Wernfeld

Wernfeld: Löste Informationstafel eine"bürokratische Lawine" aus?

Ein Schild soll über die Vergangenheit des Seerosensees informieren. Doch dafür braucht es eine Genehmigung. Ein Wernfelder findet die Anforderungen der Behörde übertrieben.
Der Seerosensee oberhalb von Wernfeld. 
Foto: Michael Fillies | Der Seerosensee oberhalb von Wernfeld. 

Eine Informationstafel soll auf die Geschichte des Seerosensees oberhalb von Wernfeld und auf die Vergangenheit des Stadtteils als Töpferdorf aufmerksam machen. Doch diese Tafel muss noch genehmigt werden – was offenbar manche irritiert. "Das wird im Dorf als Groteske empfunden", sagt Peter Hofmann. Er und weitere Wernfelder hatten vor wenigen Jahren angestoßen, den verwilderten Tümpel wieder sichtbar zu machen. Im vergangenen Jahr ließ die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes den Teich säubern.

Nun fordere die Behörde eine Baugenehmigung für die geplante Informationstafel, berichtet Hofmann. Und dafür müsse wiederum ein Bauantrag gestellt werden. Außerdem müsse man die Notwendigkeit der Tafel begründen und darlegen, wer die Zielgruppe dafür sei. Angesichts der geringen Größe der Tafel betrachtet der 84-Jährige diese Anforderungen aber als "bürokratische Lawine".

Himmelsbach rechnet mit Fertigstellung im Frühjahr

Innerhalb des Naturdenkmals "Tongruben" in Wernfeld sei für die Errichtung von Schildern eine naturschutzrechtliche Erlaubnis erforderlich, erklärt Holger Steiger, Pressesprecher des Landratsamtes Main-Spessart. "Um prüfen zu können, ob eine Erlaubnis erteilt werden kann, muss uns der geplante Standort und die Bauweise des Schildes mitgeteilt werden. Bislang liegt nur ein Entwurf der Infotafel selbst vor." Zudem sei kein Bauantrag gefordert worden, so Steiger weiter. Die Behörde habe lediglich darauf hingewiesen, dass je nach Bauweise auch Baurecht betroffen sein kann und dann gegebenenfalls ein Bauantrag zu stellen wäre.

Den Entwurf für das Schild hatte Dr. Gerrit Himmelsbach, Vorstandsmitglied des Spessartbundes, angefertigt. Er steht auch mit der Unteren Naturschutzbehörde in Verbindung. Himmelsbach ist zuversichtlich, dass alles seinen Weg geht. Er müsse der Behörde aber tatsächlich noch Informationen zukommen lassen. Anschließend melde sich diese noch einmal zurück. Im Frühjahr könne man die Tafel der Öffentlichkeit aber präsentieren, schätzt Himmelsbach.

Gemünden übernimmt die Kosten 

Wie berichtet, will die Stadt Gemünden die Kosten (etwa 1000 Euro) und die Aufstellung des Schildes übernehmen. Er gehe davon aus, dass die Untere Naturschutzbehörde schlichtweg nach ihren gesetzlichen Vorgaben handle, sagt Bürgermeister Jürgen Lippert. Dazu sei sie verpflichtet. "Das muss im Auge des Betrachters vielleicht nicht immer ganz nachvollziehbar sein. Das ändert allerdings nichts an dieser Tatsache."

Geschichte der Tongruben

Durch den Abbau von Ton über mindestens 400 Jahre hinweg für Geschirr und Ziegel entstanden auf der Höhe zwischen Wernfeld und Gambach wasserundurchlässige Gruben; allein durch Oberflächenwasser bildeten sich zahlreiche mehr oder weniger große Tümpel. Die meisten der in dem Trockengebiet einzigartigen Biotope sind allerdings mittlerweile verlandet. Nachgewiesen ist der Tonabbau seit 1606, hat Pfarrer Anton Heußlein, ein gebürtiger Wernfelder, herausgefunden.
Quelle: lies
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