Thüngen

Sonnenstrom für die Grundschule

Platz für eine Fotovoltaikanlage mit 63 Modulen und einer Maximalleistung von 20 Kilowatt ist auf dem Dach der Grundschule Thüngen.
Platz für eine Fotovoltaikanlage mit 63 Modulen und einer Maximalleistung von 20 Kilowatt ist auf dem Dach der Grundschule Thüngen. Foto: Günter Roth

In der letzten Sitzung des Thüngener Marktgemeinderats ging es nicht mehr um die Frage, ob eine Fotovoltaikanlage auf das Dach der Grundschule gebaut werden soll, vielmehr diskutierte man über eine größere oder kleinere Lösung. Letztendlich fiel die Entscheidung einhellig für eine Anlage mit 63 Modulen und einer Leistung von 20 Kilowatt-Peak (kWp).

Für den Sonnenstrom gab es gute Gründe: Trotz vieler Einsparungen durch die laufende energetische Sanierung wird das Schulhaus nicht zuletzt wegen vieler technischer und digitaler Neuerungen weiterhin einen enormen Strombedarf haben. Der Fachmann Stefan Scherpf vom Ingenierbüro JHS bezifferte diesen auf 90 Kilowatt bei Volllast. Während dieser Zeit kann die Energie vom Dach die Stromkosten aus dem Netz deutlich senken. Am Nachmittag, an Wochenenden oder in den Ferien reicht der Eigenstrom dann meist aus und der Überschuss kann noch zusätzlich ins Netz eingespeist werden, wobei die Einspeisevergütung von 9,18 Cent pro Kilowattstunde nicht gerade üppig ist.

Günstige Kalkulation

Dennoch stellte Scherpf dem Gemeinderat eine durchaus günstige Kalkulation vor. Die Anlage mit 20 Kilowatt-Peak kostet 37 800 Euro, könnte jährlich 19 000 Kilowatt Strom erzeugen und hätte sich nach 14 Jahren amortisiert. Anschließend wirft sie Gewinn für die Gemeinde ab. Akkuspeicher erschienen den Gemeinderäten nicht sinnvoll, da sie zu teuer wären und bei Volllast zu schnell erschöpft wären.

Eine Kröte musste dennoch geschluckt werden, denn die gegenwärtigen Leitungsverhältnisse können nach Aussage der Energie-Karlstadt den erzeugten Strom nicht aufnehmen. Deshalb muss eine Extraleitung zu einem nahen Übergabepunkt gegraben werden, dieser kostet weitere 50 000 Euro. Allerdings kann dieser Betrag vom Haushalt des Thüngener Energieversorgungsunternehmens übernommen werden, und der Übergabepunkt steht dann auch für künftige Solaranlagen in der Nachbarschaft zur Verfügung. Die Kosten für die Solaranlage auf dem Schuldach werden in das Gesamtkonzept der Gebäudesanierung eingeplant.

Nebenbei gab hier Bürgermeister Lorenz Strifsky bekannt, dass die Gemeinde seit 2018 von den Betreibern der Flächensolaranlage am Heßlarer Berg einen Gewerbesteuerbetrag von rund 100 000 Euro erhält. Strifsky schlüsselte später die genauen Zahlen auf: Für 2016 flossen 262 000, in den Folgejahren waren es 73 000, 132 000 und 73 000 Euro. Im laufenden Jahr werden 132 000 Euro erwartet.

Neue Leitung wird gelegt

Für die Generalsanierung mussten noch weitere Beschlüsse gefasst werden. Die Abwasserleitung zur öffentlichen Kanalisation ist mit 150 Millimeter Durchmesser nicht ausreichend dimensioniert, nötig sind 250 Millimeter. Deshalb muss eine 17 Meter lange Grabenleitung im Bereich der Frühlingsstraße geschaffen werden. Für diese Arbeiten wird die Firma Siegler Bau aus Lohr bei einem Kostenvolumen von 20 600 Euro brutto beauftragt.

Verschoben wurde die Vergabe einer Einblasdämmung als Wärmeschutz und ein Gewerk für Mauerwerksanierung. Die Marktgemeinderäte, insbesondere Bernd Müller, verlangten vor der Entscheidung genauere Informationen, welche Auswirkungen diese Art der Außendämmung auf die Bauphysik wie Taupunkt, Schwitzwasser und Schimmelbildung haben könnte. Bis zur nächsten Sitzung sollen diese Fragen geklärt sein.

Die Firma Albert Mahr aus Würzburg stellte 4700 Euro für die Lieferung von Feuerwehr-Schutzkleidung und Ausrüstungsgegenständen in Rechnung. Für den Einbau eines Unterflurhydranten in der Bahnhofstraße mussten 10 200 Euro nachträglich genehmigt werden.

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