Laudenbach

Schöne und traurige Erinnerungen von Zeitzeugen

Ausstellung: Eine Zeitzeugin berichtet Georg Schirmer (links) vom Zusammenleben der Juden und Christen in Laudenbach. Der Förderkreis Ehemalige Synagoge Laudenbach organisierte die Ausstellung „Brücken – Zusammenleben von Christen und Juden in Laudenbach“.
Foto: Armin Marschall | Ausstellung: Eine Zeitzeugin berichtet Georg Schirmer (links) vom Zusammenleben der Juden und Christen in Laudenbach.

Auch in Laudenbach gab es die Gelegenheit, am „Europäischen Tag der jüdischen Kultur“ am 6. September an Führungen in der ehemaligen Synagoge und der Mikwe teilnehmen. Die Besucher konnten aber auch bei einer Ausstellung vieles über das Zusammenleben von Christen und Juden in Laudenbach erfahren.

Georg Schirmer, Vorsitzender des Förderkreises Ehemalige Synagoge Laudenbach, und Wolfgang Tröster befragten mit Unterstützung von Schülern des Gymnasiums Karlstadt in den letzten zwei Jahren ältere Menschen aus Laudenbach über ihre Kindheit im Dorf und über ihre Erinnerungen an den Alltag von jüdischen und christlichen Nachbarn.

Auf die Einladung des Förderkreises kamen auch einige Zeitzeugen zur Ausstellung. Diese konnten sich gut an die Geschichten zu den gesammelten Werken von Tröster und Schirmer erinnern. Christen und Juden gingen gemeinsam in die Schule. Lediglich wenn der Pfarrer zum Religionsunterricht kam, mussten die jüdischen Kinder den Raum verlassen. „Wir haben mit ihnen zusammen gespielt, ob sie Juden waren oder nicht, das war egal“, erzählt eine Zeitzeugin.

Die Ausstellung verdeutlichte sehr gut das innige Zusammenleben zwischen Christen und Juden im Dorf. Sie halfen sich untereinander, und es bestanden auch gute Freundschaften. Die jüdischen Bewohner integrierten sich in die Vereine und unterrichteten in den Schulen. Auch bei jüdischen Festen und Feiern waren der Bürgermeister, die Gemeinderäte, Vereinsfreunde und auch der Pfarrer anwesend. Manche dieser Festivitäten fanden in der Synagoge, manche auch in einer der drei Wirtschaften Laudenbachs statt.

Auch die Erinnerungen an die Morgenstunden des 10. Novembers 1938 hinterließen Spuren – Spuren von Ratlosigkeit und Trauer. So konnte sich eine Zeitzeugin noch gut erinnern, „wie zwä Frauen äm Judemädle, das erst vor ä paar Tag ä neues Fahrrad gekriegt hat, des Rad abgenomme ham und aufs Feuer drauf gschmisse ham“.

Diese Erinnerungen haben sich bei den Zeitzeugen eingebrannt. Schirmer und Tröster ist es gelungen, die Nachwelt daran teilhaben zu lassen. Mit Bildern und auch Zitaten im Dialekt versuchten die beiden, die schönen sowie traurigen Momente des Zusammenlebens zwischen Christen und Juden in Laudenbach darzustellen. Und sie sind sicher, die Zeit sollte man nicht vergessen. „Es ist ein Stück Geschichte von Laudenbach, das uns Zeitzeugen hautnah berichteten“, erklärte Schirmer.

Die nächste Veranstaltung „Judenwege“ des Förderkreises ehemalige Synagoge Laudenbach findet am 9. Oktober in der Gaststätte der Mehrzweckhalle statt.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Laudenbach
Ausstellungen und Publikumsschauen
Christen
Juden
Synagogen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)