Karlstadt/Marktheidenfeld

Tänzer waren ausgebremst, aber online aktiv

Endlich konnten auch die Tanzschulen in Main-Spessart wieder ihren Betrieb aufnehmen – doch nicht alle haben direkt wieder die Türen geöffnet.
Abstand halten fällt nicht leicht, wenn man sich quer durch den Tanzsaal bewegt. (Symbolfoto)
Abstand halten fällt nicht leicht, wenn man sich quer durch den Tanzsaal bewegt. (Symbolfoto) Foto: Robert Michael/dpa

Fünf Tanzlehrer sind abwechselnd bei Step'n'Standard in Höchberg, Lengfeld, Karlstadt und Marktheidenfeld aktiv, während Standard-Latein-Kurse auf dem Programm stehen, Discofox, Salsa und Tango Argentino, oder tänzerische Früherziehung für Kinder sowie Hip-Hop. "Seit Montag bieten wir wieder alles an bis auf Wochenendkurse für Hochzeitstänze", freut sich Stefan Weißenberger, der vor 18 Jahren das erste seiner vier Studios eröffnete.

"Eine unserer Auflagen besagt, dass wir eine gemeinsame Gruppe vorerst nur maximal 60 Minuten lang unterrichten dürfen. Deshalb findet noch kein längerer Unterricht statt." Den Lockdown nutzte Weißenberger für längst geplante Videos, aus denen richtige Online-Tutorials entstanden; für Discofox beispielsweise mit einer Dauer von zweieinhalb Stunden. "Ohne Corona hätten wir dafür niemals die notwendige Zeit gehabt. Außerdem haben wir schon zehn Tage nach Beginn des Lockdowns täglich Live-Unterricht gestreamt und haben dafür die Zoom-App für Video-Konferenzen genutzt. Unsere Schüler konnten sich bei uns einwählen, und wir haben aus dem Höchberger Studio heraus die Kurse weitergeführt."

Online-Kurse laufen weiter

Dieses Angebot hält Step'n'Standard nach wie vor aufrecht für Schüler, die noch zu Hause bleiben wollen. Aus der Kurzarbeit zurück, knüpfen die Tanzlehrer für ihre Kursteilnehmer mit vielen Wiederholungen dort an, wo sie vor der Pause aufhören mussten. Weißenberger beklagt starke Einbußen durch den Wegfall des gesamten Hochzeitsgeschäftes und aller Veranstaltungen. Corona-Soforthilfe sei zwar bewilligt worden, auch die Streaming-Angebote halfen, doch die laufenden Kosten, insbesondere die Mieten für die Studios, blieben unverändert hoch.

Dagmar Keim aus der Lohrer Tanzschule Keim steht der Genehmigung, jetzt wieder tanzen zu dürfen, kritisch gegenüber und betont, dass es nicht machbar ist, den geforderten Auflagen nachzukommen. "Bei der Aufstellung wird der Mindestabstand zwischen den Paaren noch eingehalten, aber beim Tanzen bewegt man sich. Einer macht größere Schritte als der andere – schon ist der Abstand nicht mehr gewährleistet, während bei der körperlichen Bewegung mehr geatmet wird als sonst." Aus diesem Grund wird die Tanzschule Keim erst dann wieder Kurse anbieten, wenn nicht nur die Mundschutzpflicht, sondern auch der Mindestabstand aufgehoben wird.

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