MAIN-SPESSART

Weder Bevölkerung noch Staatsregierung wollen Mottgers-Spange

MdB Alexander Hoffmann (CSU) im Gespräch mit Bahn-Chef Grube über Verkehrsprojekte der DB im Wahlkreis.
Foto: Michael Dominik | MdB Alexander Hoffmann (CSU) im Gespräch mit Bahn-Chef Grube über Verkehrsprojekte der DB im Wahlkreis.

Dass es nun doch Untersuchungen über die Realisierung der sogenannten Mottgers-Spange der Bahn durch den nördlichen Spessart geben soll, hat die Abgeordneten Kerstin Celina (Grüne, Landtag) und Alexander Hoffmann (CSU, Bundestag) zu Nachfragen bei der Staatsregierung beziehungsweise beim Bahnchef selbst veranlasst. Deutlich wurde dabei: In Bayern wird das Groß-Projekt abgelehnt.

Die grüne Landtagsabgeordnete Celina fragte die Staatsregierung, ob sie weiterhin keine ICE-Trasse durch den Nordspessart (Mottgers-Spange) wünscht, was sie bisher getan hat, um derartige Pläne zu verhindern, und was sie in der Zukunft gegen den Bau der Trasse zu unternehmen gedenkt? Die Antwort des zuständigen Innenministers Joachim Herrmann fiel laut MdL Celina durchaus positiv und im Sinne der Initiative Pro Spessart aus.

Innenminister Herrmann: „Die Staatsregierung spricht sich unverändert gegen die Realisierung der Mottgers-Spange/Nordspessarttrasse aus, da diese insbesondere die Fernverkehrsanbindung des bayerischen Untermains gefährdet und vermeidbare neue Betroffenheiten im bayerischen Nordspessart schafft. Ihre Ablehnung hat die Staatsregierung sowohl dem gemäß Grundgesetz für die Schieneninfrastruktur zuständigen Bund als auch der Deutschen Bahn unmissverständlich mitgeteilt.“

Die Staatsregierung werde sich auch weiterhin im Rahmen des derzeit laufenden Verfahrens zur Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans positionieren und in den laufenden Planungen zur ABS Hanau–Fulda-Erfurt/-Würzburg Bayerns Interessen vertreten. Celina: „Ich freue mich, dass sich die Bayerische Staatsregierung so klar positioniert.“

Die Mottgers-Spange war auch eines der zentralen Themen eines Gesprächs zwischen MdB Alexander Hoffmann und Bahn-Chef Rüdiger Grube, das am Rande eines Treffens der CSU-Landesgruppe im Bahn-Tower am Potsdamer Platz stattfand. Lange lagen die Pläne der DB für eine neue Bahntrasse durch den Spessart zwischen Gelnhausen und der bestehenden Hochgeschwindigkeitsstrecke Fulda-Würzburg auf Eis, doch vor kurzem wurde die Fortführung entsprechender Untersuchungen angekündigt.

Hoffmann machte gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG die ablehnende Haltung der Bevölkerung zur Mottgers-Spange deutlich und betonte, dass er sich – wie bereits sein Vorgänger Wolfgang Zöller – klar gegen das Großprojekt ausspricht. Der Bahn-Chef versprach, hierzu noch eine detailliertere Stellungnahme nachzureichen, heißt es in der Pressemitteilung des CSU-Abgeordneten.

Ein weiteres Thema des direkt gewählten Abgeordneten für Main-Spessart und Miltenberg waren die Felssicherungsmaßnahmen entlang der Bundesstraße 27 und der Bahnstrecke zwischen Retzbach und Karlstadt. „Mir ist es ein großes Anliegen, bei der Felsräumung voranzukommen und die Sicherheit der Fahrzeuginsassen und Bahnreisenden zu gewährleisten“, so Alexander Hoffmann, der auch Mitglied des Zellinger Marktgemeinderates ist. „Im Hinblick auf die Pendler im Berufsverkehr wünsche ich mir eine schnelle und effektive Lösung, an der auch die Bahn mitarbeiten muss“, so Hoffmann.

Bezüglich der Lärmsanierung entlang der Bahntrasse warb der CSU-Bundestagsabgeordnete gegenüber Rüdiger Grube für mehr Einbindung der Bevölkerung und der Kommunen. Besonders gegen die Lärmbelästigung im niederen Frequenzbereich bestünden erhebliche Vorbehalte, machte Hoffmann deutlich.

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