Marktheidenfeld

Stadt, Künstler und Aussteller ziehen in Marktheidenfeld an einem Strang

Heide Eggermann hat ihre künstlerischen Fotoimpressionen im Franck-Haus aufgehängt. Doch die Ausstellung ist vorläufig geschlossen.
Foto: Martin Harth | Heide Eggermann hat ihre künstlerischen Fotoimpressionen im Franck-Haus aufgehängt. Doch die Ausstellung ist vorläufig geschlossen.

Die für Kultur bei der Stadtverwaltung zuständige Abteilungsleiterin Inge Albert ist mit dem zurückliegenden Ausstellungsjahr 2020 im städtischen Kulturzentrum Franck-Haus in Marktheidenfeld eigentlich gar nicht unzufrieden. Nach Lockdown und der Schließung im Frühjahr konnte bis zur Wiederaufnahme des Ausstellungsbetriebs ein tragfähiges Hygienekonzept entwickelt werden. Die Sommermonate erlaubten sogar wieder Eröffnungen mit Publikum unter freiem Himmel im Westentaschenpark hinter dem Franck-Haus.

Nur eine Ausstellung musste abgesagt werden. Die Gästezahlen waren gut, wenn sie auch insgesamt nicht ganz an das übliche Niveau heranreichten. Die für Sommer 2020 geplante Braun-Design-Ausstellung findet nun heuer statt. Die Künstler reagierten flexibel. Ersatz konnte gefunden werden. Im Sommer belebten beispielsweise die neue unterfränkische BBK-Vorsitzende Christiane Gaebert mit öffentlichen Malaktionen oder der Senior-Maler Erhard Löblein aus Zell bei seinen Lesungen das Geschehen im und um das Franck-Haus.

Schließung mitten in die Kunstpreisausstellung hinein

Ende des Jahres wurde noch die Auswahlausstellung zum 12. Kunstpreis der Stadt Marktheidenfeld eröffnet. In gut zwei Wochen fand sie regen Publikumszuspruch. Die Würzburger Fotografin Heide Eggermann konnte ihre Werke im vorderen Galeriebereich noch hängen. Dann kam der neue Shutdown und das Franck-Haus wurde geschlossen. Wegen der Corona-Krise ruht jetzt der Ausstellungsbetrieb, vorerst bis zum 31. Januar.

Inge Albert hat trotzdem nicht aufgegeben. "Die beiden Ausstellungen werden auf jeden Fall fortgeführt", sagt sie. Vorerst könne man sich nur in Internet einen kleinen Eindruck davon verschaffen. Kurze Videos finden Interessierte unter www.vimeo.com/485418666 für die Kunstpreisausstellung und www.heide-eggermann.de/aktuell.html für die Fotoausstellung.

Im Übrigen werde über weitere, neue und zusätzliche Kultur-Angebote nachgedacht. Die Fachfrau ist sich sicher: "Gerade das letzte Jahr hat gezeigt, wie sehr kulturelle Angebote vermisst werden und wie dankbar das vom Publikum angenommen worden ist, was noch möglich war. Kunst und Kultur bleiben eben wichtige Orte für Entspannung und Ablenkung wie für Anregung und Auseinandersetzung."

Für 2021 steht ein vielseitiges Programm

Deshalb haben Inge Albert und ihr Team trotz der gegenwärtigen Misere die Planungen für 2021 vorangetrieben und ein vielseitiges Ausstellungsprogramm für das Franck-Haus zusammengestellt. Sobald möglich, will die Stadt das Haus wieder öffnen. Kulturelle Einrichtungen seien ja bislang nicht als "Treiber der Pandemie" auffällig, meint Albert. Man könne in Ausstellungen gut Abstand halten und die Hygieneregeln beachten. "Möglich, dass es weitere Verschiebungen geben wird, aber wir werden unser Programm irgendwann durchführen. Da ziehen auch alle Künstler und Aussteller mit an einem Strang," zeigt sich Albert optimistisch.

Die Ausstellung zum 12. Kunstpreis der Stadt Marktheidenfeld ist gegenwärtig nur im Internet zu sehen.
Foto: Martin Harth | Die Ausstellung zum 12. Kunstpreis der Stadt Marktheidenfeld ist gegenwärtig nur im Internet zu sehen.

So sieht die Jahresplanung für das Franck-Haus heute aus:

Bis zu 14. März ist im rückwärtigen Ausstellungsbereich die Jury-Auswahl mit Werken von 35 Künstlern aus dem Raum Unterfranken zum Thema "Aufbruch" zu sehen. Sobald möglich, wird der bereits feststehende Kunstpreis 2020 der Stadt offiziell verliehen. Bis zum Ausstellungsende wird außerdem noch ein Publikumspreisträger von den Besuchern ermittelt.

