Karbach

Seit 50 Jahren halten die Freunde Karbach die Treue

Gemeinsam hatten sie im westfälischen Münster studiert und waren auf Tour nach Franken gegangen. Hier ließen sie die Seele baumeln und verliebten sich in Land und Schoppen.
Zum 50. Male machen die 'Sechs vom Mühlberg' – diesmal als Fünferpack unterwegs – eine Woche Urlaub in Karbach. Am Marktplatz stellten sie sich zu einem Erinnerungsfoto. Von links: Kurt Geyer, Willi Meyer, Werner Tallen, Heinrich Schäfersküpper und Georg Wiedemann.
Foto: Josef Laudenbacher | Zum 50. Male machen die "Sechs vom Mühlberg" – diesmal als Fünferpack unterwegs – eine Woche Urlaub in Karbach. Am Marktplatz stellten sie sich zu einem Erinnerungsfoto.

In Münster in Westfalen haben sie einst studiert, sich in vielen Jahren zu einem kameradschaftlichen Sechserpack zusammengeschweißt. Mittlerweile als die "Sechs vom Mühlberg" bekannt, machten die Freunde nun schon zum 50. Mal, diesmal nach Corona-Regeln, Urlaub in Karbach und Franken. Auch dem von der hiesigen Bevölkerung lang ersehnte Regen trotzten die Camper, auch wenn es mit 40 Litern Niederschlag reichlich feucht wurde.

Kurt Geyer (Neckarsulm) erinnerte, dass das Wetter bei der Premiere auch nicht so toll war: Im "Wienerwald" am Bahnhof in Aschaffenburg traf sich die Gruppe zu ihrem ersten Trip. Geyer: "Es regnete in Strömen. Die Nacht im Innenzelt hat wohl Jeder noch im Gedächtnis. Am nächsten Morgen ging es dann zum ersten Mal nach Karbach. Zu Alois und Hedwig Ehehalt, geb. Rügamer, die sym-pathischen Wirtsleute des einstigen 'Löwen'. Den köstlichen Bocksbeutel spüre ich noch heute auf der Zunge! Jubelgruß Kurt"!

Kalkweiß am Morgen aufgewacht

Durch Zufall kamen sie nach Karbach. Das Geld war knapp, da war es gut, dass man den Pfarrer von Karbach, Albert Gliesche, kannte. Der freute sich über vdie Tramper und leitete sie kurzerhand zum Wirte-Ehepaar Hedwig und Alois Ehehalt in den "Löwen" weiter. Noch heute schwärmen die Freunde von der einfachen, herzhaften Küche der Hedwig. Ein anderes Mal campierten sie bei der benachbarten Familie Hubert Hartmann. Irgendwann lernten sie Verantwortliche des FC Karbach kennen. Von ihnen kam das Angebot, mit ihren Schlafsäcken in der damals noch kleinen Gerätehalle zu übernachten. Dass dort neben den Gerätschaften auch der Streukalk lagerte, bemerkten sie in der Dunkelheit nichts – aber am Morgen beim Aufstehen sahen sie aus wie mehlbestäubte Müller, von oben bis unten voller Kalk.

So kamen die Sechs auf den Mühlberg, wo sie heute noch campieren. Im Laufe der Jahre haben sie viele Freund- und Bekanntschaften geschlossen. Respekt zollen sie der Dorferneuerung, die sie in all den Jahren verfolgen konnten. Werner Tallen aus München meint: "Hier können wir mal so richtig ausspannen, die Seele baumeln lassen und Schule und Rechtsanwaltskanzlei vergessen". Das gesamte Sextett schwärmt von der schönen Gegend und Natur, den vielen seltenen Blumen auf dem Mühlberg und Trockenrasen.

Viele Orte in der Umgebung schon erwandert

Gemeinsam wird bei den Aufenthalten die Umgebung erwandert. Es geht in die Nachbarorte wie Roden, Urspringen, Hafenlohr, nach Remlingen oder Marktheidenfeld und zu lockenden Zielen wie dem "Krakennest" in Erlenbach oder die Kartause Grünau. Sie schätzen eine fränkische Brotzeit und den guten Wein. Beim 40. Besuch gab es sogar einen Empfang durch Bürgermeister Kurt Kneipp im Rathaus samt Überreichung eines Wappentellers der Marktgemeinde und einer Broschüre über 25 Jahre Dorferneuerung, verbunden mit den Wünschen weiterhin dem Markt Karbach die Treue zu halten.

Zu einem Spässchen sind die Sechs vom Mühlberg' immer zu haben. Hier auf einem Willkommensgruß vom 10. Juli 2006.
Foto: Josef Laudenbacher | Zu einem Spässchen sind die Sechs vom Mühlberg" immer zu haben. Hier auf einem Willkommensgruß vom 10. Juli 2006.

Die "Wahlkarbacher" sind der 71-jährige Werner Tallen (Rechtsanwalt in Schwabing); Willi Meyer (77, Rechtsanwalt und Notar a. D. in Aschendorf/Ems), Heinrich Schäfersküpper (71, einst Studiendirektor für Mathematik und Sport aus Borken/Westfalen),  Georg Wiedemann (71, früher Studiendirektor für Mathematik und Kunst in Mettingen/Westfalen) und Hermann-Josef Chrobok (72 Jahre alt, früher Lehrer für Deutsch, Geschichte und Politik aus Rhede/Westfalen). Er konnte krankheitsbedingt am 50. Treffen nicht teilnehmen. Der sechste im Bunde ist Diplom-Volkswirt, Kurt Geyer (79, der Älteste der Truppe aus Neckarsulm-Dahenfeld).

Ein Besuch bei Lore Schick, der "Ex-Chefin Zur Lore" in Roden, gehört alljährlich zur Pflichtaufgabe. Hier traf man sich nun wieder mit Freunden am Sonntag, und half, wie alle Jahre, die Martinsbräu mit dem Konsum ihres begehrten Biers zu unterstützen.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Main-Spessart und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Karbach
Josef Laudenbacher
Anwaltsbüros
Bier
Freunde
Geyen
Marktgemeinden
Martinsbräu
Mathematik
Niederschlag
Notare
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
Wetter
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!