Marktheidenfeld

Unterwegs auf der grünen Welle: Mit diesen 3 Projekten wurde die Mittelschule Marktheidenfeld zur "Umweltschule"

Mehr grün, weniger Müll: Letztes Jahr startete die Mittelschule Marktheidenfeld ihr Projekt "Surf the green wave". Ihr Ziel: Umweltschule werden und möglichst viele Schüler für den Umweltschutz zu sensibilisieren.
Die Mittelschule Marktheidenfeld ist Umweltschule. Darüber freuen sich (von links): Schulleiterin Annette Hettiger, Schülersprecher Andreas Hannibal, Tanja Simon, Celine Banceo, Sylvia Bauer-Rothfuß, Pia Meyer, David Esterl und Annalena Stahl.
Foto: Lucia Lenzen | Die Mittelschule Marktheidenfeld ist Umweltschule. Darüber freuen sich (von links): Schulleiterin Annette Hettiger, Schülersprecher Andreas Hannibal, Tanja Simon, Celine Banceo, Sylvia Bauer-Rothfuß, Pia Meyer, David ...

Der Müsliriegel, die Pausenbrot-Verpackung, die Wasserflasche: Auch im Schulalltag – oder besser gesagt in den Pausen – entsteht ständig Müll, meist aus Plastik. Dass auch dieser womöglich mal in einem der großen Müllstrudel, die auf den Weltmeeren schwimmen, landet: für die elfjährige Celine Banceo ein Graus. Es sind genau diese Bilder, von Tieren im Meer, die an Plastikschnüren um ihren Hals ersticken oder durch Plastikklumpen in ihren Mägen verenden, die die Schülerin der Mittelschule Marktheidenfeld antreiben, mehr für den Schutz der Umwelt zu tun.  

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Damit ist sie an der Mittelschule nicht allein. Zusammen mit drei Mitschülerinnen und dem Schülersprecher sowie einigen Lehrern steht sie an diesem Mittwoch in der Aula der Schule und zeigt, was die Schulfamilie in Sachen Umweltschutz, Müllvermeidung und Abfallrecycling in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat. Dafür werden die Schülerinnen und Schüler nun belohnt: Im Dezember bekommt die Schule die Auszeichnung zur Umweltschule. 

Fridays-for-Future-Bewegung gab den Anstoß für Umwelt-AG

"Losgelegt mit den Vorbereitungen haben wir im September 2021", erzählt Tanja Simon. Die Religionspädagogin hat zusammen mit Sylvia Bauer-Rothfuß und David Esterl die Projektverantwortung in Sachen "Bewerbung zur Umweltschule".  Esterl ist auch Klassenlehrer der 6g, die sich intensiv um die Umsetzung der verschiedenen Aktionen und Maßnahmen gekümmert hat. "Vor Corona gab es schon eine Umwelt-AG an der Schule", so Esterl. Diese hätten die Schüler selbst, angeregt durch die Fridays-for-Future-Bewegung, angestoßen. 

Für das Projekt "Umweltschule werden" habe man zwei Schwerpunkte gesetzt: Zum einen, den Plastikmüll an der Schule einzudämmen und wo es geht zu vermeiden, zum anderen das Thema Schulbegrünung zu forcieren. Was konkret gemacht wurde, erläutern die Schüler an drei Beispielen:

Her mit euren Plastikflaschen: Pia Meyer (links) und Annalena Stahl zeigen den Sammelbehälter Pfand-Boy in der Aula der Mittelschule Marktheidenfeld. 
Foto: Lucia Lenzen | Her mit euren Plastikflaschen: Pia Meyer (links) und Annalena Stahl zeigen den Sammelbehälter Pfand-Boy in der Aula der Mittelschule Marktheidenfeld. 

