Karbach

Wer war früher da: Holzplatz oder Stromleitung?

Zu gering ist der Abstand zwischen der Stromleitung und den Holzstapeln sowie Hütten.
Foto: Heidi Vogel | Zu gering ist der Abstand zwischen der Stromleitung und den Holzstapeln sowie Hütten.

Die Freileitung über dem Holzplatz war Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Karbach. Im Zuge der vom Landratsamt geforderten Aufstellung eines Bebauungsplans wurde festgestellt, dass der Abstand der Hütten und dem gelagerten Holz zu der darüber verlaufenden Freileitung des Bayernwerks zu gering ist. Daraufhin hat das Bayernwerk die Leitung nachgespannt.

Trotz des Gewinns von einem Meter ist der Abstand auf den 13 betroffenen Holzplätzen aber immer noch zu gering, so dass die Errichtung eines Masts und die Verlegung der Leitung notwendig sind. Kosten in Höhe von 18 000 Euro netto fallen hierfür an, die das Bayernwerk der Gemeinde in Rechnung stellen möchte. Dies erklärte Martin Beil, der als Landschaftsarchitekt mit der Umsetzung des Bebauungs- und Grünordnungsplans betraut ist, den Ratsmitgliedern.

Zu niedrig gebaut

"Der Holzplatz war früher da. Das Bayernwerk hat seinerzeit zu niedrig gebaut. Es ist absolut nicht ok, dass wir jetzt die Kosten übernehmen sollen", brachte Ralf Freund seinen Unmut zum Ausdruck und erntete die Zustimmung der übrigen Ratsmitglieder. Keiner der Anwesenden konnte jedoch genau sagen, ob der Holzplatz tatsächlich früher errichtet wurde. Bürgermeister Bertram Werrlein erklärte daraufhin, dass er eruieren werde, wann die Freileitung errichtet wurde und wann die erste Nutzung des Holzplatzes erfolgt ist.

Einstimmig beschloss das Gremium anschließend, den Bauantrag zur Nutzungsänderung mit Anbau und Aufstockung des Dachgeschosses am ehemaligen Raiffeisen-Gebäude zurückzustellen, stellte aber die Genehmigung zur Ablöse der acht geforderten Stellplätze in Aussicht. Die Ratsmitglieder folgten damit der Empfehlung der VG. Diverse Gründe, wie das Fehlen der geforderten Stellplätze und der Unterschriften der Nachbarn, trugen zur Ablehnung bei. Bedenken hatte das Gremium vor allem wegen der geplanten Balkone direkt an der Hauptstraße sowie an der Einmündung in den Horbweg, bei denen die Durchfahrtshöhe von vier Metern unterschritten wird. "Diesbezüglich habe ich größte Bedenken. Am Ende wird es so kommen wie in Billingshausen, wo landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Lkws häufig am Balkon hängen bleiben", erklärte Werrlein.

Keine Ausnahme für Busse

Ebenfalls geschlossen lehnte das Gremium den Antrag von Wolfgang Väth vom Urspringer Busunternehmen Wandervogel ab. Dieser hatte einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung gestellt, um die Ortsverbindungsstraße zwischen Urspringen und Karbach mit einem Bus zu befahren. Die Strecke ist für Fahrzeuge bis zu sechs Tonnen erlaubt, ein Bus bringt jedoch elf Tonnen auf die Strecke. Als Gründe für eine Ausnahmegenehmigung brachte Väth beispielsweise den befristeten Zeitraum, maximal drei Fahrten pro Tag und Fahrplanverschiebungen wegen Unterrichtsausfällen aufgrund von Corona vor. Polizei, VG und die Bürgermeister der beiden Gemeinden lehnten den Antrag jedoch ab, letztendlich auch die Ratsmitglieder.

Neuordnung der Waldflur

Werrlein informierte, dass die Gemeinde aus dem Corona-Konjunkturprogramm "Wald und Holz" pro Hektar 100 Euro erhält, was bei rund 400 Hektar Gemeindewald eine Summe von 40 000 Euro ausmacht. Bezüglich der Waldflurneuordnung, die von Amtsseite sehr weit vorangeschritten sei, waren sich die Ratsmitglieder nach kurzer Diskussion einig, die Steinbrüche, die teils im Besitz von Erbengemeinschaften sind, mit aufzunehmen. Die Waldbesitzer werden in Kürze eine schriftliche Ausführung erhalten.

Auch in Sachen Funkmast gebe es Fortschritte, hier stehe nur noch die Antwort der unteren Naturschutzbehörde aus. Die Deutsche Funkturm hoffe auf eine Baugenehmigung Ende diesen, Anfang nächsten Jahres, so dass im Juni 2021 mit dem Bau begonnen werden könne.

Ausrüstung für Waldbrände

Dem Antrag des Feuerwehrkommandanten, noch in diesem Jahr Ausrüstungsgegenstände für das neue Feuerwehrauto zu bestellen, um den geringeren Mehrwertsteuersatz auszuschöpfen, stimmte der Gemeinderat geschlossen zu. Demnach wird die Feuerwehr beispielsweise eine Waldbrandausrüstung und ein "Ladis One" erhalten. Dieses Gerät empfängt den Alarm, beschreibt auf dem Display den Einsatz und dient zudem als Navigationsgerät.

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