Duttenbrunn

Zellingen zahlt Zisternenzuschuss

Wer in Zellingen, Retzbach oder Duttenbrunn eine Zisterne gebaut hat oder noch baut, kann dafür jetzt einen Zuschuss von der Gemeinde bekommen. Das beschloss der Gemeinderat auch im Hinblick auf die rückwirkend bis 2010 eingeführten Abwassergebühren für Brauchwasser aus Zisternen.

Die einmalige Förderung gilt für Zisternen mit mindestens vier Kubikmetern Fassungsvermögen. Wird die Zisterne nur für die Gartenbewässerung verwendet, beträgt die Förderung 20 Euro je Kubikmeter Volumen, bei Nutzung für Garten und Haustechnik (WC-Spülung und anderes) sind es 70 Euro je Kubikmeter. Für letzteres ist aber der Einbau von Wasseruhren für das Brauchwasser der Haustechnik Fördervoraussetzung.

Während die Fraktionen schon am 9. März über eine Bezuschussung für Zisternen diskutiert hatten und zweiter Bürgermeister Werner Küffner den Gemeinderat am 15. März über den Vorschlag informiert hatte, war es nun bis zum konkreten Beschluss ein etwas steiniger Weg.

Generell hatte sich Küffner überlegt, dass der Bau einer zehn Kubikmeter großen Zisterne etwa 2000 Euro kostet, für die Technik (zum Beispiel Rohrleitungen und Pumpen) veranschlagte er weitere 500 Euro. Ein Drittel dieser Kosten als Förderung ergäbe 83 Euro je Kubikmeter. Bekannt sind der Verwaltung derzeit im Markt Zellingen 180 Zisternen mit 1570 Kubikmetern Fassungsvermögen. Das entspricht fast einem 50 Meter langen Schwimmbecken mit sechs Bahnen (15 Meter Breite) und 2,10 Meter Wassertiefe. Nach Angaben der Eigentümer wird bei 96 Zisternen (mit 930 Kubikmetern Volumen) das Zisternenwasser auch für die Klospülung genutzt.

Den Gemeinderäten lagen für die Förderung verschiedene Vorschläge vor. Alle Zisternen mit 80 Euro je Kubikmeter zu fördern, würde die Gemeinde 125 600 Euro kosten, bei 50 Euro wären es noch 78 500 Euro. Ein Vorschlag sah auch vor, Zisternen nur zur Gartenbewässerung pauschal mit 415 Euro zu fördern, solche für Garten und Haustechnik mit 830 Euro – oder entsprechend getrennte Förderungen nach Kubikmetern.

Für eine Förderung sprachen sich alle Fraktionen aus. Den Anfang macht Philipp Kromczynski für die CSU. Er mahnte: „Wir haben Klimawandel vor der Tür“ und dass sich der Wasserverbrauch im 20. Jahrhundert versechsfacht habe. Seine Fraktion wollte nicht differenzieren und schlug eine Förderung mit 40 Euro je Kubikmeter vor.

„Wir wollen schon differenzieren“, sagte dagegen Christine Vey-Jung für die Grünen. Schließlich sei bei der Nutzung auch für die Haustechnik der Aufwand höher. Sie sprach von einem Drittel und zwei Dritteln, womit 20 oder 70 Euro je Kubikmeter gemeint waren.

Für die SPD-Fraktion schlug Jürgen Keller eine differenzierte Förderung von 30 oder 60 Euro je Kubikmeter vor. Eine gerechtere prozentuale Aufteilung sei zu aufwändig.

Zur Entscheidungsfindung ließ Bürgermeister Wieland Gsell zuerst darüber abstimmen, ob differenziert oder einheitlich gefördert werden soll. Ergebnis: Neun zu acht Stimmen für differenziert. Dann folgte der Vorschlag der SPD, der mit vier zu 13 Stimmen abgelehnt wurde. Danach wurde der Vorschlag der Grünen mit neun zu acht Stimmen knapp angenommen.

Generell ist die Förderung jeder jemals gebauten und heute zumindest für die Gartentechnik genutzten Zisterne möglich. Bei der Nutzung auch für die Haustechnik müssen die Eigentümer den Einbau der Brauchwasseruhr mit Wasserzähleranschlussbügel und zwei Absperrhähnen vorbereiten. Die Wasseruhr wird vom Markt Zellingen geliefert und installiert, was laut Werner Küffner etwa 60 Euro kostet. Die Austauschfristen sind wesentlich länger als bei Frischwasseruhren, weil Hygieneüberlegungen (Verkeimung der Wasseruhr) keine Rolle spielen.

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