In der Galerie vorne gibt es bis zum 21. Februar die Foto-Ausstellung "Stadt – Land – Fluss: Poesie der Fotografie" von Heide Eggermann aus Würzburg. Ihre künstlerischen Foto-Arbeiten fangen die Atmosphäre eines Ortes ein, wirken wie gemalte Gedichte und Geschichten.

"Tatort Garten – Ödnis oder Oase"

Vom 24. Februar bis zum 7. März möchte die Kreisgruppe Main-Spessart des Bund Naturschutz im Vordergebäude unter dem Thema "Tatort Garten – Ödnis oder Oase" die Aufmerksamkeit auf die Problematik des Artensterbens und die Wirkung unserer Gartengestaltungen lenken. Marco Wagner aus Bischofsheim/Rhön will anschließend an gleicher Stelle vom 13. März bis zum 2. Mai eine Auswahl freier und angewandter Grafiken und Illustrationen mit der Ausstellung "Bouquet" präsentieren. Der Künstler ist Jury-Mitglied des "Meefisch"-Wettbewerbs für Bilderbuchillustration. Er pflegt bei seinen Arbeiten bisweilen einen eigenen floralen Stil.

Einen "Blick über den Main" soll im Rückgebäude vom 20. März bis 9. Mai eine Gruppenausstellung des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) Südhessen erlauben. Dominique Chapuis, Isabel Franke, Franziska Hausch, Joachim Henkel, Nuria Uyà Höhne, Klaus Kiefer, Angela Schäfer und Lothar Steckenreiter bieten Malerei, Mixed Media, Grafik, Fotografie, Skulptur, Installation sowie Holz- und Metall-Bildhauerei.

Im vorderen Galeriebereich zeigt Wolfgang Kohlhepp aus Oberwerrn vom 8. Mai bis zum 27. Juli "Surreale Landschaften". Seine farbstarken Gemälde basieren auf Szenen aus Landwirtschaft, Freizeit, Sport und Natur.

Vom 15. Mai bis zum 4. Juli gibt es im rückwärtigen Ausstellungbereich Malerei und Skulpturen von Bernd Müller-Pflug und Barbara Deutschmann. Titel: "Von Raum zu Raum". Die beiden Künstler aus Bremen verbinden Transparenzen und Raumwirkungen, farbenreiche und multiperspektivische Verwirrspiele.

Ab dem 3. Juli soll bis Ende August nach der Laurenzi-Messe im vorderen Galeriebereich eine neuerliche Kooperation mit dem Historischen Verein und dem Bezirk Unterfranken zum Tragen kommen. "Woher – Wohin, eine Ausstellung vom Ankommen und Weggehen" ist eine multimediale Schau über Mobilität und Migration in unserer Geschichte und Gegenwart.

Im Sommer soll mit dem Thema Braun-Design ein Kapitel lokaler Wirtschaftsgeschichte beleuchtet werden.
Foto: Martin Harth | Im Sommer soll mit dem Thema Braun-Design ein Kapitel lokaler Wirtschaftsgeschichte beleuchtet werden.

Braun-Design: ein Stück lokaler Wirtschaftsgeschichte

Bei der Ausstellung "BraunDesignSammlung: Mein Leben mit Braun" soll vom 24. Juli bis 12. September im hinteren Ausstellungsbereich eine Auswahl aus der Sammlung des verstorbenen Marktheidenfelders Norbert Nolte gezeigt werden. Dabei wird ein Stück lokaler Wirtschaftsgeschichte und internationaler Design-Entwicklung dokumentiert.

Abstrakte Fotografie und Foto-Objekte rückt Kathrin Sachs aus Dreieich vom 11. September bis zum 17. Oktober im vorderen Galeriebereich als "Asymmetrie des Elementaren" in den Blickpunkt. Ganz einfach "Bilder" betitelt der Marktheidenfelder Künstler und frühere Kunsterzieher am Balthasar-Neumann Gymnasium, Bernd Dörfler seine geplante Werkausstellung vom 25. September bis zum 8. November 2021 im hinteren Ausstellungsbereich.

Im Vordergebäude sind vom 23. Oktober bis zum 9. Januar 2022 die Bilder der Finalisten des 9. Wettbewerbs "Der Meefisch" der Stadt Marktheidenfeld zu sehen. Bei der Schau der herausragenden Illustrationen von Bilderbüchern im deutschsprachigen Raum sind die Frankfurter S. Fischer Verlage Kooperationspartner.

Den Abschluss des Ausstellungsjahres 2021 im Franck-Haus setzen Skulpturen und Bildwerke von Thomas Krapf aus Aura und Alexander Ruppert aus Bad Kissingen. Vom 20. November bis zum 9. Januar 2022 werden in der rückwärtigen Galerie emotionale Holzarbeiten und sozialkritische Gemälde und Collagen höchst gegensätzlich in den Fokus des Betrachters gerückt.

Infos über den Fortgang der Ausstellungen im Franck-Haus gibt es auf der Homepage der Stadt Marktheidenfeld www.marktheidenfeld.de.

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