Tempel-Ritter ziehen in die "Arche" ein

Karlstadt Die "Arche" steht kurz vor dem Verkauf. Das Gebäude neben der Stadtpfarrkirche St. Andreas inmitten der Straßenkreuzung Langgasse/Kübelmarkt/Kirchplatz findet Interesse beim Tempelherrenhospizverein.
Der Tempelherrenhospizverein gehört zur Observanz OMTH, "Neue Ritterschaft vom Heiligen Tempel zu Jerusalem" (siehe Stichwort). Der ökumenischen Gemeinschaft gehören auch die Karlstadter Manfred Goldkuhle und Rudi Gosdschan sowie die Pfarrer Klaus Beißwenger und Friedrich Mebert (Postulant) an. Der amtierende Karlstadter Bürgermeister Manfred Goldkuhle ist seit 1995 Ritter und seit 2003 Prior (= Erster) der Ritterschaft OMTH, der 21 Ordensbrüder und -frauen in ganz Deutschland angehören und die ihren Sitz in Karlstadt hat.

Akute Finanznot veranlassten die Kirchenstiftung St. Andreas, das Benefiziatenhaus, im Volksmund "Arche" genannt, ab Ende 2003 zum Verkauf anzubieten. Der Verkaufserlös würde zwar die Schatulle der Kirchengemeinde nicht wesentlich entlasten, denn er fließt in die Pfründestiftung, aber die Pfarrei spart monatliche Unterhaltsaufwendungen. Für pfarrliche Zwecke war das Gebäude nicht mehr zu nutzen. Laut einem Beschluss will die Kirchenstiftung das kleine Haus unmittelbar neben der Stadtpfarrkirche nur einem kirchlich orientierten Käufer oder Einrichtung verkaufen.

Schätzgutachten erstellt

Manfred Goldkuhle, Prior des Tempelordens, Vorsitzender des Tempelherrenhospizvereins (THHV) und in St. Andreas Pfarrgemeinderatsvorsitzender und Kantor, war unmittelbar in die ersten Entscheidungen eingebunden. "Der THHV hatte von Anfang an Interesse an einem Kauf." Die Kirchenstiftung St. Andreas habe mit der Bischöflichen Finanzkammer Würzburg als Stiftungsaufsicht für die Arche ein Schätzgutachten über das Landratsamt Main-Spessart erstellen lassen, und zusammen hätten alle beteiligten Gremien dem Verkauf an den THHV zugestimmt, berichtet Manfred Goldkuhle weiter.

Goldkuhle ließ eine Architektin und Ingenieurin die Immobilie zum baulichen Zustand begutachten. Goldkuhle: "Das Haus ist sanierungsbedürftig, vor allem, was die Dachwärmedämmung betrifft. Die Vereinsmitglieder könnten einige Renovierungen selbst übernehmen."

Die Architektin habe ihm versichert, dass die Immobilie an dieser Stelle zu diesem Kaufpreis für eine gemeinsame kirchliche Nutzung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadtpfarrkirche eine gute Investition sei und bei einem späteren Verkauf dieser Preis wieder zu erlösen sei. Über den Kaufpreis schweigt Manfred Goldkuhle. Mit dem Kauf der Arche entfiele für die Stadt Karlstadt die Baulastpflicht.

Manfred Goldkuhle: "Der OMTH ist eine Gruppe der Pfarrei St. Andreas wie auch die Kantorei oder der Frauenkreis." Der THHV wird die Arche als Geschäftsstelle nutzen mit Büro und Archivraum. Sie wird Sitz des Priorats des OMTH mit Büro, Archiv, Bibliothek, Kapitelsaal, Gemeinschafts- und Schlafräume. Die Arche, 1984 außen saniert, verfügt über elf Zimmer, neun sind mit einer Nasszelle ausgerüstet, und eine komplette Küche. Die Zimmer sollen Ordensangehörigen für Übernachtungen dienen. Darüber hinaus stellt sich Prior Manfred Goldkuhle vor, die Räume an Pilger und kirchliche Gruppen zu vermieten für Tagungen und Begegnungstage in Karlstadt und als Gästehaus für St. Andreas zu nutzen.

Vermögen aus Immobilienverkauf

Das Vermögen des THHV stammt aus dem Verkauf des Altenhospizes in Augsburg 1989, den Zinserträgen und den Mitgliedsbeiträgen, erzählt Goldkuhle. Mit dem Grundstock und Folge-Erträgen aus dem Altenheim-Verkauf in Augsburg unterstützen OMTH und THHV die Priesterausbildung von Stipendiaten aus Osteuropa an der Dormitio-Abtei in Jerusalem, den "Deutschen Verein vom Heiligen Land" mit der deutschen Schule für Christen und Palästinenser, das Jugendförderungswerk des Kolpingwerks Würzburgs zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen, verschiedene Seniorenheime sowie leisten finanzielle Hilfen nach Katastrophen.

Am 22. Oktober tagt der Konvent der Tempelritter im Pfarrzentrum St. Andreas. Ein Tagesordnungspunkt ist der Kauf der Arche.

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