Lohr

Corona-Umfrage in Lohr: Steigende Zahlen, steigende Sorge?

Uwe Merz
Foto: Anna-Maria Hartmann | Uwe Merz

Seit Ende Juli ist die Sommerpause der Corona-Pandemie vorbei: Das Robert-Koch-Institut verzeichnet in den vergangenen Wochen eine wachsende Infektionszahl im gesamten Bundesgebiet. Auch in der Region steigen die Fallzahlen. Wie beurteilen die Menschen diese dynamischen Umstände? Machen sich die Leute wieder mehr Sorgen? Wir haben Passanten in der Lohrer Innenstadt danach befragt. Wir erklären sie sich die steigenden Zahlen, wie sehen sie die Zukunft während und nach der Pandemie?

Holger Wahn (Partenstein), 31:

Meine Sorge hinsichtlich der steigenden Fallzahlen würde ich als mäßig einschätzen. Vor allem meine eigene Gesundheit sehe ich nicht wirklich gefährdet, hoffe aber, dass niemand aus meiner Familie erkrankt. Um das zu sichern, gehe ich kaum weg und achte auf die Abstandsregeln. Die momentanen Auflagen halte ich für akzeptabel. Von vielen werden sie nicht wirklich genau eingehalten. Es wäre besser, wenn hier noch strenger vorgegangen würde und es härtere Strafen gäbe.

Maria Franz (Rechtenbach), 67:

Die aktuellen Umstände besorgen mich schon sehr. Durch Auflagen wie das Tragen von Masken müssen wir im Alltag alle Abstriche machen. Auch befürchte ich, dass sich die wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert. Natürlich bemühe ich mich, dazu beizutragen, dass die Fallzahlen nicht noch steigen. Ich trage Mundschutz und nehme wirklich nur die wichtigsten Termine wahr. Den Hauptgrund für die zunehmenden Infektionen sehe ich jedoch in den Städten. Dort wird teilweise ohne Rücksicht gefeiert und oft gar nicht auf Abstände geachtet.

Uwe Merz (Schöneck), 53:

Da mir die Gesundheit meiner Familie am Herzen liegt, ist meine Sorge momentan durchaus groß. Die bisherigen Maßnahmen finde ich nicht immer ausreichend. Ich würde mir zum Beispiel eine verstärkte Kontrolle der Einhaltung wünschen, so dass die Zahl der Infektionen nicht weiter steigt.

Dominik Schäfer (Triefenstein-Homburg), 24:

Dem Coronavirus trete ich natürlich nach wie vor mit Vorsicht gegenüber. Meine größte Sorge ist dabei, dass ich unbewusst meine Familie gefährden könnte. Obwohl ich persönlich den Mundschutz als Vorsichtsmaßnahme für eher unsinnig halte, trage ich ihn trotzdem aus Rücksicht auf meine Mitmenschen. Auch andere Auflagen halte ich teilweise für übertrieben und mir fällt es schwer, deren Nutzen nachzuvollziehen. Viele Leute nehmen die Auflagen auch überhaupt nicht an und das macht dann natürlich die Bemühungen des Rests weniger wirksam. Weil ich die Zeit vor Corona vermisse, setze ich alle gegebenen Maßnahmen um. Ich möchte dazu beitragen, dass die Pandemie ein möglichst schnelles Ende findet.

Agnes Schumann (Duisburg), 55:

Bisher besorgen mich die steigenden Infektionszahlen der Corona-Pandemie noch nicht sehr. Um meinen eigenen Gesundheitszustand mache ich mir kaum Gedanken, weil ich es für leicht erachte, die simplen Hygienemaßnahmen einzuhalten. Da ich allerdings als Lehrerin an einer Schule tätig bin, beobachte ich die dortigen Entwicklungen sehr genau. Besonders hier gestaltet sich die Umsetzung der Maßnahmen wie das ausreichende Abstandhalten schwierig. Auch haben wir an der Schule viele Schüler mit Migrationshintergrund, die in den Ferien zum Teil in Risikogebiete gereist sind, um dort Angehörige zu besuchen.

Ich hoffe wirklich, dass die Menschen vernünftig bleiben. Dass sich insbesondere Jugendliche stark eingeschränkt fühlen und den Kern ihrer früheren Lebensführung vermissen, verstehe ich. Insgesamt ist die momentane Situation wohl für niemanden schön.

Agnes Schumann Bildunterschrift 2020-10-15 --> Agnes Schumann.
Foto: Hartmann
Foto: Anna-Maria Hartmann | Agnes Schumann Bildunterschrift 2020-10-15 --> Agnes Schumann. Foto: Hartmann

Sabine Schneider (Neustadt), 54:

Ich denke, die Zahlen sind so stark angewachsen, weil viele Menschen ins Ausland gehen. Hier sehe ich das Hauptproblem. Auch werden die übrigen Maßnahmen nicht genug respektiert. Für die Zukunft wünsche ich mir auf jeden Fall, dass wieder alles so wird, wie es war und dass hoffentlich wieder Normalität eintritt.

Sabine Schneider
Foto: Anna-Maria Hartmann | Sabine Schneider
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