Hafenlohr

Scheunen im Ankerareal sind nicht mehr standsicher

Die Gemeinderäte und Bürgermeister Thorsten Schwab ließen sich vom Statiker Guntram Härth (kariertes Hemd) den Zustand der Scheunen im Ankerareal erklärten.
Foto: Susanne Feistle | Die Gemeinderäte und Bürgermeister Thorsten Schwab ließen sich vom Statiker Guntram Härth (kariertes Hemd) den Zustand der Scheunen im Ankerareal erklärten.

"Beide Scheunen sind nach den beschriebenen Eingriffen und Umbauten nicht mehr standsicher". Das war der entscheidende Satz bei der Beurteilung der Standsicherheit des Scheunengürtel vom Ankerareal. Diese wurden vom Ingenieurbüro Guntram Härth aus Karlstadt untersucht und das Ergebnis schien für manch Gemeinderat überraschend.

Zu Beginn der Sitzung sahen sich die Räte eine der beiden Scheunen an und Guntram Härth zeigte dort schon verschiedene Mängel. Es wurden tragende Bauteile ersatzlos entfernt, Verbindungen mit dem Bestand nur unzureichend gesichert und Mittelpfetten unterdimensioniert. Ein wesentlicher Teil der Holzbauteile sind zudem noch durch Fraßbefall tierischer Schädlinge geschädigt.

Nicht ohne Grund meinte Bürgermeister Thorsten Schwab vorab schon: "Wir schauen uns das zu Beginn unserer Sitzung an. Danach möchte vielleicht keiner mehr rein".

Eifrige Diskussion im Gemeinderat

Nachdem dann im Ankersaal nochmal Einzelheiten anhand von Detailbildern gezeigt wurden und Härth erklärte, dass Kosten von rund 30 000 Euro entstehen, nur um die Einsturzgefahr zu bannen, gab Schwab das Thema Ankerareal zur Diskussion frei. Nach anfänglichen Zögern, wurde dann auch eifrig diskutiert.  

Anya Pauli meinte beispielsweise, dass zunächst geklärt werden müsste, welcher Teil unter Denkmalschutz steht. Katja Wagner-König bemängelte, dass ihr immer noch ein genauer Plan, was danach mit dem Areal passieren soll, fehlt. Dem widersprach Schwab vehement. "Wir haben einen Plan". Und als dann auch noch ein möglicher Abriss im Raum stand, betonte Schwab ausdrücklich, dass es bei der Förderung vom Amt für ländliche Entwicklung von 89 Prozent darum geht, Leerstand zu beleben "und wenn ich keinen mehr hab, hab ich auch nichts mehr zu fördern".

Ankerareal ist eine Chance für Hafenlohr

Auch den Einwurf von Johanna Weis, dass wichtige Eckpunkte nicht bekannt wären, widersprach Schwab mit Nachdruck. Es wurde alles vom alten Gemeinderat mit Architekt Bernd Müller besprochen und den Neuen auch schon vorgestellt. "Es gibt halt Kriterien, wie Fluchtwege, zusätzliche Toilettenanlagen und einen Raum für die Allgemeinheit, die für eine Förderung erfüllt werden müssen". "Wir müssen jetzt aber in eine Richtung weitergehen. Entweder wir verfolgen die Idee weiter oder wir machen es nur verkehrssicher und nutzen es nicht", so Schwab.

Guntram Leimeister vertrat die Ansicht, dass er aufgrund von einem einzigen Plan nicht sagen kann "machen wir" und für Elisabeth Stahl ist das Ankerareal "das Herzstück von Hafenlohr" und eine echte Chance. Für sie war der Architekt bereits auf einem guten Weg. Auch für Karin Lipinski war klar, dass etwas gemacht werden muss: "Ich sehe den Sinn nicht, da 30 000 oder 40 000 Euro zu bezahlen und dann haben wir ja immer noch was Altes da stehen".

Tendenz: ursprüngliches Vorhaben weiter verfolgen

Am Ende der langen Diskussion ging die Tendenz dahin, nicht nur die Einsturzgefahr zu bannen, sondern das ursprüngliche Vorhaben, den Leerstand zu beleben, weiter zu verfolgen. Es gab aber keinen Beschluss, sondern den Auftrag an den Bürgermeister, sich mit dem Architekten noch einmal zusammen zu setzen. Hierbei sollen die neuen Erkenntnisse und Wünsche dargelegt werden und ein möglichst kostengünstiger Vorschlag für eine Nutzung ausgearbeitet werden. Bis dahin bleibt offen, was mit Areal letztendlich passieren wird.

Schwab teilte mit, dass es bei der Baustelle in der Nähe des Spielplatzes in Windheim einen Baustopp gibt. Hier wurde belastetes Material gefunden und es muss erst mit dem Landratsamt geklärt werden, wie viel Material weg muss. Im Moment stehen Kosten von 50 000 bis 100 000 Euro für die Entsorgung im Raum.

Weiter teilte er mit, dass er gemeinsam mit den Vereinen besprochen hat, dass die Jahrtage der Vereine in beiden Ortsteilen, der Neubürgerempfang und der Faschingszug, aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie, nicht stattfinden werden.

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