Rothenbuch

SPD sieht Nationalpark als Chance für die Region

Die Landtags-SPD hat ihre Position zum Thema Nationalpark Spessart in Rothenbuch erläutert: (von links) Rothenbuchs Bürgermeister Gerd Aulenbach und die Landtagsabgeordneten Martina Fehlner, Florian von Brunn und Georg Rosenthal.
Foto: Björn Kohlhepp | Die Landtags-SPD hat ihre Position zum Thema Nationalpark Spessart in Rothenbuch erläutert: (von links) Rothenbuchs Bürgermeister Gerd Aulenbach und die Landtagsabgeordneten Martina Fehlner, Florian von Brunn und ...

Für die Landtagsfraktion der SPD ist der Steigerwald als Nationalpark noch nicht abgeschrieben, sagte ihr Sprecher Florian von Brunn am Montag bei einem Pressegespräch in der alten Pfarrscheune in Rothenbuch. Er persönlich könnte sich auch einen Nationalpark im Spessart und im Steigerwald vorstellen. Fest stehe aus SPD-Sicht laut von Brunn: „Der nächste Nationalpark muss nach Franken kommen.“

Die SPD sähe einen Nationalpark Spessart als große Chance und Glücksfall für die Region. Eingeladen waren Naturschützer und auch betroffene Bürgermeister, die sich nicht pro oder contra festlegen wollen. Nicht eingeladen waren bei dem Gespräch Vertreter der Regierung und Gegner aus Holz-, Forst- und Jägerkreisen.

„Der nächste Nationalpark muss nach Franken kommen.“
Florian von Brunn, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion

„Bayern braucht noch einen Nationalpark oder auch Nationalparke“, sagte von Brunn. Die Bayern-SPD stehe zur Biodiversitätsstrategie, die vorsehe, fünf Prozent der Wälder aus der Nutzung zu nehmen beziehungsweise zehn Prozent der staatlichen, um Privatwaldbesitzer ihren Wald zu lassen.

Dies sei nötig, um den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen. Man habe insbesondere für Buchenwälder eine Verantwortung, was auf den Steigerwald und den Spessart zuträfe.

Zudem hätte ein Nationalpark aus Sicht von Brunn einen hohen wirtschaftlichen Nutzen für die Region. „Jeder Euro, den der Staat investiert, wird durch Touristen verdoppelt“, so von Brunn.

Der Staat würde bei einem Nationalpark in den Nahverkehr investieren, in Wander- und Radwege. Ein Nationalpark wäre aus Sicht der SPD ein Tourismusmagnet, was auch dem Handwerk durch regionale Produkte zugute käme.

Was man jedoch nicht wolle, sei eine Entscheidung über die Köpfe der Menschen im Spessart hinweg. Es könne aber nicht sein, dass „lautstarke Minderheiten“ – gemeint sind Gegner des Nationalparks – die Diskussion bestimmten. Die Gegner sollten die Umgangsformen wahren, so der Appell.

Die SPD erwarte von der Staatsregierung, dass sie konkrete Lösungsvorschläge für Probleme wie Jagd, insbesondere das Schwarzwild, und Holzrechte vorlegt. Mit Spannung werde die Landtagsanhörung mit Experten am 16. März erwartet.

Von Brunn sieht bei der Staatsregierung keine einheitliche Linie. Während von oben vorgegeben werde, ein Nationalpark müsse her, komme von den Staatsforsten ein gegenläufiges Gutachten, das seiner Einschätzung nach nicht ohne Wissen des Landwirtschaftsministers entstanden sein könne.

Statt „Krawallmacherei“ wie durch den CSU-Abgeordneten Peter Winter wolle die SPD sachliche, faktenbasierte Information, so von Brunn und Kollegin Martina Fehlner (Aschaffenburg). Fehlner zu einem Nationalpark Spessart: „Ja, es spricht vieles dafür, aber einiges auch dagegen.“

Da eine Entscheidung für die nächsten 100 Jahre bindend wäre, müssten alle Informationen auf den Tisch und möglichst die Emotionen herausgenommen werden. Von Brunn sprach auch von vonseiten der Gegner gestreuten „Unwahrheiten“, etwa dass keine Pilze mehr gesammelt werden oder dass nicht mehr der ganze Wald betreten werden dürfte.

Die Bürgermeister Gerd Aulenbach (Rothenbuch, SPD), Werner Englert (Heigenbrücken, SPD), Roland Bauer (Dammbach, CSU) und Rüdiger Stenger (Heimbuchenthal, FWG) hatten in der vorausgegangenen Diskussionsrunde klargemacht, dass sie sich nicht festlegen wollen. Informationen müssten von der Staatsregierung kommen, so Aulenbach, der die Bürgermeister zwischen allen Stühlen sieht. „Es gibt auch noch ein Leben nach der Entscheidung dafür oder dagegen.“ In Rothenbuch, so kündigte er an, wird es am 5. April eine Bürgerversammlung mit Ministeriumsvertretern geben.

„Ja, es spricht vieles dafür, aber einiges auch dagegen.“
Martina Fehlner, Abgeordnete aus Aschaffenburg

Auch der Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal (Würzburg) zeigte sich besorgt, dass durch die betroffenen Dörfer ein Riss geht, wenn keine Fakten auf den Tisch kommen. Hier sei Glaubwürdigkeit das oberste Gebot. Die Bürgermeister brauchten „belastbares Material und Fakten“. Als kein Problem sieht Rosenthal die Eiche, die nach Einlassungen von Michael Kunkel, Waldexperte des Bundes Naturschutz im Spessart, eher von Menschenhand verdrängt werde.

Die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Heidi Wright, die in der Pro-Nationalpark-Bürgerbewegung „Freunde des Spessarts“ aktiv ist, sieht einen Nationalpark als „historische Chance“ – auch angesichts der Frage, wie man junge Leute in der Region halte.

Ihr Mann Harald Schneider, ehemals SPD-Landtagsabgeordneter, möchte für sich als Karlstadter das Recht in Anspruch nehmen, über den Nationalpark mit zu diskutieren und zu entscheiden. Er sei oft im Spessart. Von Gegnern sei dagegen häufig zu hören, dass nur „richtige“ Spessarter darüber entscheiden sollten.

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