Lohr

Zarte Klänge in glanzvoller Atmosphäre

Die Aufführung der großen Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz sowie Motetten von Michael Praetorius begeisterten das Publikum in der fast voll besetzten Kirche.
Foto: Xenia Trendel | Die Aufführung der großen Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz sowie Motetten von Michael Praetorius begeisterten das Publikum in der fast voll besetzten Kirche.

Ein glanzvolles weihnachtliches Konzert hat die Kantorei der Pfarrei St. Michael am Samstagabend dargeboten. Die Aufführung der großen Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz sowie Motetten von Michael Praetorius begeisterten das Publikum in der fast voll besetzten Kirche.

Unter der Leitung von Alfons Meusert hatten sich der Kammerchor der Kantorei St. Michael mit bekannten Gesangssolisten sowie dem Barockorchester Johann-Rosenmüller-Ensemble Leipzig zusammengefunden.

Die Historia der Geburt Christi von Schütz vertont die Weihnachtsgeschichte im frühbarocken Stil. Nach einem feierlichen Beginn, in dem der Kammerchor die Geburt Christi in strahlenden Tönen ankündigte, begeisterten Stefan Schneider als Evangelist und Anna Nesyba (Staatstheater Kassel) als Engel mit lieblichem Klang.

Insgesamt war das Konzert viel mehr von diesen lieblichen Klängen als von übermäßig festlich-pompösem Weihnachtsaufruhr geprägt. Der Chor schloss an diesen Klang an und zeigte sich ausgewogen im Zusammenspiel mit Orchester und Solisten.

Mit historischen Instrumenten

Meusert brachte den Klangkörper in dem mit Kerzen beleuchteten Altarraum zum Strahlen und ließ die komplex durchflochtene Musik leichtfüßig wirken. Solistisch traten auch Yuuki Tamai und Changhoun Eo in Erscheinung, sowie Daniel Tilch, Elias Wolf, Markus Inderwies und Jochen Frankl. Das Orchester spielte auf historischen Instrumenten und trug so zu dem besonderen Klangerlebnis dieses Konzerts bei. Die Generalbass-Gruppe aus Orgel, Chitarrone und Violone bildete ein solides Fundament für Evangelisten sowie das ganze Orchester. Die Bläser verflochten sich mit Orchester oder wetteiferten mit den Gesangssolisten.

Anschmiegsame Töne beherrschten die Aufführung, bis die Weihnachtshistorie in ein schwungvolles Ende in voller Lautstärke mündete.

Eine ganz andere Tonsprache verwendete Praetorius bei seinen mehrchörigen Motetten, die ebenso die Ankunft Christi besingen. Praetorius, 14 Jahre vor Schütz geboren, steht noch viel deutlicher in der Tradition der Renaissance. In mehrchöriger Aufstellung, kleinen Chorgruppen, die miteinander, aber auch abwechselnd musizieren, traten nochmals der ganze Chor sowie alle Solisten in Erscheinung. Und auch Solisten aus dem Orchester traten zu den Chorgruppierungen hinzu und bereicherten den Klang der Mehrchörigkeit.

Nach "Nun komm der Heiden Heiland", "Puer natus in Bethlehem" und "Wachet auf, ruft uns die Stimme" erklang noch ein zartes "Wie schön leuchtet der Morgenstern", bevor das Konzert mit einem wahrhaft jubilierenden "In dulci jubilo" schloss.

In strahlend hellen Tönen, mit feierlichen Paukenschlägen und schnellen Wechseln zwischen kraftvoll-schwingenden Tutti und einzeln solistischen Einwürfen brillierten Meuserts Chor und das Ensemble. Das Konzert begeisterte das Publikum in der Kirche St. Michael so sehr, dass es ohne Zögern Bravo-Rufe und stehende Ovationen gab.

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