Marktheidenfeld

Was Hädefeld mit Rom verbindet

Entdeckung am Kultur-Wegesrand, in der Vierzehnheiligen-Kapelle am Strickberg.   Foto: Martin Harth
| Entdeckung am Kultur-Wegesrand, in der Vierzehnheiligen-Kapelle am Strickberg. Foto: Martin Harth

(maha)   "Des Stadtle liecht fei wirkli schöö, mit Berg gerohmt ringsaußerüm, wie'n Pfankl in der Pfanne din!" So hat Bänkelsänger Edwin Brod vor Jahren sein Hädefeld gerühmt. Und genau auf diese Lage im Talkessel zwischen Mainberg, Knuck, Eltert, Strickberg, Romberg, Kreuzberg und Dillberg bezog sich eine Arbeitsgruppe um den früheren Bürgermeister Dr. Leonhard Scherg, um einen weiteren, vierten Europäischen Kulturweg dieses Mal für die Kernstadt auszuarbeiten. Drei dieser Wanderwege waren in den letzten Jahren schon in den Stadtteilen entstanden.

Sieben Hügel um Marktheidenfeld, das erinnerte natürlich an eine europäische Metropole - denn bekanntlich ist ja das historische Rom einst auf sieben Hügeln erbaut worden. So waren schnell eine Route und ein Thema gefunden: "Über sieben Hügel kannst Du gehn!"

Nach einer Info-Veranstaltung mit Dr. Gerrit Himmelsbach vom Archäologischen Spessartprojekt kamen Nicole Jeßberger, Andrea Hamberger, Andrea Braun, Joachim Hörnig, Ludwig Keller, Werner Scheiner, Volker Oswald und Robert Volk siebenmal mit Dr. Scherg zu Treffen und einer Exkursion zusammen. Man stellte Themen zusammen, die auf acht Infotafeln am Rand der 15 Kilometer langen Wanderroute um die Stadt interessante Fakten beleuchten.

Als weitere Station außerhalb der Route wurde eine schon vorhandene Tafel zu den früheren Eiskellern an der Lengfurter Straße einbezogen. Die Strecke kann auch in zwei nördlichen und südlichen Teilabschnitten erwandert werden. Die nördliche Schleife wird am Samstag, 20. Oktober, offiziell der Öffentlichkeit bei einer Wanderung vorgestellt. Die südliche Route wird am 27. April des nächsten Jahres folgen.

Die Tafeln zeigen vornehmlich mit dem Blick aus der Ferne wirtschafts- und sozialhistorische Aspekte aus der Stadtentwicklung auf. Damit das nicht zu trocken ausfällt, wurde reichlich Bildmaterial auch aus früheren Tagen zusammengetragen. Und ganz bierernst geht es dabei eben auch nicht zu. So bietet der Bezug zu den sieben Hügeln Roms auch Humorvolles. "Man muss sich auch mal selber ein wenig auf den Arm nehmen können", meint dazu Leonhard Scherg.

Markierung der Europäischen Kulturwege. Foto: Martin Harth
| Markierung der Europäischen Kulturwege. Foto: Martin Harth

So hat sich Küchenchef Wolfgang Roth von der "Schönen Aussicht" zur Eröffnung der Nordroute eine echte Hädefelder-italienische Pasta "Mercato dei Campo Pagani" (Marktheidenfeld) einfallen lassen. Enden soll der Tag auf dem "Monte di Santa Croce", was ja auch nichts anderes als Kreuzberg heißt. Auf dem Weg dorthin geht es über den Rom-Berg und der Ausgangspunkt wird die Alte Mainbrücke sein, die einst König Ludwig I. und seine Baumeister Georg Heinrich May und Leo von Klenze allerdings tatsächlich nach dem Vorbild römischer Tiberbrücken entwarfen.

Dies greift natürlich die Eröffnungstafel an der Mainbrücke gerne auf. Am Mainberg geht es um die frühere Bahnlinie, das Gewerbegebiet an der einstigen Ziegelei oder die "Anlage" mit dem Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt. Knuck, Eltert und Strickberg stehen für Themen wie Trinkwasser, historische Gemarkungsgrenzen oder Feldkapellen.

Der Romberg bietet Gelegenheit zu einem vertieften Blick in die Natur, mit dem benachbarten Naturschutzgebiet, dem einmaligen FFH-Schutzgebiet "Magerstandorte" und einem beliebten Aussichtpunkt über die Stadt. Auf dem Kreuzberg widmet man sich natürlich dem heiligen Berg der Stadt mit dem Kreuzweg und der Kapelle, die am Ende des 19. Jahrhunderts entstand.

Die kürzere Südroute, die erst im nächsten Jahr offiziell vorgestellt wird, führt von der Mainbrücke über den Mainkai zum "Lügenbaum", wo sich einst die alten Hädefelder ihre Geschichten erzählten. Auf dem Dillberg geht es um Sagen, Steinbrüche und Gewerbe. Und vom "Einhemmstein" an der Ulrich-Willer-Straße schweift der Blick auf den Weinbau. So bieten die acht Tafeln auf dem Kulturweg nicht nur wunderbare Landschaftsblicke, sondern auch profunde Kenntnisse zur Geschichte und Kultur Marktheidenfelds.

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