Binsfeld

Rückbau der letzten Niederspannungsfreileitungen

Die Firma Elektrobau Bellinger baut die letzten Dachständer und Niederspannungs-Stromleitungen im Ortsnetz von Binsfeld ab. Ein Stück Dorfromantik geht damit zu Ende, denn das Zwitschern der Rauchschwalben auf den Stromleitungen gehört nun der Vergangenheit an.
Foto: Ernst Schneider | Die Firma Elektrobau Bellinger baut die letzten Dachständer und Niederspannungs-Stromleitungen im Ortsnetz von Binsfeld ab.

Die "Bayernwerk Netz GmbH" plant den vollständigen Rückbau der Niederspannungsfreileitung in Binsfeld. Die Verkabelung der Ortschaft ist seit längerem abgeschlossen. In der Zwischenzeit sind auch alle Haushalte so an das Stromnetz angebunden, dass die Freileitungen für die Versorgung der Kunden nicht mehr erforderlich sind und ein Rückbau der verbliebenen zwölf Dachständer mit den dazugehörigen Freileitungen, durch die Firma "Elektrobau Bellinger" in der "Retzstadter Straße" und in der "Schulgasse" erfolgen kann. Mit den entsprechenden Arbeiten hat die Firma "Belinger" am vergangenen Mittwoch begonnen.

Christian Martens und Matthias Schneider von der Bayernwerk Netz GmbH teilten auf Anfrage mit, dass der Rückbau der Freileitung und die Verkabelung des Niederspannungsnetzes der regionalen Versorgungssicherheit dienen. Kabelleitungen seien weniger störanfällig als Freileitungen. Zudem würde sich dadurch der Instandhaltungsaufwand für das Bayernwerk als Netzbetreiber verringern und die regelmäßig erforderlichen Prüfungen zur Sicherstellung der Verkehrssicherheit der einzelnen Dachständer somit entfallen.

Einschränkungen für Vögel?

Im Auftrag "der Bayernwerk Netz GmbH" hat der örtliche Partner, die Firma Elektrobau Bellinger, kürzlich eine Vorabinformation zur Vorbereitung und Terminabstimmung an alle betroffenen Haushalte in Binsfeld verschickt. Die Bayernwerk Netz GmbH verbindet dies mit der Hoffnung, dass der Rückbau dieser letzten zwölf Dachständer im Ort und der für die Stromversorgung nicht mehr benötigen Leitung demnächst abgeschlossen werden kann.

Mit dem Problem konfrontiert, dass durch diese Maßnahme auch die letzten Sitz- und Ruhemöglichkeiten der Rauchschwalben im Ort verschwinden, sagten  Martens und Schneider, dass es für die "Bayernwerk Netz" selbstverständlich sei, bei technischen Maßnahmen und Eingriffen in die Natur stets auf eine größtmögliche Tier- und Umweltverträglichkeit zu achten. Der Netzbetreiber schaffe in vielen Fällen bei "Anpassungen" einen ökologischen Ausgleich und unterstütze im gesamten Netzgebiet nachhaltiges Ökologie-Engagement, sieht aber im Falle des Rückbaues der Freileitungen in Binsfeld keine besonderen Einschränkungen oder zusätzliche Gefährdung der Vögel.

Auf Dächern, Bäumen oder am Boden würden die Rauchschwalben auch künftig ausreichend Sitzgelegenheiten finden. Auf das Nahrungsangebot für die Vögel und die Wahlmöglichkeit der Brutplätze habe der Rückbau der Leitung keinen Einfluss.

Beide betonten, dass bei der Ausführung der Arbeiten die Monteure natürlich auf den Schutz der Nist- und Brutgewohnheiten achten. Ferner gaben sie den Ratschlag, dass man mit einer Alternative zu den Stromleitungen abhelfen könne. Einer der Ratschläge als Alternative zu den Stromleitungen als Sitzangebot ist beispielsweise der vom Naturschutzbund Deutschland stammende Vorschlag, dass man im Garten oder zwischen zwei Gebäuden eine Wäscheleine spannen könne.

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