Karbach

Vor 72 und 50 Jahren: Als Karbach überflutet wurde

Auch der Marktplatz, hier vor dem 1627 erbauten Pfarrhaus, sowie der Bereich Obere und Untere Klimbach blieben 1971 nicht verschont.
Foto: Repro: Josef Laudenbacher | Auch der Marktplatz, hier vor dem 1627 erbauten Pfarrhaus, sowie der Bereich Obere und Untere Klimbach blieben 1971 nicht verschont.

Wegen häufiger Regenfälle und auch Schneeschmelze schwellen in weiten Bereichen Flüsse an und es kann zu Überschwemmungen kommen. Nach reichlich gefallenem Schnee und der dann folgenden Schneeschmelze wurde der Markt Karbach mit Hochwasser im Februar/März 1949 geradezu überflutet. Der Karbach floss damals noch im südwestlichen Teil der Gemarkung zum Teil durchs Dorf, an der einstigen Raiffeisenbank vorbei, besonders in der Marktheidenfelder Straße, vormals Kühgasse genannt, weil durch diese Straße die Kühe auf die Weiden im Süden getrieben wurden. Besonders betroffen war der südliche Teil des Marktes, entlang des Karbachs, der dem Markt einst mit Carabach seinen Namen gegeben hat, aber auch der Marktplatz sowie der Bereich Obere und Untere Klimbach blieben nicht verschont. 

Zahlreiche Häuser und Keller standen unter Wasser

Und auch 1971 gab es ein Hochwasser in Karbach: An einem Sonntag im September vor 50 Jahren besuchte der Autor dieses Textes den damaligen Bürgermeister Ruprecht Hart im Rathaus und konnte Fotos vom weiten Marktplatz aufnehmen. Um 15.20 Uhr suchte den Markt Karbach ein schweres Gewitter heim. In Marktheidenfeld standen bereits zahlreiche Häuser und Keller unter Wasser. In wenigen Minuten waren auch der Marktplatz in Karbach sowie große Teile der Oberen und Unteren Klimbach etwa einen halben Meter hoch überschwemmt.

Der Obere Klimbach, der sich am Marktplatz mit dem vom Osten kommenden Dorfbrunnen vereint und dann als Unterer Klimbach den Ort südlich bis zur Schüpperts- oder Breitmühle durchquert, floss damals noch, bis auf einige Überfahrten, offen durch den Ort und mündete an der Schüppertsmühle in den Karbach, der wiederum, nachdem er 16 Mühlen und eine Sägewerk angetrieben hatte, südlich von Zimmern in den Main mündet. An der Ecke Marktplatz-Untere Klimbach wurde damals noch große Wäsche gewaschen. Der Ort war ein Kommunikationsplatz für die Dorfbewohner. Der Marktplatz war noch nicht befestigt. Nur gepflasterte Streifen führten hin zur Kirchentreppe. Die alte Viehwaage erfüllte noch ihren Dienst und wurde viel genutzt. Die sogenannte Hitlerlinde war damals schon umgelegt. Das alte Pfarrhaus, von Georgius Ehalt, Abt von Kloster Neustadt, einem Karbacher Einwohner 1627 erbaut, steht auch heute noch.

Mit Zusatztank eines Bombers auf dem Hochwasser unterwegs

Das Foto im Bereich Marktheidenfelder Straße zeigt im Bereich des ehemaligen Lagerhauses/Raiffeisenbank einen dunklen Fleck. Hier ist ein wagemutiger Karbacher mit einem durchgesägten, von der US-Armee bei den Angriffen auf Würzburg und Schweinfurt abgeworfenem Zusatztank eines Bombers auf dem Hochwasser unterwegs, durch die starke Strömung gekentert, und musste mit einem kühlen Bad im eiskalten Schmelzwasser vorlieb nehmen. 

Extremes Hochwasser hatte sich bei der Schneeschmelze in der Marktheidenfelder Straße 1949 ausgebreitet.
Foto: Repro: Josef Laudenbacher | Extremes Hochwasser hatte sich bei der Schneeschmelze in der Marktheidenfelder Straße 1949 ausgebreitet.
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