Marktheidenfeld

Über 20 000 Aale in den Main gesetzt

Vom Lkw aus werden die Farmaale in eine Kiste gepumpt (rechts im Bild Siggi Ludwig von der Fischerzunft) und anschließend in die Behältnisse auf dem bereitstehenden Schelch verfrachtet, von wo aus sie im Main eingesetzt werden.
Vom Lkw aus werden die Farmaale in eine Kiste gepumpt (rechts im Bild Siggi Ludwig von der Fischerzunft) und anschließend in die Behältnisse auf dem bereitstehenden Schelch verfrachtet, von wo aus sie im Main eingesetzt werden. Foto: Wolfgang Dehm

180 Kilogramm Farmaale – das entspricht rund 22 000 Tieren – setzte die Fischerzunft Marktheidenfeld am Mittwochvormittag in ihrem Zuständigkeitsbereich im Main aus.

Zweiter Obermeister Michael Väth und Kassenprüfer Siggi Ludwig nahmen die vom Fischzuchtbetrieb Rhönforelle per Lkw angelieferten Jungaale in Empfang und verfrachteten sie in verschiedene Behälter auf einem Schelch. Dann ging es hinaus auf  den Fluss, wo die Farmaale an verschiedenen Stellen ausgesetzt wurden.

Hintergrund ist, dass viele Fischbestände im Main ohne menschliches Zutun heute nicht mehr überleben könnten. Dies hängt zum einen mit den vorhandenen Flusskraftwerken zusammen, in deren Turbinen manches Fischleben endet, zum anderen mit natürlichen Feinden wie dem Kormoran oder auch Raubfischen.

Vom Schelch aus setzt Michael Väth einige Farmaale in den Main ein. 
Vom Schelch aus setzt Michael Väth einige Farmaale in den Main ein.  Foto: Wolfgang Dehm

Die Fischerzunft Marktheidenfeld setzt jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst junge Fische in den Main ein: Aale, Karpfen, Schleien, Hechte, Zander und andere mehr. Finanziert wird der Besatz über Fördermittel der EU, des Bayernwerks als Betreiber der Wasserkraftwerke am Main und der örtlichen Fischerzunft, deren Fischwasser sich über den Daumen von Marktheidenfeld bis Bettingen erstreckt. Organisiert wird der Besatz über den Fischereiverband Unterfranken.

20 000 Euro in Fischbesatz investiert

Im vergangenen Jahr hat die Fischerzunft Marktheidenfeld rund 20 000 Euro in den Fischbesatz investiert. Refinanziert wird dies zum Teil auch durch die Ausgabe von Angelkarten.

Ein junger Aal aus der Nähe betrachtet.
Ein junger Aal aus der Nähe betrachtet. Foto: Wolfgang Dehm

Der Aal ist ein schlangenförmiger Fisch, dessen Laichgründe in der Saragossasee in der Nähe der Bahamas liegen. Nach dem Schlüpfen durchläuft er verschiedene Entwicklungsstufen und legt innerhalb von drei Jahren rund 5000 Kilometer zurück, ehe er in hiesigen Gewässern zu finden ist.

Da Aale nicht gezüchtet werden können, werden sie als Glasaale vor den Küsten Europas gefangen, dann in Fischzuchtfarmen aufgezogen und anschließend verkauft. In freien Gewässern ernähren sich Aale von Muscheln und kleinen Wassertieren.

Um zu verhindern, dass Aale, die im Spätherbst zu ihren Laichgründen in der Saragossasee zurückkehren, in hiesigen Kraftwerksturbinen enden, werden sie vielfach abgefischt und mit dem Lkw zur Rheinmündung an die Nordsee verfrachtet. Von dort aus können sie den Weg in die Laichgründe dann ungehindert fortsetzen.

(mit Material von Christian Weyer und Joachim Schwamberger)

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