Lohr

Tierschutzverein feiert 70-jähriges Bestehen

Wally Bangert: Nach ihr ist das Tierheim in Lohr-Sackenbach benannt.
Foto: Peter Bangert | Wally Bangert: Nach ihr ist das Tierheim in Lohr-Sackenbach benannt.

Wally Bangert kümmerte sich über 40 Jahre um den Tierschutz in Lohr. Das Tierheim in Lohr-Sackenbach, das einzige Tierheim im Landkreis Main-Spessart, trägt nicht nur ihren Namen, es wird auch gemäß ihrem Leitsatz geführt: Achtung vor jeder Kreatur und vor der Natur. Am 7. Juli feiert der Trägerverein sein 70-jähriges Bestehen, heißt es in ein er Pressemitteilung.  

Festbeginn ist um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer Tiersegnung, gefolgt von Grußworten von Vertretern aus Politik sowie des deutschen Tierschutzbundes. Nach dem Mittagessen starten ab 14 Uhr das Jets Duo und Irronymus Bock mit Livemusik, es gibt einen Flohmarkt und Duftflohmarkt und auf die Kinder wartet ein buntes Programm mit Kinder schminken. Die Einnahmen kommen dem Verein zugute. 

Die Anfänge in der Nachkriegszeit

Der Tierschutzverein Lohr wurde 1949 von einer kleinen Gruppe engagierter und verantwortungsvoller Bürger in Lohr gegründet. Das schwierigste Problem war damals die Pflege und Unterbringung von herrenlosen Hunden und Katzen, denn der Tierschutzgedanke war in der Nachkriegszeit, als Menschen noch am Existenzminimum lebten, kein Thema. Im Mai 1965 wurden in der Heegstraße in Lohr zunächst sieben Boxen eingerichtet, die aus eigenen Mitteln und Spenden finanziert wurden. Ein Restbetrag wurde von der Stadt Lohr übernommen, so dass der Tierschutzverein schuldenfrei blieb.

1999 wurde der Bau eines neuen Tierheims beschlossen, der geplante Zusammenschluss mit den Städten Marktheidenfeld und Karlstadt kam jedoch nicht zustande. Unterstützt durch die Stadt Lohr wurde auf einem Grundstück mit Erbbaurecht das neue Tierheim errichtet und im Mai 2003 bei der festlichen Einweihung nach Wally Bangert benannt.

Fusion zum MSP-Tierschutzverein

Nach der Fusionierung des Lohrer Tierschutzvereins mit den Tierschutzvereinen Marktheidenfeld und Karlstadt-Gemünden folgte 2012 die Umbenennung in „Tierschutzverein Main-Spessart“. Die sich mit der Fusion ergebenden Platzprobleme konnten dank tatkräftiger Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helfer und durch großzügige Spenden gestemmt werden. Neben der im Altkreis Lohr bereits eingeführten Pro-Kopf-Abgabe konnte das Tierheim auch auf die Unterstützung der neu hinzugekommenen Gemeinden zählen. Heute sind rund 90 Prozent der Main-Spessart-Gemeinden angeschlossen.

Eine historisch Aufnahme von den Tierboxen in der Heegstraße in Lohr, die im Mai 1965 errichtet wurden.
Foto: Peter Bangert | Eine historisch Aufnahme von den Tierboxen in der Heegstraße in Lohr, die im Mai 1965 errichtet wurden.

Nach einem kompletten Vorstandswechsel lief 2015 ein großes mehrjähriges Sanierungsprogramm an - mit einem Investitionsvolumen von rund 250 000 Euro. Dank großzügiger Einzel- und Firmen-Spenden konnten im Innenbereich ein Industriefußboden verlegt, die Elektro- und Heizungsinstallation überholt, eine Personalküche eingebaut und die Büros neu gestaltet werden. Daneben wurden neue Quarantäneboxen für 30 000 Euro angeschafft. In den renovierten Räumen werden jährlich etwa 50 bis 60 Hunde, 200 bis 230 Katzen und 50 bis 60 Kleintiere beherbergt.

Das Wally-Bangert Tierheim in Sackenbach.
Foto: Eva Loschert | Das Wally-Bangert Tierheim in Sackenbach.

„Tierliebe und Tierschutz seit 1949“ ist der Slogan im neuen Vereinslogo zum 70. Jubiläum. Neben der Hauptaufgabe des Tierheims, die Fürsorge und Vermittlung der vierbeinigen Schützlinge, wird durch Projektarbeit auch die Unterbringung nicht vermittelbarer Tiere sichergestellt – ihnen wird ein artgerechtes und gesichertes Zuhause auf Lebenszeit geschenkt.

Projekt „Katzendorf“

Hierzu startet im Jubiläumsjahr das Projekt „Katzendorf“ – ein Herzensprojekt, das in den kommenden zwölf Monaten umgesetzt werden soll. Die sehr scheuen Katzen, Langzeitbewohner im Tierheim, sollen in einem ausbruchssicheren Gehege einen Rückzugsort finden. Im Außenbereich ist die Errichtung eines Katzenhauses geplant. Um das Projekt umzusetzen, wird eine Investitionssumme von rund 35 000 Euro benötigt. Neben dem Spendenkonto des Vereins startet zur Projektfinanzierung in den nächsten Wochen eine Crowd-Funding-Kampagne auf der Onlineplattform der VR-Bank.

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