Karlstadt

Schlecht für Vereine: Preis für Altpapier weiter im Sinkflug

Im Umweltausschuss ging es um den Haushalt für die Abfallwirtschaft. Die Verwertung des Biomülls kostet 1,3 Millionen Euro. Hier soll eine Aufklärungskampagne ein wenig helfen.
Altpapiersammlung in Himmelstadt.
Foto: Helmut Gehrig | Altpapiersammlung in Himmelstadt.

Der Preis für Altpapier ist so dramatisch gefallen, dass die Zukunft von Vereinssammlungen in Frage steht. Wenn es beim derzeit erzielbaren Preis von 50 Euro je Tonne bliebt, müsste der Landkreis von den Vereinen noch Geld verlangen statt ihnen etwas auszahlen zu können, hieß es in der Sitzung des Umweltausschusses.

Der Preis für Altpapier war 2018 schon deutlich von 140 auf 90 Euro gefallen. Die zweite Welle kam im Oktober 2019, als China den Markt dicht machte. Die Vereinssammlungen von Altpapier sind mit Aufwendungen von 120 000 Euro, im Vorjahr waren es noch 150 000 Euro, ein recht kleiner Posten im Teilhaushalt, der insgesamt 10,6 Millionen Euro umfasst und wie die Müllabfuhr kostendeckend arbeiten muss. Die wesentlichen Aufwendungen liegen ganz woanders: 3,7 Millionen Euro kostet die eigentliche Müllabfuhr, 2,1 Millionen Euro die Verbrennung des Restmülls im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt, 1,3 Millionen Euro die Verwertung des Biomülls.

Kampagne für bessere Biomüllqualität

Auch die Mülltonnen im Eigentum des Kreises kosten: 150 000 Euro sind für die Behälterbewirtschaftung eingeplant. Für die Mülldeponie sind 818 000 Euro Aufwendungen angesetzt (Nutzung im Rahmen der Müllabfuhr), für die Zuschreibung in Sonderposten (Rücklagen) 790 000 Euro. Auf 60 000 Euro verdoppelt wurde der Ansatz für die Öffentlichkeitsarbeit. Hier ist eine Kampagne für bessere Biomüllqualität geplant (weniger Fehlwürfe wie Plastiktüten in der braunen Tonne), die auch Kindergärten und Schulen einbeziehen soll.

Die wichtigsten Erträge sind 7,9 Millionen Euro Gebühren aus der Müllabfuhr, 1,27 Millionen Euro aus der Auflösung des Sonderpostens für den Gebührenausgleich und 750 000 Euro aus dem Verkauf von Altmaterial. Hier ist der Preisrückgang beim Altpapier schon berücksichtigt, im Haushalt 2019 waren noch 170 000 Euro mehr angesetzt.

Die Ansätze für die Kreismülldeponie in Karlstadt summieren sich auf 1,65 Millionen Euro, rund 14 000 Euro mehr als vor einem Jahr. Fast die Hälfte davon fließt in die Umweltrückstellungen, zweitgrößter Ansatz ist wie im Vorjahr der Transport und die Behandlung des Sickerwassers mit 263 000 Euro. Weil die Deponiekapazität nicht mehr lange reichen wird, sind 166 000 Euro an Benutzungsgebühren für die Deponie des Kreises Miltenberg angesetzt, falls der Kreis dahin ausweichen muss.

Kapazität auf der Mülldeponie ist begrenzt

Derzeit wird allerdings versucht, die Restkapazität über eine andere Abdeckung zu steigern. Bisher war eine ein Meter mächtige Abdeckschicht geplant, eine dünnere Variante (anderes Material) könnte vier bis fünf Jahre zusätzliche Nutzungsdauer bringen. Deshalb wurden sowohl eine Erweiterung der Deponie als auch der Bau einer Müllumladestation erst mal auf Eis gelegt. Der neuen Abdeckung muss aber die Regierung von Unterfranken zustimmen. Derzeit wird ein statisches Gutachten erstellt, wie sich die dickere "Müllschicht" auf die Drainageleitungen auswirken würde.

Der finanziell kleinste Bereich in der Abfallwirtschaft ist mit 434 000 Euro Aufwendungen die Verwertung sonstiger Wertstoffe. Da laut dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband ein Ausgleich über die Gebührenkalkulation der Müllabfuhr seit 2016 nicht erlaubt ist, entsteht hier ein Fehlbetrag von 203 000 Euro. Hier bestehen die Erträge in der Erstattung des Duales Systems und anderer Firmen für die Wertstofferfassung von 230 000 Euro. Dem stehen 330 000 Euro an Erstattung für die Gemeinden gegenüber, die als Miete und Unterhaltsaufwand für die Containerstellplätze (Glas- und Blech) zu verstehen sind.

Am Ende stimmte der Umweltausschuss den Haushaltsentwurf für den Bereich Abfallwirtschaft einstimmig zu und empfahl das auch dem Kreistag.

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