Frammersbach

Teuerste Baustelle wird noch teurer

Im Oberen Kreuzbergweg befindet sich Frammersbachs derzeit kostenträchtigste Baustelle. Dort werden Leitungen für Wasser, Abwasser und Gas verlegt. Danach soll wegen unerwarteter Schäden die Straße erneuert werden. 
Im Oberen Kreuzbergweg befindet sich Frammersbachs derzeit kostenträchtigste Baustelle. Dort werden Leitungen für Wasser, Abwasser und Gas verlegt. Danach soll wegen unerwarteter Schäden die Straße erneuert werden.  Foto: Monika Büdel

Gerüste, Bauarbeiter und Bagger sind in der Marktgemeinde Frammersbach zurzeit an etlichen Orten zu sehen. Über den Stand hat vorige Woche Bürgermeister Christian Holzemer in der Haupt- und Finanzausschusssitzung informiert. Diese Redaktion hat nun mit ihm einige Baustellen besichtigt.

Die teuerste Baustelle in Frammersbach ist zurzeit der Obere Kreuzbergweg. 360 Meter Kanalleitung einschließlich 21 Kanalschächte, 400 Meter Wasserleitung mit 23 Abzweigen zu Hausanschlüssen und 500 Meter Drainageleitungen werden dort zurzeit verlegt. Außerdem werden laut Bürgermeister Christian Holzemer Vorbereitungen für 500 Meter Gasleitung getroffen.

Unerwartete Schäden

Von den Kosten her ist der Obere Kreuzbergweg mit 1,6 Millionen Euro derzeit die größte Baustelle der Marktgemeinde. Diese werden über Ausbaubeiträge und Gebühren finanziert. Beim Graben der Schächte seien Teile der Straße und Gehwege nachgerutscht, so dass die Schäden eine Erneuerung des Oberen Kreuzbergwegs über die Straßenwiederherstellung hinaus nötig machen, berichtete der Bürgermeister vor Ort. Wie der Weg gestaltet und – ohne Straßenausbaubeiträge – finanziert werden soll, werde der Gemeinderat demnächst entscheiden. Die Baustelle werde auf jeden Fall bis Herbst bestehen.

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Wasserversorgung steht die Erneuerung des Hochbehälters Beckberg. Wie Holzemer mitteilt, läuft das Projekt nach Zeitplan. Mit Verzögerungen und Mehrkosten sei jedoch noch zu rechnen. Bei den Arbeiten habe sich gezeigt, dass einige Teile nicht mehr den aktuellen Erfordernissen entspreche. Veranschlagte Kosten: 646 000 Euro.

Straße wieder frei

Abgeschlossen sind seit Ende Mai das Verlegen der Wasserleitung und das teilweise Erneuern des Kanals in der Dorfstraße in Habichsthal. Dadurch ist die Verkehrsverbindung nach Wiesthal einen Monat früher als geplant wieder frei. Auch dieses Projekt gehört – was die Wasserleitungen betrifft – zum Komplex Sanierung der Wasserversorgung. Der Straßenbelag sei nur provisorisch wiederhergestellt, da der Landkreis Main-Spessart aufgrund einer kurzfristigen Förderzusage die Dorfstraße ab Herbst ausbauen werde, erläutert Holzemer. Kosten: 330 000 Euro.

Saniert wurden auch die Kanalleitungen im Freibad. Laut Bürgermeister sind die veranschlagten Kosten um fünf Prozent unterschritten worden. Gleichzeitig müsse die Gemeinde jedoch weiteres Geld ausgeben, weil sich bei den Arbeiten herausgestellt hat, dass eine Reparatur im Bereich der Zufahrt zum Kiosk nötig ist. Kosten: 35 000 Euro

Gut liefen die Bauarbeiten beim Rad- und Fußweg zwischen der ehemaligen Mühle (gegenüber Gasthaus "Traube") und dem Park Hennedüwedaus, informiert Holzemer. Mitte Juni sollen sie abgeschlossen sein. Im Herbst folge noch das Pflanzen der Bäume, wofür schon die Mulden vorbereitet seien. Kosten: 370 000 Euro, Förderung: 211 000 Euro aus dem Programm Stadtumbau West.

Sanierung dank Förderung

Eine gedankliche Reise zurück in die Zeit vor 1940: "Dann wäre das mein Amtssitz", sagt Bürgermeister Christian Holzemer, als er im Gebäude Kirchberg 27 steht. Dort ist zurzeit der Arbeitsplatz von Handwerkern. 1717 als Kurmainzisches Dienstgebäude errichtet, wird das Baudenkmal derzeit als Wohnhaus saniert. Als solches war es zuletzt auch genutzt worden. 60 Prozent der Sanierungskosten werden vom Stadtumbau West getragen. Weitere 30 Prozent kommen aus laut Holzemer aus einem Sonderförderprogramm zur Schaffung von Wohnraum für anerkannte Geflüchtete.

Für die nächsten Jahre bedeutet das eine Zweckbindung und nach Schätzung des Bürgermeisters eine Nettoförderung von 80 Prozent, da Mieteinnahmen berücksichtigt werden.

Je nach Familiengröße lasse sich das Haus so aufteilen, dass es von ein bis zwei Parteien bewohnt werden kann. Ohne die Förderung wäre es für die Gemeinde finanziell nicht möglich gewesen, das Baudenkmal, dessen Fundamente vermutlich weit älter sind als das ehemalige Amtsgebäude, zu sanieren. Kosten nach noch unvollständigem Leistungsverzeichnis: circa 715 000 Euro. Holzemer bestätigt die Erfahrung vieler Menschen, die ein Denkmal erneuern: Es gibt immer wieder Überraschungen, deshalb sei nicht abzusehen, ob die veranschlagten Kosten eingehalten werden können.

Weitgehend fertig mit Breitband verkabelt sind nach Auskunft des Bürgermeisters Herrenweg, Hammerfurtweg, Seeweg und Orber Straße. Als nächstes folgen Wellerstal und Waldschlossstraße. Bislang ist die Orber Straße noch nicht halbseitig gesperrt, wie vom Landratsamt angekündigt.

E-Bike-Ladesäulen in Betrieb

In Betrieb sind nach Mitteilung der Gemeindeverwaltung die E-Bike-Ladesäulen im Park Hennedüwedaus an der Wanderstation (ohne Kabelverleih), am Einbahnring (Kabel im Marktcafé) und in Habichsthal am Gasthaus "Frische Quelle", wo auch das Kabel ausgeliehen werden kann.

Die Arbeiten für das Urnenfeld in Habichsthal sind ab Ende Juni vorgesehen. Kosten: 25 000 Euro. Wie Holzemer informiert, sind vom neuen Urnenfeld am Endfriedhof in Frammersbach nach einem halben Jahr seit der Fertigstellung sechs Gräber veräußert.

Das ehemalige Amtsgebäude und Baudenkmal (links) wird zurzeit saniert.
Das ehemalige Amtsgebäude und Baudenkmal (links) wird zurzeit saniert. Foto: Monika Büdel

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