Wertheim

Vermüllte Wertheimer Jugendhaus: Gericht verurteilt Vorbestraften

Ein Richterhammer. 
Foto: rclassenlayouts | Ein Richterhammer. 

Auch wenn eine Tür sich von außen durch Dagegen-Stoßen öffnen lässt, darf man nicht ohne Erlaubnis in das Gebäude. So geschehen im März 2020 an der Hofseitentür des Wertheimer Jugendhauses in der Luisenstraße. Wegen Hausfriedenbruchs verurteilte jetzt das Amtsgericht einen 24-jährigen Arbeiter aus der Main-Tauber-Stadt zur Zahlung von 20 Mal 35 Euro. Angesichts der besonderen Umstände des Falls liegt die Strafe nur im Bereich "wie bei einem Ersttäter". Dabei ist der Mann mehrfach vorbestraft und stand unter Bewährung, schreibt das Gericht in einer Pressemitteilung.

Die Geschichte des Täters

Bereits im Jahr 2015 fiel der Täter wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis auf. In 2016 verhängte das Jugendschöffengericht in Tauberbischofsheim unter Anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls eine Jugendstrafe von einem Jahr zur Bewährung. Wegen Erpressung folgte durch das Landgerichts Mosbach eine Jugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten, wobei die TBB-Strafe einbezogen ist. Nach Absitzen der Hälfte wurde der Strafrest zur Bewährung ausgesetzt, bis August 2021.

Trotz offener Bewährung beging der Angeklagte im Raum Wertheim einen Fahrraddiebstahl, und das hiesige Amtsgericht verhängte im Februar 2020 eine Geldstrafe. Nur einen Monat später der Jugendhausfall.

Wie lief der Einbruch ab? 

Die Kameraaufzeichnungen vom Gebäudeinneren zeigen, dass der Angeklagte, ein weitere männliche Person und eine Jugendliche gegen 23 Uhr als erste das Gebäude betreten. Wie die Tür geöffnet wurde, ist nicht zu sehen. Sie dient auch als Fluchttür, wird deshalb nicht abgeschlossen sondern fällt nur ins Schloss. Wenig später begaben sich weitere Personen ins Treppenhaus. Es wurde versucht, in einen Raum einzudringen, was misslang. Die Leute hinterließen Flaschen, Becher und einen verklebten Boden. Der Jugendhausleiter zeigte nur die drei an, die beim Türöffnen dabei waren.

Die Jugendliche hat die von der Staatsanwaltschaft oder der Jugendrichterin verhängte Arbeitsauflage erfüllt. Wie die dritte Person sanktioniert wurde, blieb ungenannt. Möglicherweise wohnt sie in der Nähe von Gemünden. Im jetzigen Fall war der Angeklagte geständig und entschuldigte sich, unter anderem mit der damaligen Alkoholisierung. Zu seinen Gunsten fiel ins Gewicht, dass er beim Aufräumen des Treppenhauses half. Das Gericht wies Alkohol als Entschuldigung zurück, vielmehr stelle er das Problem dar. Das Jugendhaus treffe keine Schuld, selbst wenn das Schloss reparaturbedürftig war.

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