1. Der Pfand-Boy:

Der große Karton mit dem runden Einwurf steht zentral in der Aula der Mittelschule. In ihn konnten alle Schülerinnen und Schüler ihre leeren Plastikflaschen werfen. Vorher landeten diese meist im Restmüll oder wurden irgendwo abgestellt und vergessen. Der Pfand-Boy gehörte gleichzeitig zum Wettbewerb "Stoppt die Plastikflut - Grüne Wellen sammeln". Die Schüler wurden aufgefordert, immer wenn sie etwas gegen die Plastikflut tun, also zum Beispiel ihre Flasche in den Pfand-Boy stecken, Müll sammeln oder Plastik beim Einkauf vermeiden, ein Foto zu machen und per Chat an Lehrerin Simon zu schicken. Pro Foto gab es eine "grüne Welle", die in einer Liste gesammelt wurde. Wer die meisten Wellen hatte, bekam ein Geschenk, wie eine Edelstahltrinkflasche, festes Shampoo oder ein Schwimmbadbesuch.   

Gießen für ein grünes Atrium: Celine Banceo zeigt, was im Innenhof der Schule alles wächst und von den Schülern gepflegt wird.
Foto: Lucia Lenzen | Gießen für ein grünes Atrium: Celine Banceo zeigt, was im Innenhof der Schule alles wächst und von den Schülern gepflegt wird.

2. Pflanzen und Pflegen

Aktion grüne Oasen: Die galt es im Atrium und auch auf dem Außengelände der Mittelschule zu schaffen. Mittlerweile wachsen im geschützten Lichthof Oleander, Palmen, Hibiskus, Pfefferminze und eine Kletterpflanze. Im Außenbereich wurden Pflanztröge mit Himbeeren und Blumenzwiebeln bestückt und ein Spitzahorn gepflanzt. Damit auch alles gut anwächst und den Sommer überlebt, wurden Gießpatenschaften ausgerufen. Auch Annalena Stahl, Celine Banceo und Pia Meyer haben viele Gießkannen voll mit Wasser ins Atrium geschleppt. Ebenfalls wiederbelebt wurde der Schulgarten. Hier stecken schon die Erdbeerpflanzen in den Beeten, bereit für das nächste Jahr. Auch Schülersprecher Andreas Hannibal, 14 Jahre alt, war bereits beim Start der Umwelt-AG dabei. Er sieht die Aktionen an der Schule als Investition in die eigene Zukunft. "Wir bleiben schließlich noch einige Zeit auf dieser Erde", sagt er. 

Viel Platz für Erdbeeren, Tomaten und bunte Blumen: Andreas Hannibal zeigt den Schulgarten, der bereits jetzt und zukünftig beackert wird.
Foto: Lucia Lenzen | Viel Platz für Erdbeeren, Tomaten und bunte Blumen: Andreas Hannibal zeigt den Schulgarten, der bereits jetzt und zukünftig beackert wird.

3. Aula-Konferenzen "Surf the green wave"

Die großen Inforunden für alle Schülerinnen und Schüler der Mittelschule in der Aula waren nicht nur zum Start des Projekts ein wichtiges Instrument, sondern auch immer wieder zwischendurch, um alle auf dem aktuellen Stand zu halten. Und um sie zum Mitmachen zu animieren: zum Beispiel beim Spendenlauf oder bei der Einführung der neuen Mülltrennung im Pausenhof mit gelber Tonne, Papier, Ökomüll und Restmüll. Eine Aula-Konferenz gibt es auch, wenn am 7. Dezember die Online-Preisverleihung zur "Umweltschule in Europa" mit Kultusminister Michael Piazolo stattfindet. Am 16. Dezember folgt dann der Festakt "Wir sind Umweltschule", zu dem Staatssekretärin Anna Stolz erwartet wird. 

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Und auch nach der Preisverleihung geht es auf der "grünen Welle" weiter. Weniger Müll beim Pausenbrot heißt das neue Projekt, das dann im Vordergrund steht. "Wir haben die Schüler angesteckt", beschreibt Tanja Simon, wie sich das Umweltbewusstsein aus ihrer Wahrnehmung an der Schule verändert hat. Über die eigene Betroffenheit, aber auch über den Spaß, den die Aktionen machen. Was ihr besonders gut gefällt: Der eine zeichnet ein Plakat, der andere hackt und sät im Schulgarten - alle Talente der Schülerinnen und Schüler kommen hier irgendwo gut unter. 

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