Lohr

Wenn Therapeuten und Pfleger Abstand einhalten müssen

Zu erschwerten Arbeitsbedingungen führt für Ergotherapeutin Maria Baser die Maske und das Schutzvisier.
Zu erschwerten Arbeitsbedingungen führt für Ergotherapeutin Maria Baser die Maske und das Schutzvisier. Foto: Frank Zagel

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Maria Baser als Ergotherapeutin. Die Behandlung im direkten Umgang zu ihren Patienten zählt auch in ihrer Lohrer Praxis Ergolife Ergotherapie zum Alltag. Der Ausbruch der Corona-Pandemie führte neben einer zweiwöchigen Schließung der Räumlichkeiten zu erheblichen Umstellungen. Doch trotz aller Auflagen ist die Lohrerin für ihre Kunden und sich jetzt "sehr dankbar, dass es wieder weiter geht."

Von zwei Jahren bis in das hohe Alter reicht die Sparte ihrer Patienten, erklärt Baser. Demzufolge sei die Angst vor einer Ansteckung durch das Virus sehr hoch gewesen. Noch immer ist Baser im Umgang mit ihren Patienten sehr vorsichtig. Neben einem Spuckschutz aus Plexiglas trägt sie zusätzlich zu ihrem Mundschutz noch ein Schutzvisier.

Auch die Patienten müssen einen Mundschutz in der Praxis tragen. Viel sei zu Beginn über die Videotherapie gelaufen, erklärt Baser. Für Schulen wurden zudem Übungsaufgaben an die Kinder nach Hause geschickt. Eine schwierige Situation sei dies durch die Doppelbelastung mit schulischen Hausaufgaben, meint die Ergotherapeutin.

Masken für Patienten genäht

Altenheime, Krankenhäuser und Schulen können noch immer nicht bedient werden. Größtenteils seien laufende Behandlungen abgesagt worden. Die Patienten würden darunter leiden, denn die ergotherapeutische Behandlung diene der Erhaltung der Lebensqualität, so Baser.

Einen Antrag auf Kurzarbeit stellte Baser für ihre sechs Angestellten. Alle Mitarbeiter konnten jedoch durch vorgezogene Urlaube und Überstundenabbau weiter in Vollzeit beschäftigt bleiben. Da immer wieder Kunden ihren Mundschutz vergessen, hat Baser selber 60 Mundschutze genäht. "Hoffentlich ist das bald vorüber", sagt die Therapeutin. Nicht nur der Umgang mit ihren Patienten gestaltet sich als schwierig. Auch sie selber habe durch den Mundschutz oft Atemnot.

Krankenpflegerin Brunhilde Heilig berichtet, dass sie ihren Patienten in der häuslichen Pflege viel Mut zusprechen muss. 
Krankenpflegerin Brunhilde Heilig berichtet, dass sie ihren Patienten in der häuslichen Pflege viel Mut zusprechen muss.  Foto: Frank Zagel

"Wir haben gelernt, damit umzugehen", sagt Brunhilde Heilig von der Sozialstation St. Rochus in Lohr. Zur Aufgabe der Krankenschwester gehören neben der Umsetzung der hygienischen Vorgaben auch ein offenes Ohr für ihre meist betagten Patienten: "Manche hatten Angst, dass wir uns infizieren und keiner mehr kommt."

Viel Mut habe sie ihren Klienten zugesprochen und diesen versichert, dass in jedem Fall die Versorgung gewährleistet sei. Fast alle Patienten seien jetzt der Meinung, dass die Lockerungen zu schnell durchgeführt würden.

Immer genug Schutzmittel

Desinfektionsmittel und Schutzmasken hätte es immer genügend auf Lager gegeben. "Unsere Leitung hat uns da wirklich gut unterstützt", so die 57-Jährige. An der Hygiene habe sich generell nicht viel verändert. Das Waschen und Desinfizieren der Hände gehöre immer schon zum Alltag, um Viren nicht zu übertragen. "Es gibt auch genug andere Keime, die wir nicht übertragen dürfen."

Einen Mundschutz, den sie selber tragen muss, könne sie – wie ihren Kollegen auch – den Patienten nicht zumuten. Das würde nur zusätzliche Verunsicherung und Angst auslösen, sagt die Krankenschwester.

Bei einem Patienten bestand zu Beginn der Pandemie ein Coronaverdacht. Vier Kolleginnen, die diesen behandelten, hätten sich darauf in häusliche Quarantäne begeben müssen.

Nach negativen Tests des Patienten konnten die Pflegekräfte dann wieder zur Arbeit. Die Bedenken, dass es zu Infektionen kommen könnte, werden weniger, hat Heilig beobachtet. Sowohl unter den Patienten, als auch unter ihren Kollegen.

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