproblemen in der Fahrzeughalle überzeugte, sollte in der anschließenden Gemeinderatssitzung im Fellener Feuerwehrgerätehaus die finale Entscheidung fallen.

In der Zielfindungsphase hatten die Rengersbrunner Floriansjünger sich bereits zwischen den Sollvorgaben eines Tragkraftspritzenfahrzeugs oder einem Mittleren Löschfahrzeug (MLF) mit 1000 Litern Wasser an Bord auf letzteres fokussiert. Zur besseren Anschauung hatte die Wehrführung an verschiedenen Terminen je ein Anschauungsfahrzeug eines MLF befreundeterer Wehren in den Wallfahrtsort beordert, welches die Kollegen vorstellten.

Viel zu wenig Platz

Mancher Gemeinderat sah erstmals die erdrückende Enge des Rengersbrunner Spritzenhauses. Nicht nur, dass die Spinde mit der Einsatzkleidung oft doppelt und dreifach belegt sind, an ein Ankleiden der Schutzkleidung vor dem Einsatz ist nicht zu denken. Nachdem ein starker Frauenanteil in der aktiven Wehr zu registrieren ist, müssten auch die sanitären Einrichtung für beide Geschlechter vorhanden sein.

Kommandant Tim Interwies zeigte den Räten den fehlenden Platz für die Schlauchtrockenanlage, Schlauchwagen, Wasser-Faltbehälter, Notstromaggregat und Pflegebedarf. "Wer nach dem Alarm als Erster am Gerätehaus ist, muss das Löschfahrzeug rausfahren, erst dann können die Hilfskräfte in die Schutzanzüge 'springen'", meinte Interwies.

Im Sitzungslokal bestätigte Bürgermeisterin Zita Baur erneut das starke Engagement der Rengersbrunner Feuerwehr. So leisten imposante 39 Personen der 120 Einwohner aktiven Dienst in der Wehr. Diese sind auch nötig, um den großen Zuständigkeitsbereich mit einem großen Waldgebiet abzudecken. So hat sich dieser Tage gar eine reine Damenmannschaft zur modularen Truppausbildung angemeldet.

Zita Baur machte deutlich, dass zur Einhaltung der Hilfsfristen unbedingt die Existenz der Rengersbrunner Feuerwehr notwendig sei. Sie bestätigte weiter das positive Echo im Gremium zu den aufgezeigten Anliegen der Rengersbrunner Wehr: "Schließlich ist die Gemeinde für die Hilfseinrichtung verantwortlich und dazu gehört auch die Ausrüstung".

Umbau des Gerätehauses zeitgleich

Nach der Präsentation der beiden Muster-Löschfahrzeuge haben sich die Verantwortlichen eigentlich schon auf ein MLF verständigt, sagte die Bürgermeisterin. Zum einen sprechen die größere Beladungskapazität und der 1000 Liter fassende Wassertank für diese Variante. Kommandant Interwies erläuterte die Vorteile des für die Gebäudeerweiterung vorgesehenen Pultdaches, das nicht nur zweckmäßig, sondern auch preisgünstig sei. Baur bestätigte nochmals die in der vergangenen Sitzung aufgeworfenen Preise: So werden Löschfahrzeug abzüglich des staatlichen Zuschusses sowie die Baukosten des Gerätehauses um die 200 000 Euro betragen.

Letztlich fällte der Gemeinderat einstimmig den Beschluss: Dem Antrag der Freiwilligen Feuerwehr Rengersbrunn auf Ersatzbeschaffung des Löschfahrzeugs durch ein MSF wird stattgegeben und der Zuschussantrag gestellt. Der Umbau des Gerätehauses erfolgt zeitgleich und wird mit Eigenleistungen der Wehr durchgeführt. Die Wehrverantwortlichen dürfen die Ausschreibungen des Löschfahrzeugs anstoßen. Ratsmitglied Bernhard Fischer bat, die mögliche Installation einer Photovoltaikanlage zu berücksichtigen.

Die Enge im Rengersbrunner Feuerwehrgerätehaus ist unübersehbar und Abhilfe ist dringend nötig.
Die Enge im Rengersbrunner Feuerwehrgerätehaus ist unübersehbar und Abhilfe ist dringend nötig. Foto: Jürgen Gabel

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