Marktheidenfeld

Zehn Jahre Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius am Spessart

Georg Sebastian Urlaub malte das Hochaltarbild der St.-Laurentius-Kirche. Es zeigt den sterbenden Laurentius, der seine Arme zum Himmel ausbreitet.
Georg Sebastian Urlaub malte das Hochaltarbild der St.-Laurentius-Kirche. Es zeigt den sterbenden Laurentius, der seine Arme zum Himmel ausbreitet. Foto: Deubert

Ihr zehnjähriges Bestehen feiert die Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius am Spessart am Sonntag. Dazu findet um 18 Uhr ein Festgottesdienst in der St.-Laurentius-Kirche statt – wegen Corona ohne anschließenden gemeinsamen Besuch der Laurenzi-Messe. Die muss heuer bekanntlich ausfallen. In der Laurentius-Kirche gibt es auch eine kleine Ausstellung zur Pfarreiengemeinschaft.

2010 vereinbarten die katholischen Kirchengemeinden St. Josef (Marktheidenfeld), St. Barbara (Marienbunn), St. Michael (Zimmern), St. Jakobus der Ältere (Hafenlohr), St. Cyriakus (Windheim), Mariä Himmelfahrt (Rothenfels) und St. Josef der Arbeiter (Bergrothenfels) die Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius am Spessart.

Geld und Vermögen verteilt

Diese erweiterte Pfarreiengemeinschaft folgte auf die gleichnamige, 2008 gegründete Gemeinschaft, die aus den Kirchengemeinden Marktheidenfeld, Marienbrunn und Zimmern bestanden hat.

Der Legende nach erlitt der Patron der Pfarreiengemeinschaft, der Diakon Laurentius, am 10. August 258 in Rom den Märtyrertod auf einem glühenden Rost über offenem Feuer. Laurentius folgte im Tod Papst Sixtus II. Beide wurden Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian.

Nach der Überlieferung haben die Verfolger von Laurentius die Schätze der christlichen Gemeinde herausverlangt, die er zu verwalten hatte. Er aber verteilte Geld und Vermögensgegenstände, half mit dem Ertrag Armen und Bedürftigen und führte diese dann als die "wahren Schätze der Kirche" vor seine Verfolger.

Meist mit Rost gezeigt

Wegen seiner Todesart wird Laurentius meistens mit einem Rost gezeigt und ist so identifizierbar. An und in der Marktheidenfelder Laurentius-Kirche findet man den Heiligen fünf Mal abgebildet: Direkt über dem Hauptportal in der Obertorstraße gibt es ein Relief aus Holz. Dann steht hoch oben in der Schaufassade eine Laurentius-Figur aus rotem Sandstein.

In einem Fenster aus Buntglas wird Laurentius als Diakon beim Verteilen von Speisen an Bedürftige gezeigt. Eine Holzschnitzarbeit ist an einem Pfeiler des Hauptschiffes angebracht. Außerdem hat Georg Sebastian Urlaub im Hochaltarbild eindrucksvoll das Martyrium gemalt: der sterbende Laurentius breitet seine Arme zum Himmel aus.

50 mal im Bistum Würzburg

Laurentius ist ein beliebter Heiliger. In Rom gehört die Kirche San Lorenzo fuori le mura zu den sieben Pilgerkirchen. St. Sebald und St. Lorenz (Laurentius) sind die Patrone der Hauptkirchen von Nürnberg und der ganzen Stadt.

Laurentius ist auch Patron der Stadt Wuppertal, die den Rost in ihrem Wappen führt. Allein im Bistum Würzburg gibt es rund fünfzig Kirchen, die Laurentius geweiht sind – außer in Marktheidenfeld zum Beispiel in Retzbach und in Würzburg-Heidingsfeld.

"Laurentius, mit der Krone der Märtyrer gekrönt, dir, unser'm Schutzpatrone, heut' unser Lied ertönt", ist ein Lobpreis auf den Heiligen. Vielen Marktheidenfelder Katholiken dürfte der Lobpreis seit ihrer Kindheit bekannt sein. Er wird vermutlich auch im Festgottesdienst am Sonntag wieder erklingen, aber von weniger Stimmen und leiser gesungen als in "normalen" Jahren, "Corona" geschuldet.

Ein Buntglasfenster in der St.-Laurentius-Kirche stellt Laurentius als Diakon dar, der Bedürftige mit Speisen unterstützt.
Ein Buntglasfenster in der St.-Laurentius-Kirche stellt Laurentius als Diakon dar, der Bedürftige mit Speisen unterstützt. Foto: Deubert

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