Halsbach

Sie hat 68 Jahre lang die Kirchenorgel gespielt

Ludwina Freitag feierte ihren 90. Geburtstag.
Foto: Gisela Büdel | Ludwina Freitag feierte ihren 90. Geburtstag.

Dankbar blickt Ludwina Freitag an diesem Montag, 19. Oktober, auf neun erfüllte Jahrzehnte zurück. Ihre Lebensleistung umfasst beherztes Zupacken in der Landwirtschaft, musikalisches Talent – sowohl als Kirchenmusikerin als auch im Gesangverein – sowie die Sorge für ihre Familie. Auch im hohen Alter steht die geistig vitale Jubilarin dem Leben aufgeschlossen gegenüber.

Ludwina Freitag wurde am 19. Oktober 1930 in Lohr-Halsbach geboren. Nach der Volksschule besuchte sie die Berufsschule Lohr, um danach ihre Eltern in der Landwirtschaft zu unterstützen. In den Wintermonaten bildete sie sich in der Hauswirtschaftsschule Marktheidenfeld weiter.

Name nach Heirat behalten

Die Liebe fürs Leben fand die Jubilarin in der Nachbarschaft, aus ihrem Mädchennamen wurde der Familienname: 1952 feierte sie Hochzeit mit Hermann Freitag, der sich der Landwirtschaft mit Obstbau (Kirschen, Zwetschgen und Äpfel) widmete.

"Die Landwirtschaft mit Streuobstwiesen war ihr Leben", blickt Sohn Berthold Freitag zurück. Von ihrem Vater hat die Jubilarin ihr musikalisches Talent geerbt. 68 Jahre lang saß sie an der Kirchenorgel der Halsbacher Pfarrei St. Michael, wobei sie den einen Kilometer weiten Weg zur Kirche zu Fuß zurücklegte. Bereits mit 13 Jahren ließ sie sich von den Wiesenfelder Klosterschwestern in der Orgelliteratur ausbilden.

Hinzu kam die Vorliebe für das Singen: Gemeinsam mit ihrem Vater war sie 1948 Mitbegründerin des Gesangvereines Sängerlust, der sie 2015 für 65-jährige Mitgliedschaft ehrte. Trotz vielerlei Aktivitäten stand für die Hausfrau und Mutter die Familie stets an erster Stelle. Zur Tatsache, dass die fleißige Halsbacherin von früh bis spät auf den Beinen war, bemerkte ein Bekannter: "Du bist sicher schon einige Male um die ganze Welt gelaufen."

Ein Schicksalsschlag traf die Jubilarin 2010 mit dem Tod ihres Mannes, der, nach einer Operation schwerbehindert, zehn Jahre lang von ihr gepflegt wurde. "Das Gebet hat geholfen", ist sich die gläubige Seniorin sicher. Stolz ist Ludwina Freitag auf zwei Töchter und zwei Söhne, denen das Wohl der Mutter am Herzen liegt. Hinzu kamen vier Enkelkinder.

Drei-Generationen-Haus

Hilfreicher Ansprechpartner ist Sohn Berthold, der mit Familie im Drei-Generationen-Haus lebt. Dort gilt die Devise: "Gemeinsam statt einsam." Besonders die täglichen Besuche der Enkelkinder aus dem Obergeschoss sind für die 90-Jährige eine willkommene Abwechslung: Das dreijährige Zwillingspaar Konrad und Sophie bereichert mit kindlichem Frohsinn den Lebensabend der Oma. Im Familienkreis wurde der Jubeltag am Sonntag im örtlichen Gasthaus "Am Dorfbrunnen" gefeiert.

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