Marktheidenfeld

Schildbürgerstreich? Heftige Debatte um Franck-Haus im Stadtrat

Der Aufzug ins Vordergebäude des Franck-Hauses war nur eines von mehreren strittigen Themen im Marktheidenfelder Stadtrat.
Das Franck-Haus.
Foto: Martin Harth | Das Franck-Haus.

Teilweise heftig gerungen wurde in der Stadtratssitzung am Donnerstag im Marktheidenfelder Rathaus über die dort zur Entscheidung anstehenden Bauprojekte. Die Beschlüsse fielen letztlich mehrheitlich, stets aber bei mehreren Gegenstimmen. Die meisten, acht, gab es bei der Entscheidung über den barrierearmen Zugang zum vorderen Bereich des Franck-Hauses. Angesichts der Pläne sprach Dirk Hartwig gar von Schildbürgerstreich und hinausgeworfenem Steuergeld, würden sie so umgesetzt. 

Planerin Silja Wiener (Karlstadt) war zu bedauern: Sie legte auftragsgemäß die Pläne für den Einbau eines Aufzugs ins Nebengebäude des Franck-Hauses vor, wie vom Stadtrat beschlossen. Nun ging es darum, den Bauantrag für das 286 383 Euro-Projekt voranzubringen, doch jetzt stellten manche Bürgervertreter fest, dass der Aufzug alleine den barrierefreien Zugang zum Festsaal oder den Ausstellungsräumen nicht ermöglicht. Zu schmale Türen und Stufen seien im Weg. Burkhard Wagner hinterfragte "die Sinnhaftigkeit der Kosten, wenn im Obergeschoss die Türbreiten nicht ausreichen und man nicht weiterkommt".    

Ausstellungsbereich zugänglich zu machen ist allen wichtig

Martin Harth war auch der Meinung, man müsse den Ausstellungsbereich zugänglich machen, und außerdem brauche es eine Rampe im Hof, damit etwa Rollstuhlfahrer aus dem Hintergebäude und Café überhaupt bis zur Behindertentoilette kämen. Aber nachdem seit sechs Jahren über das Projekt geredet werde, sollte trotzdem ein Beschluss her als erster Schritt. "Wir müssen hier endlich einmal weiterkommen", fand auch Helmut Adam. Planerin Wiener meinte, dass in Absprache mit dem Denkmalamt wohl die Verbreiterung der Türen möglich sei. Über die Rampe im Hof könne man in einer Tekturplanung entscheiden. Dies erschien auch Bürgermeister Thomas Stamm die beste Lösung, jetzt den Beschluss für den Aufzug zu fassen und die offenen Fragen noch eigens zu klären. Mit 16:8 Stimmen wurde dieses Vorgehen befürwortet. 

So sehen die Entwürfe für die neue Aussegnungshalle am Friedhof in Altfeld aus.
Foto: Architekturbüro Wiener und Partner | So sehen die Entwürfe für die neue Aussegnungshalle am Friedhof in Altfeld aus.

Mit 18:6 Stimmen fiel der nächste Beschluss, Planerin Silja Wiener mit den nächsten Planungsschritten für die neue Aussegnungshalle in Altfeld zu beauftragen. Das bisherige Gebäude soll erweitert werden, ein anderes Dach und ein Glockentürmchen bekommen. Die Gesamtkosten liegen bei 266 410 Euro, wobei für die Glocke und die dafür nötige Konstruktion allein 17 000 Euro anfallen. Christian Menig fand die Pläne zwar gut, wollte aber – wie schon beim Franck-Haus – wegen der Kosten und der wegen des Wonnemar ungewissen finanziellen Situation der Stadt nicht zustimmen.

Carolin Kutz ärgerte sich, dass 2018 der Gewerbepark in Altfeld hergerichtet wurde, ohne den Kanal bis zum Friedhof zu verlängern und die Aussegnungshalle zu erneuern. Jetzt werde wieder mit schwerem Gerät dort herumgefahren. Martin Harth regte, um Geld zu sparen an, bei der evangelischen Kirche nachzufragen, ob diese nicht noch ungenutzte Glocken habe, die am Friedhof eingesetzt werden könnten.  Renate Schneider fand dagegen, die Kosten lägen im Rahmen, die Pläne gefielen ihr. Letztlich wurde mehrheitlich das Einvernehmen zum Bauantrag erteilt.

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