Arnstein

Schädlinge bedrohen den Baumbestand im Arnsteiner Stadtwald

Gezeichnet ist diese Buche im Heugrumbacher Holz. Forstfachmann Phillip Theobald zeigt den schwarzen Schleimfluss, der auf schwerste Schäden hinweist.
Gezeichnet ist diese Buche im Heugrumbacher Holz. Forstfachmann Phillip Theobald zeigt den schwarzen Schleimfluss, der auf schwerste Schäden hinweist. Foto: Günter Roth

Obwohl sich in fast allen Wäldern der Umgebung das selbe Bild zeigt, waren die Mitglieder des Arnsteiner Ausschusses für Landwirtschaft und Forsten tief betroffen, als ihnen Forstfachmann Phillip Theobald die "Kalamitätsflächen" im Heugrumbacher Holz zeigte.

Längst sind es nicht nur die Fichten, die den Schädlingen zum Opfer fallen, sondern auch die Buchen leiden enorm unter dem Schleimfluss. Schuld daran ist neben dem Hitze- und Trockenstress für die Bäume auch ein Befall durch den Buchenborkenkäfer.

"Noch vor wenigen Jahren haben wir diesen Waldschädling noch überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt", klagte Theobald. Heute sind im Arnsteiner Stadtwald zwischen 150 und 200 Festmeter an Buchenholz massiv davon betroffen. Dazu kommt der hohe Anteil an Fichtenschadholz, von dem alleine in diesem Jahr rund 2500 Festmeter angefallen sind.

Entwicklung verursacht ernsthafte Probleme

Diese Entwicklungen stellen die Waldarbeiter nicht nur in Arnstein vor ernsthafte Probleme. Gerade für die kranken Buchen, die aus dem Wald genommen werden müssen, sei oft ein ganz spezielles Equipment nötig, denn beispielsweise könnten die dürren Kronen beim Fällen die Mitarbeiter gefährden, erklärte der Chef des Arnsteiner Forstteams.

Deshalb würden sich die Bauhofmitarbeiter vom Stadtrat einen besonderen Schlepper mit Seilwinde wünschen, mit dem sie die anfallenden Arbeiten in eigener Regie erledigen könnten und somit nicht mehr auf kommerzielle Dienstleister angewiesen wären. Mit rund 90 000 Euro sei das eine Investition, die wohl überlegt sein will, sagte Stadtrat Johannes Keidel.

"Der Waldumbau ist wohl die Herausforderung der Zukunft."
Phillp Theobald, Forstfachmann

Die Absicht von Bürgermeisters Franz-Josef Sauer, die Belange der Forst- und der Landwirtschaft gleichermaßen zu berücksichtigen, zeigte sich beispielsweise in der Frage der Bekämpfung des Eichenschwammspinners. Die Sprühaktion im Frühjahr habe prinzipiell den gewünschten Erfolg gezeigt und den Schädling eingedämmt, wohingegen in nicht behandelten Bereichen das geschädigte Blattwerk buchstäblich von den Bäumen regne.

Allerdings waren sich alle Beteiligten darüber einig, dass die Anwendung von Pestiziden für die Landwirtschaft sehr schädlich sein könne und man entsprechende Maßnahmen daher sorgfältig abwägen müsse.

Experimente mit verschiedenen Baumarten

Wie es weitergehen kann mit Arnsteins Stadtwald, beschrieb Theobald: "Aus Forstwirtschaft wird Walderhalt und der nötige Waldumbau ist wohl die Herausforderung der Zukunft." Neben der Entnahme kranker Bäume und anderer Pflegemaßnahmen versuchten er und seine Kollegen, auf speziellen Flächen mit verschiedenen Baumarten zu experimentieren, um dadurch herauszufinden, welche davon mit dem Klimawandel am besten zurecht kommen.

Neben den Flächen mit großen Schäden, den sogenannten "Kalamitätsflächen", besichtigten die Ausschussmitglieder auch Maßnahmen zum Bau und zur Instandsetzung von Wegen im Revier. Dabei ging es beispielsweise um das Lichtraumprofil am "Timmiger Weg", wo seitlich einwachsende Äste geschnitten werden müssen und der Weg abschnittsweise instand gesetzt werden muss.

Auf dem Gelände des Bauhofs stellte Theobald den Stadträten die praktische Arbeit seines Teams und die dafür vorhandene technische Ausrüstung vor. Die städtischen Waldarbeiter arbeiten dabei auch eng mit der örtlichen Forstbehörde zusammen.

Phillip Theobald (rechts) ist der Chef des städtischen Forstteams in Arnstein.
Phillip Theobald (rechts) ist der Chef des städtischen Forstteams in Arnstein. Foto: Günter Roth
Das städtische Forstteam von Arnstein zeigt im Bauhof sein Equipment und spricht mit dem Land- und Forstwirtschaftsausschuss über Probleme im Wald.
Das städtische Forstteam von Arnstein zeigt im Bauhof sein Equipment und spricht mit dem Land- und Forstwirtschaftsausschuss über Probleme im Wald. Foto: Günter Roth

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