Gemünden

Vernissage: 70 Jahre Kirchweih- und Heimatfest Gemünden

Lotte Bayer, Vorsitzende des Historischen Vereins, erinnert sich noch an ihre Kindheit mit Veranstaltungen, die nach dem Krieg ein echter Publikumsmagnet waren.
Lotte Bayer, Vorsitzende des Historischen Vereins, erinnert sich noch an ihre Kindheit mit Veranstaltungen, die nach dem Krieg ein echter Publikumsmagnet waren. Foto: Rosemarie Knechtel

Von einem kleinen Ersatz sprach Bürgermeister Jürgen Lippert bei der Vernissage am Freitagabend, nachdem das diesjährige Kirchweih- und Heimatfest und der Jubiläumsumzug in Gemünden leider abgesagt werden mussten. Lippert lobt die Ausstellung auch als Zeugnis des allgemeinen Zeitgeschehens: "Besonderer Dank geht an Lotte Bayer und Bruno Schneider, sowie an Joe Gutbrod, der treu über Jahrzehnte hinweg Ereignisse und Bilder der Stadt zusammengetragen hat."

Von einem Geburtstagsgeschenk des Historischen Vereins zum 70. Kirchweih- und Heimatfest an die Stadt Gemünden erzählte der Bürgermeister anschließend, und von eigenen Erinnerungen, als er in seiner Jugend mit der Seifriedsburger Musikkapelle am Festzug teilgenommen hat. "Das erste Heimatfest war ein Hoffnungsträger für die Zukunft und die Bekundung der Liebe zur Heimatstadt. Der damalige Bürgermeister Dr. Büchner lobte den Wiederaufbau – sozusagen als Dank und Belohnung wurde ausgiebig gefeiert."

Abschließend lud Lippert ein, die Ausstellung bis 30. Juli zu den Öffnungszeiten der Bibliothek zu besichtigen und verwies auf das Schutz- und Hygienekonzept hin, wonach maximal zehn Personen gleichzeitig anwesend sein dürfen. Lotte Bayer öffnete das Zeitfenster der Erinnerungen und schaute zurück auf 1951, als der Schutt schon weggeräumt war, aber die Häuserzeilen noch im Entstehen waren.

Gottesdienst mit Alt- und Neubürgern

"In der Stadtpfarrkirche feierte man den Festgottesdienst mit den Alt- und Neubürgern, den Flüchtlingen und Heimatvertriebenen. Die Attraktion im Festprogramm waren Fußballspiele mit den Nachbargemeinden und Tanz im Huttenschloss." Die Historikerin wusste von einem Geschwisterpaar, das alles verloren hatte und nur noch ein Gartenhäuschen besaß mit einem Bett darin. Aus Angst, dass der letzte Besitz gestohlen würde, wollte die Schwester schweren Herzens auf das Tanzvergnügen verzichten, der Bruder jedoch entgegnete "es is scho so viel de Mä na, soll des Letzte a no na, mir gehn zum Danze!"

Von der Kaiserkirchweih der Heimatvertriebenen, die oben auf der Scherenburg gefeiert wurde, berichtete Bruno Schneider und dass diese mit dem Heimatfest zusammengelegt wurde. Lotte Bayer führte weiter aus, dass Büchner damals alle Gemündener eingeladen hat, zum Fest nach Hause zu kommen, egal ob sie inzwischen in Würzburg, Frankfurt oder München wohnten. 1952 ließ Büchner einen Rückblick im Amtsblatt veröffentlichen mit alten Bildern zu denen Plätze und Häuser beschrieben waren. "Das Treffen der Alt-Gemündener", so Bayer, "sei von großer Herzlichkeit geprägt gewesen, als er diejenigen begrüßte, die extra zum Fest in ihre Heimat gekommen waren, sogar bis von Amerika."

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