Homburg

Weihnachten daheim: In diesem Jahr ganz anders als sonst

Die Feiertage und Silvester: Viele junge Leute kommen heim, um mit der Familie zu feiern, Freunde und Schulkameraden zu treffen. Hier erzählen Vier, was heuer ansteht.
Fabian aus Homburg arbeitet in München. Natürlich fährt auch er an Weihnachten nach Hause zu seiner Familie.
Foto: Louis Schäfer | Fabian aus Homburg arbeitet in München. Natürlich fährt auch er an Weihnachten nach Hause zu seiner Familie.

Weihnachten – das ist nicht nur ein kirchliches Hochfest, sondern war für viele auswärts lebenden jungen Leute in den vergangenen Jahren auch stets das große Fest mit der Familie daheim, das Wiedersehen mit Freunden und Schulkameraden. Vieles hatte feste Abläufe und Termine. Doch heuer ist alles anders. Aufgrund der Corona-Pandemie gelten strenge Kontaktbeschränkungen und eine Ausgangssperre. Eine Feier mit der Familie ist kaum oder nur extrem eingeschränkt möglich. Wie gehen junge Menschen aus Main-Spessart mit der besonderen Situation um? Wir haben einige gefragt.

Laura (25) aus Trennfeld, studiert im Master an der TH in Nürnberg und arbeitet bei Siemens: "Ursprünglich war an Weihnachten etliches geplant: mit der gesamten Familie zu feiern, ein kleines Klassentreffen, Wandern mit Freunden, die ich das restliche Jahr nicht sehe und in den Skiurlaub nach Österreich wollte ich auch. Das habe ich allerdings schon vor Monaten verworfen. Man muss viel spontaner sein und ein bisschen fehlt die Vorfreude. Besonders die Freunde, die in anderen Städten leben, nicht zu sehen fällt mir persönlich sehr schwer. Ich fahre zu meiner Familie heim, da ich seit Monaten sowohl im Homeoffice studiere als auch arbeite und meine sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränkt habe.

Laura aus Trennfeld studiert und arbeitet in Nürnberg.
Foto: Louis Schäfer | Laura aus Trennfeld studiert und arbeitet in Nürnberg.

Klassentreffen als Videocall

Meine Großeltern möchte ich aber so gut es geht schützen und verzichte deshalb dieses Jahr auf die große Feier. Ich freue mich trotzdem, meine Eltern und Geschwister zu sehen und in kleiner Runde feiern zu können. Wir wollen statt dem Klassentreffen einen Videocall machen, auch die Weihnachtsfeier bei Siemens ließen wir digital stattfinden. Das fand ich besonders schade, weil ich erst im März dort angefangen habe und meine Kollegen noch nicht richtig kennenlernen konnte."  

Fabian (27) aus Homburg arbeitet als Online Marketing Manager in München: "An Weihnachten feiere ich für gewöhnlich im großen Stil mit meiner Verwandtschaft und mit der Familie meiner Freundin. Darüber hinaus steht am 1. Weihnachtsfeiertag immer ein Beatabend in der Nähe an, bei dem ich mich mit alten Schulkollegen treffe. Dazu war eine Winterwanderung und an Silvester eine große Feier geplant. Das fällt jetzt alles flach.

Familien-Kaffeekränzchen via Skype

So werde ich Heiligabend nur mit meinen Eltern und meiner Freundin verbringen. Am Tag danach sieht es ähnlich aus, hier holen wir aber meine Oma zu uns. Mit dem Rest der Familie versuchen wir uns über Skype zum Kaffee zu treffen. Essen gehen geht auch nicht, hier wollen wir bei uns in Homburg die lokalen Wirte etwas unterstützen. Silvester werden wir zuhause verbringen. Für die Fahrt nach Hause meide ich auf jeden Fall den ICE, da nehme ich das Auto. Ich selbst arbeite überwiegend im Homeoffice und bin seit etwa einer Woche in Selbstquarantäne. Bierchen mit den Kumpels gibt es seitdem nur noch per Skype. Alles was nicht sein muss vermeide ich, um meine Familie daheim zu schützen."

Lisa aus Urspringen - hier ein Urlaubsfoto - arbeitet in Ingolstadt.
Foto: Louis Schäfer | Lisa aus Urspringen - hier ein Urlaubsfoto - arbeitet in Ingolstadt.

Lisa (25) aus Urspringen arbeitet in Ingolstadt bei der Deutschen Bahn: "Ich freue mich jeden Winter riesig darauf in die Heimat zu fahren. In der Regel sind meine Weihnachtsfeiertage sehr durchgeplant: Freunde und ehemalige Klassenkameraden treffen, Skifahren und vor allem die gesamte Familie in ihrer vollen Pracht zu erleben. Dieses Jahr wird ungewohnt ruhig verlaufen. Ich werde zwar nach Hause fahren, aber nur mit meinen Eltern und mit meinem Bruder Zeit verbringen. Davor werde ich mich so gut es geht selbst in Quarantäne begeben. Bald geht’s mit dem ICE nach Hause, als Mitarbeiterin der Bahn kann ich natürlich nicht mit dem Auto fahren.

Tee, Plätzchen und Spieleabende

Ich freue mich dennoch auf eine besinnliche Zeit, bei uns werden Tee, Plätzchen und Spieleabende auf dem Plan stehen. Mit Freunden werde ich spazieren gehen und Videocalls einberufen. Das digitale Klassentreffen ist schon geplant. Oma und Opa werde ich nach erfolgreich negativem Corona Test und mit viel Abstand trotzdem besuchen. Falls mir daheim die Decke auf den Kopf fällt,tapeziere ich, bastle und mache die Steuererklärung. Die Lockdown-Weihnacht kann kommen. Ich glaube ich habe mir genug vorgenommen."

Bastian aus Erlenbach arbeitet in Miesbach.
Foto: Louis Schäfer | Bastian aus Erlenbach arbeitet in Miesbach.

Bastian (28) aus Erlenbach, Finanzwirt in Miesbach: "Silvester hätte ich dieses Jahr eigentlich in Österreich auf einer Berghütte verbracht. Nun werde ich zu Hause bei der Familie bleiben. Durch den Lockdown sind die Züge ziemlich leer und von daher lassen sich dort die Abstände gut einhalten. Ansonsten habe ich meine sozialen Kontakte auf das Nötigste beschränkt, da ich Weihnachten Corona-konform mit meiner Familie verbringen und sie keinem unnötigen Risiko aussetzen will.

Weder Beatabend noch Glühwein-Wanderung

Ansonsten findet am 2. Weihnachtsfeiertag eine musikalische Abendveranstaltung statt, die ich mit Freunden traditionell zusammen besuche – nur dieses Jahr eben nicht. Zudem hatten wir eine Glühwein-Wanderung zwischen Weihnachten und Silvester geplant, aber auch das ist hinfällig. Es ändert sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu alles, selbst die Weihnachtsfeier im Familienkreis kann nicht wie gewohnt stattfinden. Meine Freunde treffe ich so, wie es die aktuellen Maßnahmen zulassen. Wen ich nicht persönlich treffen kann, werde ich über Social-Media-Plattformen und per Telefon oder Video versuchen zu erreichen."

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