Arnstein

Stadtratssitzung erstmals im Ballsaal

Mehr Platz, eine bessere Akustik und ein angenehmeres Ambiente bestimmen ab jetzt die Sitzungen des Arnsteiner Stadtrats in der neu sanierten Stadthalle.
Foto: Günter Roth | Mehr Platz, eine bessere Akustik und ein angenehmeres Ambiente bestimmen ab jetzt die Sitzungen des Arnsteiner Stadtrats in der neu sanierten Stadthalle.

Erstmals traf sich der Arnsteiner Stadtrat im großen Saal der frisch sanierten Stadthalle zu einer Sitzung, künftig sollen hier alle Beratungen unter besseren räumlichen Bedingungen stattfinden. Diesmal ging es weitgehend um Bauanträge.

Besteht die Gefahr, dass von einer geplanten Werkstatt im Arnsteiner Ortsteil Schwebenried Belästigungen für die Anwohner durch Lärm und zugeparkte Straßen ausgehen könnte oder passt sich das Vorhaben in das Wohngebiet "Neue Schule" problemlos ein? Der Stadtrat fand zunächst hier noch keine einheitliche Meinung und will nun einer endgültigen Entscheidung zunächst das Immissionsschutz-Gutachten des Landratsamts abwarten.

Der Antragsteller Christian Heil erklärte den Stadtratsmitgliedern sein Vorhaben und zeigte die nach seiner Ansicht entstehenden Auswirkungen auf. Demnach will er in seiner bestehenden Garage eine Werkstatt für computergesteuerte Fahrzeugoptimierung einrichten. Er versicherte, dass pro Woche nur ein bis zwei Fahrzeuge hier bearbeitet würden, sodass der Liefer- und Abholverkehr gering sei und es kaum parkende Autos geben werde. Da es sich bei seiner Tätigkeit weitgehend um elektronische Arbeiten handelt, werde die Lärmbelästigung der Anwohner minimal sein, abschließende Probefahrten will er keinesfalls innerhalb des Ortes durchführen. Insgesamt beteuerte er, sich streng an die Auflagen zu halten.

Nachbarn sind unterschiedlicher Meinung

Laut Stellungnahme des Arnsteiner Bauamts dürfe in einem allgemeinen Wohngebiet nicht störende Gewerbebetriebe ausnahmsweise zugelassen werden, wenn sie der Zweckbestimmung und der Eigenart des Wohngebiets nicht widersprechen. Die Ansicht der Nachbar ist offensichtlich uneinheitlich, es liegen Zustimmungen, aber auch Einwände vor. Nach Abschluss der immissionsrechtlichen Beurteilung durch das Landratsamt will nun der Stadtrat über diesen Antrag neu entscheiden.

Als verwirrend und wenig aussagekräftig wird der Hinweis an der B26 bei Karlstadt für auswärtige Fernfahrer gesehen. Ortsunkundige können mit diesem Hinweis oft nichts anfangen.
Foto: Günter Roth | Als verwirrend und wenig aussagekräftig wird der Hinweis an der B26 bei Karlstadt für auswärtige Fernfahrer gesehen. Ortsunkundige können mit diesem Hinweis oft nichts anfangen.

Auf die Anfrage des Stadtrats Jürgen Meinhardt, ob der Betrieb nicht den Standort wechseln könnte, antwortete Bürgermeister Franz-Josef Sauer, dass in Schwebenried eine Überarbeitung des Flächennutzungsplans mittelfristig unabdingbar sei, weil viele Firmen mittlerweile erweiterten Bedarf angemeldet hätten.

In Neubessingen entstehen in der Neudorfer Straße ein Carport und eine Gerätehalle. In dem Baugebiet "gemischte Bauflächen" ist ein solches Unterfangen problemlos, deshalb gab es grünes Licht vom Stadtrat. Auch der Neubau einer Garage im Bücholder Kreuzweg fand keinen Widerspruch. Eine Nutzungsänderung ist in der Gänheimer Frankenstraße vorgesehen. Hier soll in einem ehemaligen Ladengeschäft neuer Wohnraum entstehen. Eine Nutzungsänderung ist auch in der Marbacher Straße von Reuchelheim vorgesehen. Eine bestehende Scheune soll umgebaut und saniert werden, weil der Inhaber dort eine Kleinbrauerei betreiben will.

"Abkürzungsfindige" Mitbürger

Die Bauarbeiten in der Grabenstraße von Arnstein laufen planmäßig, berichtete Bürgermeister Sauer. Seit dem 6. April werden hier Wasser-, Gas- und andere Infrastrukturleitungen verlegt. Das Umleitungsszenario für den Stadtkern wurde nachgebessert und weitgehend optimiert. Insbesondere musste die Zehntbergstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. "Die Abkürzungsfindigkeit unserer Mitbürger ist ausgesprochen groß", witzelte Bürgermeister Sauer darüber.

Nachgebessert muss aber nach Ansicht Sauers bei den "Großen Umleitungen", für die das Staatliche Bauamt zuständig ist, denn der Hinweis an der B 26 bei Karlstadt "Grabenstraße Arnstein gesperrt" sei für Ortsfremde nichtssagend. Stadtrat Johannes Keidel regte an, die Umleitungspläne auch in den Infokästen auf den Ortsteilen auszuhängen.

Erneut wies der Bürgermeister eindringlich darauf hin, beim Aufstellen von Maibäumen in den Dörfern äußerste Vorsicht walten zu lassen und vor allem kleinere Bäume zu verwenden, die von wenigen Personen aufgestellt werden können. Probleme gibt es vorläufig auch bei den anstehenden notwendigen Kommandantenwahlen bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Stadt. Die gegenwärtige Coronakrise verhindert bislang ordentliche Wahlen.

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