Lohr

Wegen Corona: Manche Vereine senken ihre Beiträge

Es ist eine schwierige Zeit für die Vereine. Kaum ein Verein kann seinen Mitgliedern das volle Programm bieten. Das berücksichtigen manche bei den Mitgliedsbeiträgen.
Das Vereinsleben ruht oder findet derzeit nur eingeschränkt statt. Manche Vereine kommen ihren Mitgliedern finanziell entgegen. 
Foto: Christian Schwab | Das Vereinsleben ruht oder findet derzeit nur eingeschränkt statt. Manche Vereine kommen ihren Mitgliedern finanziell entgegen. 

Aufgrund von Corona ruht vielerorts das Vereinsleben. Manche Mitglieder überdenken ihre Mitgliedschaft, weil sie keine Beiträge bezahlen wollen. Kündigungen reißen Löcher in die Vereinskasse. Wie  gehen die Vereine damit um? Wir haben uns umgehört.

"Es ist eine schwierige Zeit für den Verein und die Mitglieder", sagt Berthold Uphoff, Kassenwart der Rudergesellschaft Marktheidenfeld. Der Vorstand habe daher beschlossen, in diesem Jahr den ersten Teil-Beitragseinzug um die Hälfte zu reduzieren. "Wir wollen den Mitgliedern ein Signal senden, dass wir Verständnis für sie haben", sagt er. Sollte sich die Situation nicht deutlich verbessern, kündigt Uphoff eine zweite Beitragssenkung im Herbst an.

Dabei ist die rechtliche Situation eindeutig. Mitgliedsbeiträge müssen nicht zurückbezahlt werden, hatte Rechtsanwalt Markus Laymann in einem von der Freiwilligen-Agentur des Landkreises angebotenen Webinar für die Vereine gesagt. Die Ausnahme seien leistungsabhängige Beiträge, wenn diese Leistung nicht erbracht werden konnte. Sollte der Verein sich entscheiden, die Beiträge zu mindern oder zu erlassen, sei dafür aber ein Beschluss der Mitgliederversammlung notwendig.

Auch ohne Sportbetrieb fallen Kosten an

Ganz verzichten kann die Rudergesellschaft Marktheidenfeld auf die Beiträge aber nicht, obwohl 2020 der Sportbetrieb entweder gar nicht oder nur unter strengen Auflagen im Einer und Zweier möglich war. Das Ergo-Training im Winter musste komplett ausfallen. Aber auch ohne Sportbetrieb fallen Kosten an – vor allem für Versicherungen des Bootshauses, der Boote und des Vereinsbusses. Hinzu kommen Abgaben, Unterhalts- und Darlehenszahlungen. Der Vorstand hofft, spätestens im Frühsommer den Betrieb wieder aufnehmen zu können.   

Ähnlich ist es beim TSV Karlstadt, einem der größten Vereine im Landkreis. Laut Geschäftsführerin Jutta Ringelmann werden die Beiträge für den Hauptverein gesenkt. Sie sagt, dass sie dies eigentlich gar nicht öffentlich machen wollte, um nicht die anderen Vereine unter Druck zu setzen. Auf Anfrage gibt sie aber Auskunft. Die erste Hälfte des Beitrags wäre eigentlich Anfang Mai fällig gewesen, aber auf den Bankeinzug sei verzichtet worden. Im November werde die zweite Hälfte des Vereinsbeitrags eingezogen. Wie das dann gehandhabt wird, sei noch nicht entschieden.

Denn auch beim TSV  Karlstadt fallen bei ruhendem Vereinsbetrieb Kosten an, sagt Ringelmann. Sie nennt als Beispiel die Aufwendungen für die Geschäftsstelle und Abgaben für die Dachverbände. Wie die verschiedenen Abteilungen des TSV es mit ihren Beiträgen handhaben, werde von jeder Abteilung selbst entschieden, betont sie. In manchen Abteilungen würde der Betrieb vollständig ruhen.

Der größte Verein im Landkreis ist der TSV Lohr mit seinen vielen Abteilungen. Vorsitzende Ulla Menzel ist froh, dass der "ganz große Teil der Mitglieder" dem Verein treu geblieben ist. Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Zahl der Austritte etwa gleich geblieben, allerdings fehlen die Eintritte, wofür Menzel Verständnis hat. "Das liegt natürlich an Corona." Sie hofft, dass sich das mit der sich abzeichnenden Entspannung wieder ausgleicht.

Online-Angebote für die Mitglieder

Den Mitgliedern wurde, so weit dies möglich war, in den zurückliegenden Monaten Online-Angebote gemacht. Das habe gut geklappt, sagt Menzel. Beispielsweise Yoga oder Online-Kurse für Fitness und Gesundheit seien gut angenommen worden. Der TSV Lohr hat laut Menzel den Einzug der Beitragsgebühren, die immer im Januar fällig werden, zunächst verschoben , dann aber doch  eingezogen. Diese werden vom Verein gebraucht, um den Betrieb der Geschäftsstelle aufrecht zu erhalten., sagt Menzel. Froh ist Menzel, dass die Öffnung des vereinseigenen Campingplatzes am Main ab Pfingsten in Aussicht gestellt worden ist. Die Einnahmen würden dringend benötigt, um das Angebot des Vereins zu finanzieren.

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