Karbach

Vorerst kein Mountainbike-Trail in Karbach

In der Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Bertram Werrlein den Antrag des Radfahrvereins Concordia Karbach vorgelegt. Der kam gut an. Warum es nun doch erstmal nichts wird.
Beliebter Freizeitsport: Mountainbiken. Doch für die Ausweisung von Strecken gibt es einiges zu beachten. Nicht jede Hürde wird da genommen.
Foto: Bernd Ullrich | Beliebter Freizeitsport: Mountainbiken. Doch für die Ausweisung von Strecken gibt es einiges zu beachten. Nicht jede Hürde wird da genommen.

Der geplante Mountainbike-Trail im Karbacher Waldstück "Am Knock" wird nicht realisiert. Dies bestätigten Bürgermeister Bertram Werrlein und Bernd Hart, der sich als Mountainbike-Trainer des örtlichen Radfahrvereins Concordia Karbach zusammen mit Matthias Huckle für das Projekt engagiert hatte, auf Nachfrage. "Ja, es ist richtig, wir haben den Förder-Antrag zurückgezogen", so Bernd Hart.

Ein Blick zurück: In der Gemeinderatssitzung vom 18. März hatte Bürgermeister Bertram Werrlein kurzfristig den Antrag des Radfahrvereins Concordia Karbach auf die Tagesordnung genommen. Damals waren Bernd Hart und Revierförster Matthias Huckle als Protagonisten des Projekts anwesend. Der Radfahrverein plante, im Waldstück "Am Knock" eine Mountainbike-Strecke zu errichten und für diese eine Förderung im Rahmen des ILE-Regionalbudgets zu beantragen.

Gemeinderat war geschlossen für Projekt

Die Kommune, in deren Besitz sich das Waldstück befindet, ließ sich von dem Vorhaben auf Anhieb überzeugen. Einstimmig beschloss das Gremium damals, die Fläche zur Verfügung zu stellen und zehn Prozent der Kosten zu tragen. Bei positivem Bescheid durch die ILE-Kommission wären zudem 80 Prozent der Kosten aus dem Topf des Regionalbudgets getragen worden. "Die Idee war gut und der Antrag wäre aussichtsreich gewesen", meint Markus Kapfer, der Umsetzungsmanager der Kommunalen Allianz. Er gibt zu, dass er das Projekt gerne unterstützt hätte. Denn zum einen gewinne das Mountainbike-Fahren an Popularität, zum anderen liege der Wald derzeit im Trend.

Und woran scheiterte es nun? "Ausschlaggebend war die Ortsbegehung am Mittwoch letzter Woche, bei der die Jagdpächter ihre Bedenken und Gegenargumente vorgebracht haben", berichtet Hart und räumt ein, dass die Argumente der Jagdpächter durchaus nachvollziehbar seien. Sie hätten zum einen Sicherheitsbedenken geäußert, aber auch die Angst vor Tourismus angeführt.

Jagdpächter hatten mehrere Argumente dagegen

Zudem könnten sie 20 Prozent ihres Reviers nicht mehr für die Jagd nutzen, müssten aber weiterhin die Pacht zahlen. "Wir konnten die Argumente leider nicht entkräften", bedauert Hart, dass trotz intensiver Bemühungen seinerseits kein Kompromiss gefunden werden konnte. Daher habe man sich entschieden, den Antrag zurückzuziehen. "Das ist sehr schade, denn wir wären unter den Top drei gewesen", weiß der Karbacher Mountainbike-Trainer um die Chancen einer Unterstützung des Projekts.

"Die Sache ist nicht gestorben. Voraussetzung ist aber ein anderer Standort und, dass im Vorfeld die Hausaufgaben gemacht werden", zeigt sich Werrlein, der dem Vorhaben weiterhin positiv gegenübersteht, zuversichtlich.  

Und auch Bernd Hart will das Projekt nicht aus den Augen verlieren und sich weiter nach einem geeigneten Waldstück umschauen. "Vielleicht findet sich ja ein Waldbesitzer, der diesem Projekt offen gegenübersteht und uns Fläche zur Verfügung stellen kann", hofft er.

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