Lohr

Lohr: Stadtrat will Gespräch mit Rexroth

Eine 'Menschenkette gegen Personalabbau' bildeten rund 700 Beschäftigte von Bosch Rexroth am Donnerstag in Lohr. Sie protestierten damit gegen die Ankündigung des Unternehmens, Stellen zu streichen und ins Ausland zu verlagern.
Foto: Heinz Scheid | Eine "Menschenkette gegen Personalabbau" bildeten rund 700 Beschäftigte von Bosch Rexroth am Donnerstag in Lohr.

Der Lohrer Stadtrat will sich mit Verantwortlichen der Bosch Rexroth AG treffen, um über die vom Unternehmen jüngst verkündeten Umstrukturierungspläne zu sprechen, die mit einem Stellenabbau am Standort Lohr einhergehen sollen. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Gremium in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig.

Auslöser der Diskussion zu dem Thema war ein Antrag der SPD. Sie hatte darin Bürgermeister Mario Paul aufgefordert, ein Gespräch mit den Rexroth-Entscheidern zu führen. Ziel solle es dabei sein, den für die kommenden Jahre angekündigten Abbau von unterm Strich 75 Arbeitsplätzen am Standort Lohr zu verhindern, heißt es im Antrag.

Bei der Begründung desselben verwies der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Nischalke nun darauf, wie sich der Stadtrat von Homburg/Saar positioniert hatte. Auch für das dortige Werk hatte Rexroth den Abbau von mehr als 150 Stellen angekündigt. Die Homburger Stadtpolitik protestierte dagegen mit einer Resolution. Nischalke erinnerte auch an die Aussage des Rexroth-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Friedrich, wonach eine solche Positionierung durchaus Einfluss auf Entscheidungen des Unternehmens haben könne.

Allerdings, so der SPD-Fraktionsvorsitzende, der beruflich stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Rexroth ist, könne man in Lohr mittlerweile wohl auf eine solche Resolution verzichten. Stattdessen solle der Stadtrat lieber die üblicherweise um diese Jahreszeit anstehende Einladung des Unternehmens zum Gedankenaustausch nutzen, um mit den Entscheidern über Stellenabbau und Umstrukturierungen zu sprechen. "Keine Resolution, sondern ein Gespräch", sagte Nischalke.

Paul hat Gespräche geführt

Bürgermeister Paul erklärte, dass er mittlerweile sowohl mit der Arbeitgeber- als auch mit der Arbeitnehmerseite gesprochen habe. Sein Eindruck sei, dass von beiden Seiten "sehr verantwortungsvoll mit dem Thema umgegangen" werde. Es werde bei Rexroth "mit Nachdruck daran gearbeitet", Standort und Arbeitsplätze zu erhalten, sagte Paul.

Die Unternehmensführung habe ihm gegenüber die Bereitschaft signalisiert, sich mit dem Stadtrat über das Thema zu unterhalten. Als Ort für ein Treffen mit Standortsprecher Thomas König brachte Paul die Stadthalle ins Spiel, weil dort die coronabedingten Abstandsregeln eingehalten werden könnten. Der Stadtrat beschloss schließlich, ein Gespräch mit den Rexroth-Verantwortlichen zu führen mit dem Ziel des Arbeitsplatzerhalts und der Zukunftssicherung des Unternehmens vor allem am Standort Lohr.

Verweis auf Gewerbesteuer

Eric Schürr (Bürgerverein) erinnerte daran, dass der Stadtrat vor einigen Monaten eine deutliche Anhebung der Gewerbesteuersätze beschlossen hat. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass Entscheidungen über Umstrukturierungen immer auch vor dem Hintergrund von Standortfaktoren getroffen würden.

Wie Schürr fragte sich auch Frank Seubert (CSU), ob ein Antrag wie der von der SPD ursprünglich gestellte überhaupt notwendig sein muss. Man müsse einen Bürgermeister doch nicht dazu auffordern, mit Arbeitgebern am Ort zu sprechen. "Das ist eigentlich selbstverständlich", sagte Seubert, der selbst Unternehmer ist. Bei ihm habe sich Bürgermeister Paul auch schon nach der geschäftlichen Lage erkundigt.

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