GEMÜNDEN

Wie Europa unser Leben bestimmt

Europa vor der Wahl: Drei Moderatorinnen des Gemündener Mädchenbildungswerkes befragten (von links): Thorsten Schwab, Günther Felbinger, Kerstin Celina, Max Bruder und Marietta Eder.
Foto: Ferdinand Heilgenthal | Europa vor der Wahl: Drei Moderatorinnen des Gemündener Mädchenbildungswerkes befragten (von links): Thorsten Schwab, Günther Felbinger, Kerstin Celina, Max Bruder und Marietta Eder.

Die Europawahlen am 25. Mai standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion im Mädchenbildungswerk des Kreuzklosters Gemünden. Schülerinnen des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums hatten die Fragen für die Politikvertreter bei der Infoveranstaltung für die neunten bis zwölften Klassen des Gymnasiums sowie die neunten und zehnten Klassen der Realschule vorbereitet.

Teilnehmer waren Max Bruder (Kreisvorsitzender Junge Liberale Aschaffenburg), Marietta Eder (Vorstandsmitglied der SPD Bayern) sowie die Landtagsabgeordneten Günther Felbinger (Freie Wähler), Thorsten Schwab (CSU) und Kerstin Celina (Bündnis 90/Die Grünen).

Neben allgemeinen Informationen zur Geschichte und Entwicklung Europas standen die speziellen Anliegen junger Menschen im Vordergrund der eineinhalbstündigen Diskussion vor 200 Schülerinnen im großen Festsaal. Schulleiter Robert Wolz erinnerte in seinen Begrüßungsworten an die in der Vergangenheit oftmals gescheiterten Versuche, Europa zu vereinen und die aktuelle Gefahr, dass bei der anstehenden Wahl wegen mangelndem Interesse der Wähler vermehrt solche Volksvertreter in das Parlament einziehen, die im Grunde gegen die Gemeinschaft sind.

Für die SPD wünschte sich Marietta Eder bei der anschließenden Diskussion ein demokratisches und solidarisches Europa, was auch die Unterstützung vor allem der jungen Menschen in den wirtschaftlich schwachen Ländern beinhaltet. Max Bruder sprach dagegen von der Vision eines Bundesstaates, bei dem nicht alle auf dem gleichen Level sein könnten. Kerstin Celina wies auf die weltpolitische Bedeutung Europas hin, die durch die Bewegungen an den Finanzmärkten bis zu jedem Einzelnen spürbar sei, und Günther Felbinger wollte die Europapolitik nicht den 26 000 Lobbyisten in Brüssel überlassen. Er plädierte für mehr Transparenz und Mitbestimmung für die Bürger.

Ähnlich argumentierte auch der CSU-Politiker Thorsten Schwab, der mehr Bürgernähe und weniger Zentralismus forderte. Es sollten nicht alle Kleinigkeiten in Brüssel entschieden werden, wo alle 28 Länder zustimmen müssen.

Im Fragenblock zur Bildungssituation sagte Max Bruder, die Frage nach G 8 oder G 9 beim Gymnasium werde zu hoch bewertet, während Kerstin Celina, Günther Felbinger und Marietta Eder für das G 9 plädierten, weil es den Jugendlichen mehr Zeit zur Reife gebe. Das werde auch in Bayern in Kürze erfolgen kündigte Felbinger an, dessen Gruppierung deswegen ein Volksbegehren anstrengt. Außerdem sollten die Studiengänge in Europa ohne Hindernisse zugänglich und gegenseitig anerkannt sein. Mit dem Bologna-Prozess, der für die Vereinheitlichung sorgen sollte, gehe ein gewisser Qualitätsverlust einher und in der Wirtschaft sähe man gerne das gute alte Diplom wieder.

Thorsten Schwab betonte, man habe das G 8 gerade deshalb eingeführt, weil es in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern zu lange bis zum Abitur dauerte. Fakt sei, der Anschluss nach Europa ist hergestellt, man könne überall studieren. Eder regte mehr Austauschprogramme an, für die leider auch in Deutschland die Gelder gekürzt wurden.

Alle Politiker wollten mehr gegen die Politikverdrossenheit unternehmen. Viele Bürger und vor allem junge Leute wüssten in Bezug auf die europäische Gemeinschaft gar nicht, wie sehr die Entscheidungen über Trinkwasser, gentechnisch veränderte Nahrungsmittel, Klimawandel, Umweltschutz oder Energiewirtschaft ihr persönliches Umfeld unmittelbar beeinflussen: „Das, was ihr auf den Teller bekommt, wird dort geregelt.“ Daher appellierten sie an die wahlberechtigten Jugendlichen, zur Wahl zu gehen und auch im Freundeskreis dafür zu werben.

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