Steinfeld

Tagespflege in der alten Schule

In der alten Schule in Steinfeld soll im Obergeschoss eine Tagespflege eingerichtet werden. Als Betreiber ist die Caritas-Sozialstation St. Rochus (Lohr) vorgesehen.
Foto: Wolfgang Dehm | In der alten Schule in Steinfeld soll im Obergeschoss eine Tagespflege eingerichtet werden. Als Betreiber ist die Caritas-Sozialstation St. Rochus (Lohr) vorgesehen.

Im alten Steinfelder Schulhaus, das der Gemeinde gehört, befinden sich im Erdgeschoss eine Zahnarzt- und eine Physiotherapiepraxis. Nun soll im Obergeschoss eine barrierefrei zugängliche Tagespflegeeinrichtung für Senioren hinzukommen, die von der Caritas-Sozialstation St. Rochus (Lohr) betrieben werden soll. Die Eröffnung ist im Herbst 2022 geplant.

Wie Bürgermeister Günter Koser (CSU) in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch berichtete, hatte sich neben der Caritas zunächst auch die Diakonie für den Betrieb einer Tagespflege in Steinfeld interessiert, dann im Zuge der Coronakrise jedoch wieder abgesagt.

Laut ihrem Vorsitzenden Klaus Becker ist die Caritas-Sozialstation St. Rochus seit 35 Jahren im Raum Lohr in der ambulanten Pflege tätig. Nach den Worten ihres Geschäftsführers Sebastian Puglisi betreut die Sozialstation im Raum Lohr aktuell 793 Menschen. In der geplanten teilstationären Tagespflege in Steinfeld könnten 19 Tagespflegegäste aufgenommen werden, sagte er. Diesen solle dort in wohnlichem Ambiente ein Tagesprogramm angeboten werden, auch in Kooperation beispielsweise mit Kindergärten, Musikvereinen und Kirche.

Die weitere Planung soll laut Puglisi in Zusammenarbeit mit dem Karlstadter Architekturbüro Wiener und Partner und der Diözese Würzburg erfolgen. Laut Architektin Silja Wiener soll die Tagespflegeeinrichtung im ersten Obergeschoss über einen Aufzug barrierefrei erreichbar sein. Vorgesehen seien ein großer Aufenthaltsraum, der als Wohn- und Esszimmer dienen solle, ein relativ großer Sanitärbereich, eine Garderobe, ein Ruheraum, ein kleiner Personalraum sowie eine begrünte Flachdachterrasse. Die Kosten für Planung und Umbau des rund 350 Quadratmeter großen Obergeschosses schätzt das Büro Wiener auf 660000 Euro brutto.

"Ich denke, damit hätten wir eine ideale Nutzung für unser Gebäude gefunden", meinte Bürgermeister Koser. Allerdings seien nicht die Mieteinnahmen das vorrangige Interesse der Gemeinde, vor allem gehe es darum, ein gutes Angebot für die Bevölkerung zu schaffen. Zweite Bürgermeisterin Marion Gröbner (CSU) sprach von einer "Supersache".

Mit Blick auf eine mögliche Kostensenkung schlug Edmund Knöferl (CSU) vor, den Raum unter der Dachterrasse als Kaltbereich auszuführen und beispielsweise als Abstellraum zu nutzen. Dies sei durchaus eine Überlegung wert, so der Bürgermeister.

Noch einmal neu aufrollen wollte Theobald Herrmann (FW) die Sache. Seinen Worten nach würde die Raiffeisenbank ein Gebäude für eine Tagespflegeeinrichtung als Genossenschaftsprojekt zur Verfügung stellen. Dieses Gebäude wäre ihm zufolge ebenerdig und größer als die alte Schule, dort könne man beispielsweise auch ein Tagescafé einrichten. Herrmann schlug vor, noch einmal auf die Raiffeisenbank zuzugehen. Für die alte Schule könne man bestimmt auch andere Nutzungen finden.

Ähnlich sah dies Martin Schuhmann (FW). Die alte Schule biete keine Entwicklungsmöglichkeiten. Es handle sich dort zwar um die schnellste Lösung, er wage aber zu bezweifeln, ob es auch die beste sei.

Dem hielt Bürgermeister Koser entgegen, dass die Raiffeisenbank lediglich den Gedanken geäußert habe, dass sich in Steinfeld eine Genossenschaft zum Betrieb einer Tagespflege gründen könnte; die Raiffeisenbank selbst werde dies nicht vorantreiben und habe auch kein Konzept. Er jedenfalls wüsste nicht, wer diese Genossenschaft betreiben sollte, so Koser. Zudem müsse man bedenken, dass man mit Abriss und Neubau des Gebäudes auf zwei bis drei Millionen Euro käme.

Koser plädierte dafür, in der alten Schule ohne Zeitverzögerung "Nägel mit Köpfen zu machen, denn dieses Gebäude eigne sich wirklich für eine Tagespflegeeinrichtung – was Architektin Wiener und Sozialstation-Geschäftsführer Puglisi bestätigten.

Marion Gröbner bezeichnete Herrmanns Vorstellungen als "Luftschlösser", an den Überlegungen der Raiffeisenbank sei "noch überhaupt nix konkret".

Schließlich beschloss der Gemeinderat mit 11:2 Stimmen das Architekturbüro Wiener und Partner mit der Planung einer Tagespflegeeinrichtung in der alten Schule zu beauftragen; dagegen waren die beiden FW-Leute Herrmann und Schuhmann. Mit 12:1 Stimmen beschloss das Gremium, dass die Caritas-Sozialstation St. Rochus das Projekt verwirklichen soll; dagegen stimmte FW-Mann Schuhmann.

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