Arnstein

Windkümmerer unterstützen Arnsteins Energiekonzepte

Ein Blick vom Binsfelder Windrad der Arnsteiner Bürgerenergiegenossenschaft zeigt die Häufigkeit von Windrädern in der Region.
Foto: Günter Roth | Ein Blick vom Binsfelder Windrad der Arnsteiner Bürgerenergiegenossenschaft zeigt die Häufigkeit von Windrädern in der Region.

Im Rahmen einer Online-Konferenz informierten Simon Carmagnole und Rolf Pfeifer, die beiden Projektleiter der Beratungsfirma Ifok GmbH,die Mitglieder des Arnsteiner Energie- und Umweltausschusses über die Möglichkeit des Ausbaus von Windenergie auf der Gemarkung der Stadt und gaben Hinweise auf Vor- und Nachteile einzelner Standorte.

Carmagnole und Pfeifer sind Windkümmerer im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Die Stadt Arnstein hatte sich darum beim Staatsministerium beworben und war als eine von drei unterfränkischen Kommunen ausgewählt worden.

Fachliche Unterstützung

"Windkümmerer" sollen ausgewählten Kommunen bei Windenergieprojekten beraten und unterstützen. Mit Hilfe der professionellen Begleitung können vorhandene Flächenpotenziale genutzt, Wege zur Akzeptanzsteigerung erarbeitet und Konflikte moderiert werden. Konkret geht es hier um Fragen der Flächensicherung, der Bauleitplanung, der Projektentwicklung, von Genehmigungsverfahren und Beteiligungsmodellen. Der Windkümmerer bietet fachliche Unterstützung bei der Bestands- und Potenzialanalyse Bauleitplanung.

Vier potenzielle Flächen

Die grundlegenden Informationen waren zum einen, dass der seit 2014 gültige Regionalplan mit den dort festgelegten Vorbehalts- und Vorrangflächen für Windkraft auf absehbare Zeit keinesfalls geändert werden könne. Die gute Nachricht aber für Windkraftbefürworter war, dass der Hemmschuh 10H-Regelung durch einen Bebauungsplan der Kommune umgangen werden kann. Derzeit gibt es in Arnstein vier derartige Flächen: in Binsfeld, wo schon zwei Windräder stehen, südlich von Binsbach an der Grenze zu Gramschatz, an der Ostgrenze nach Werneck bei Gänheim und letztendlich das größte Gebiet südöstlich von Schwebenried. Dort sind schon auf Wernecker Gemarkung mehrere Anlagen in Betrieb.

Millionengewinn möglich

Rolf Pfeifer rechnete den Mitgliedern des Energieausschusses die Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen vor. Ein realistischer Stromertrag von zehn bis zwölf Millionen Kilowattstunden könnte einen Erlös von bis zu 720 000 Euro pro Jahr erzielen. Der Pachtzins für die Fläche könnte bei sieben bis zwölf Prozent vom Ertrag bis zu 86 000 Euro pro Windkrafteinheit und Jahr betragen. Auch die Kommune kann von einer Anlage profitieren: Ihr Anteil der EEG-Umlagen liegt bei 0,2 Cent pro Kilowattstunde, das sind bis zu 24 000 Euro pro Jahr. Nach der fiskalischen Abschreibung nach dem 13. bis 15. Jahr fließt ein Gewerbesteueranteil von 70 Prozent in den Stadtsäckel, dieser liegt bei maximal 110 000 Euro pro Einheit. Auf 20 Jahre gerechnet ist so ein Gewinn von 2,3 Millionen Euro möglich, so Pfeifer.

Onlinediskussion

In der Onlinediskussion mit den beiden Windkümmerern informierte Stadtrat Jürgen Meinhardt, das Windrad der Arnsteiner Bürgerenergiegenossenschaft in Binsfeld habe bis Ende November schon höhere Erträge erzielt, als im ganzen Jahr 2019. Johannes Keidel fragte nach den Modalitäten des Stromverkaufs. Der Strom, so erfuhr er, müsste eigenständig auf dem Energiemarkt angeboten werden. Auf die von Meinhardt aufgeworfene Frage nach gesundheitlichen Gefahren von Windkraftanlagen, wie etwa der Infraschall, verwies Simon Carmagnole auf mehrere umfangreiche und unabhängige Studien, die ergeben hätten, dass eine Gesundheitsschädigung nicht belegbar sei.

Digitale Visualisierung

Auf die kritische Bemerkung der "Verspargelung" der Landschaft, regte Bürgermeister Franz-Josef Sauer an, mögliche Standorte mithilfe der Windkümmerer in einer 3-D-Analyse sichtbar zu machen und dann entsprechend zu bewerten. So könnte man mit "mehreren Varianten spielen" und womöglich auch gemeinsam mit den Nachbarkommunen wie Werneck zu kooperieren.

Im Vergleich des Flächenverbrauchs von Windkraftanlagen und Boden-Fotovoltaikparks sahen die Fachleute das Windrad deutlich im Vorteil. Eine echte Alternative könnten auch derartige Anlagen in Waldgebieten sein.

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