Lohr

Stehend übers Wasser gleiten: Trendsport Stand-up-Paddling

Andreas Leidlein, Betreiber der Soccer-Halle in Sackenbach und eines Waffelstands auf der Mainlände, hat sich mit einem Stand-up-Paddle-Verleih ein weiteres Standbein geschaffen.
Foto: Thomas Josef Möhler | Andreas Leidlein, Betreiber der Soccer-Halle in Sackenbach und eines Waffelstands auf der Mainlände, hat sich mit einem Stand-up-Paddle-Verleih ein weiteres Standbein geschaffen.

Karibisches Flair verbreitet die Lohrer Mainlände nicht gerade, aber dort ist nun zu haben, was die Reichen und Prominenten im Urlaub gerne vor Fotoapparaten der Paparazzi vorführen: Bretter fürs Stehpaddeln. Andreas Leidlein aus Sackenbach und seine Familie haben am Mainzugang neben der Lohrbachmündung einen Stand-up-Paddling-Verleih aufgemacht.

Das ist nunmehr das dritte Standbein neben der Soccer-Halle in Sackenbach, die wegen der Corona-Pandemie seit 15 Monaten geschlossen ist, und einem mobilen Food Truck für süße Waffeln, den die Leidleins Anfang Mai auf der Mainlände eröffneten. Auf die Idee seien sie im Urlaub gekommen, wo sie die neue Trendsportart kennengelernt hätten, berichtete Andreas Leidlein im Gespräch mit dieser Redaktion.

"Wir haben uns gedacht, dass das bestimmt eine Attraktion für Lohr und Umgebung ist", sagte Leidlein. Sein Verleih ist am Main weit und breit der einzige, die nächsten sind nach seinen Angaben erst bei Aschaffenburg und Würzburg. "Wir lassen uns überraschen, was auf uns zukommt."

Lieferschwierigkeiten

Derzeit muss er übergangsweise mit Ersatzboards arbeiten, die ihm sein Lieferant aus Österreich zur Verfügung gestellt hat, bis die Bretter eintreffen, die er gekauft hat. Diese stammen aus Fernost, "und derzeit gibt es Lieferschwierigkeiten für alles, was aus Fernost kommt". Zwölf Boards stehen zur Verfügung, die er bei starkem Andrang alle auf den Main schicken kann, eine Mengenbeschränkung gibt es nicht.

Bei den Brettern handelt es sich nicht um Hartschalen-Boards, sie sind vielmehr aufgeblasen. Laut Leidlein sind sie besser geeignet: Wenn man mit einem Hardboard einen Stein ramme, gebe es Absplitterungen. Aufblasbare Bretter mit zwei oder drei Lagen ließen sich reparieren, wenn sie ein Loch hätten. Im Leihpreis inbegriffen ist neben Brett und Paddel auch eine Schwimmweste. Wer leicht friert und einen Neoprenanzug braucht, muss ihn mitbringen. Fürs Anziehen steht vor Ort eine Umkleidekabine zur Verfügung.

Kinder dürfen ab sechs Jahren in Begleitung eines Erwachsenen mit aufs Wasser, bis 14 Jahre ist eine Schwimmweste vorgeschrieben. Wer älter ist und keine Schwimmweste tragen will, muss eine schriftliche Erklärung unterschreiben.

Geübte Stand-up-Paddler wie Neele Leidlein sind auf dem Board stehend unterwegs. 
Foto: Thomas Josef Möhler | Geübte Stand-up-Paddler wie Neele Leidlein sind auf dem Board stehend unterwegs. 

Die wichtigste Regel auf dem Wasser ist nach Leidleins Worten: Aufpassen auf den Schiffsverkehr. Schließlich sei der Main eine Bundeswasserstraße. Anfänger im Stand-up-Paddling würden eingewiesen: "Der kriegt das Ding nicht einfach in die Hand gedrückt." Am Anfang sei es das Wichtigste, das Paddel richtig zu halten, "sonst schaufelt man nur, statt das Wasser wegzuschieben".

Anfänger sitzen oder knien gerne auf dem Board, Geübte wie Leidleins Tochter Neele stehen beim Paddeln. Die 16-Jährige hilft ihrem Vater beim Verleih und demonstriert souverän, wie man das Sport- und Freizeitgerät nutzt, ohne ins Wasser zu fallen. Sie ist es gewohnt, das Gleichgewicht zu halten, denn Neele Leidlein ist Kunstturnerin.

Wer nicht so geübt ist und in den Main fällt, muss nicht befürchten, dass sein Brett abtreibt. Dafür sorgt der Leash, ein Knöchelband, das Paddler und Brett miteinander verbindet. "Das ist wegen der Strömung im Main unbedingt notwendig. Das Brett bietet Schutz, wenn man in den Main gefallen ist, und man kann sich daran festhalten", erläuterte Leidlein.

Er möchte, wenn es die Corona-Pandemie zulässt, auch Kurse und Touren anbieten. Selbstverständlich musste er für den Verleih ein Hygiene-Konzept erarbeiten. Nach jeder Nutzung werden Bretter und Paddel desinfiziert. Und für die Paddler gilt: Auch auf dem Main muss Abstand gehalten werden.

Stand-up-Paddling

Seit der Jahrtausendwende hat sich Stand-up-Paddling (SUP), auch Stehpaddeln genannt, als Freizeitsport verbreitet. Dabei steht der Sportler auf einem schwimmfähigen Board und bewegt sich mithilfe eines Paddels fort. Ihren Ursprung hat die Wassersportart wohl in Anrainerstaaten und auf Inseln des Pazifiks. Nach Europa kam SUP etwa um 2010.
Mittlerweile gibt es Stehpaddeln auch als Wettkampfsportart. Seine Hochburgen hat es auf Hawaii, an der US-Westküste, in Australien, Japan und Großbritannien. Wurden ursprünglich lange Surfbretter für das Stehpaddeln verwendet, gibt es mittlerweile spezielle Stehpaddel-Bretter. Zu unterscheiden sind Hardboards und aufblasbare Exemplare, die bei Transport und Lagerung komfortabler sind, aber nicht ganz so steif werden wie Hardboards. Die auf dem Markt erhältlichen Bretter bewegen sich zwischen 1,8 und vier Metern Länge. Die Paddel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Materialien.
Quelle: metjm
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