Laudenbach

Von Schabbeskindern und einer Kaffeedose aus Amerika

Ausstellung in der ehemaligen Synagoge: Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Förderkreis Ehemalige Synagoge Laudenbach wieder mit einer Ausstellung in der ehemaligen Synagoge (im Bild) am „Europäischen Tag der jüdischen Kultur“ am Sonntag, 6. September, zum Thema „Zusammenleben von Christen und Juden in Laudenbach anhand von Zeitzeugenberichten“.
Foto: Georg Schirmer | Ausstellung in der ehemaligen Synagoge: Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Förderkreis Ehemalige Synagoge Laudenbach wieder mit einer Ausstellung in der ehemaligen Synagoge (im Bild) am „Europäischen Tag ...

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Förderkreis Ehemalige Synagoge Laudenbach wieder mit einer Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Laudenbach am „Europäischen Tag der jüdischen Kultur“ am Sonntag, 6. September. An diesem Tag werden in 30 europäischen Ländern Veranstaltungen zum Thema Judentum organisiert. Das diesjährige Leitthema heißt „Bridges – Brücken – Zusammenleben von Christen und Juden in Laudenbach anhand von Zeitzeugenberichten“.

Georg Schirmer und Wolfgang Tröster haben das Motto zum Anlass genommen, um eine Ausstellung mit dem Thema „Zusammenleben von Christen und Juden in Laudenbach anhand von Zeitzeugenberichten“ zu präsentieren.

Seit zwei Jahren interviewen sie, unterstützt durch Schülerinnen und Schüler des Johann-Schöner-Gymnasiums Karlstadt, ältere Menschen aus Laudenbach und befragen sie über ihre Kinderzeit, vor allem über ihre Erinnerungen an den Alltag von christlichen und jüdischen Nachbarn. Sie interessierte zum Beispiel, wie die gemeinsamen Vormittage in der Schule waren, ob es Freundschaften gab, ob man zusammen gefeiert hat, was sich in den Jahren nach der Machtergreifung im Denken und Handeln verändert hat.

Den Schwerpunkt bildet eher die gelungene Seite des Zusammenlebens und der Integration. Tröster und Schirmer wollen zeigen, dass es in der Zeit nach der nationalsozialistischen Machtergreifung neben Feindschaft oder Teilnahmslosigkeit auch Mitmenschlichkeit, Solidarität und Freundschaft zwischen Christen und Juden gab. Viele kleine, scheinbar alltägliche Dinge vermitteln einen besonderen und seltenen Einblick in das Zusammenleben auf dem Dorf.

So arbeiteten zum Beispiel in der Mazzenbäckerei hauptsächlich christliche Frauen und Männer nach den jüdischen Reinheitsvorschriften. Junge christliche Männer verdienten sich am Sabbath (Schabbes), an dem die Juden nicht arbeiten durften, einige Pfennige für kleine Handreichungen. Jüdische Männer sangen im Gesangverein, spielten Fußball und waren auch im Gemeinderat vertreten.

Die Ausstellung verdeutlicht zudem einige bewegende menschliche Situationen und Beziehungen, heißt es in der Ankündigung. Sie zeigt: Es gab Menschen, denen das weitere Schicksal ihrer jüdischen Nachbarn nach deren gewaltsamem Abtransport nicht gleichgültig war. Und umgekehrt bezeugt sie die Fürsorge ehemaliger jüdischer Mitbürger nach dem Krieg mit früher befreundeten christlichen Laudenbachern, worauf eine noch erhaltene Kaffeedose hinweist.

Die Ausstellung ist zu sehen am Sonntag, 6. September, von 10 bis 18 Uhr in der ehemaligen Synagoge. Parallel zur Ausstellung werden an diesem Tag um 10, 12, 14 und 16 Uhr Führungen in Synagoge und Mikwe zur Geschichte der Laudenbacher jüdischen Gemeinde angeboten.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Laudenbach
Redaktion Süd
Ausstellungen und Publikumsschauen
Christen
Juden
Synagogen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)