Triefenstein

Zementwerk will Tanklager erweitern

Zum Teil heftige Diskussionen löste in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstagabend unter Leitung von 2. Bürgermeister Werner Thamm ein Schreiben des Landratsamtes Main-Spessart aus, in dem der Markt Triefenstein sein Einvernehmen zur geplanten "Modernisierung und Erweiterung eines Tanklagers für flüssige Ersatzbrennstoffe mit einer Gesamtkapazität von 400 Kubikmetern" erteilen sollte.

Das Plazet am Ratstisch wurde zwar nach heftiger Debatte mit Werksleiter Michael  Becker einmütig abgesegnet, die vorgebrachten Bedenken fielen allerdings nicht unter den Tisch. So verwies Stefanie Engelhardt (CSU) zunächst auf eine Verdoppelung der Lagerkapazität und auf die Salamitaktik des Zementwerks bei verschiedenen Genehmigungsverfahren. Nicht einverstanden war die Gemeinderätin aus Trennfeld mit der Verdoppelung des Lieferverkehrs über die Kirchhoffstraße in Lengfurt als Folge der Erweiterung des Tanklagers und der damit verbundenen Belästigung der Anwohner. Das Zementwerk solle sich um eine Zufahrt innerhalb des Werksgeländes bemühen, lautete die Forderung von Stefanie Engelhardt.

Verdoppelung der Kapazität

Werksleiter Michael Becker widersprach zunächst dem Vorwurf der Salamitaktik und der scheibchenweise Vorgehensweise bei diversen Verwaltungsvorgängen. Er begründete unter anderem die Verdoppelung der Lagerkapazität mit dem Hinweis auf eine Nutzung auch über das Wochenende. Im übrigen verbrauche man keine anderen Brennstoffe als die bereits genehmigten Materialien. Zum Brandschutzkonzept betonte der Werksleiter, dass eine mögliche Überbelastung des Energienetztes ständig überwacht werde dieses und im Ernstfall durch einen Schaumangriff zielegenau bekämpft werde.

Engelhardt legte nach: Sie könne "das Ganze" nicht nachvollziehen. Man müsse doch die Bevölkerung vor dem zunehmenden Verkehrsaufkommen schützen und nach anderen Transportwegen innerhalb des Werksgeländes suchen, lautete ein erneuter Vorwurf der Gemeinderätin. Auch Bernd Wiedemann konnte das Vorgehen des Zementwerks nicht nachvollziehen. "Wir wissen nicht, um was es geht", schimpfte der Gemeinderat von den Freien Bürgern und bedauerte den Umstand, dass das Gremium über etwas entscheiden solle, dessen Inhalt man nicht kenne und man das Schreiben des Zementwerks erst zum Sitzungsbeginn auf den Tisch bekommen habe. Beate Träger (SPD) hatte zwar dafür Verständnis, dass sich das Zementwerk weiterentwickeln müsse, aber die Zufahrt mit Brennstoff über die Kirchhoffstraße sei nicht akzeptabel.

Keine neuen Verkehrswege

Mit den Begriffen "sehr aufwendig" und "unmöglich"  lehnte Becker die Forderung nach neuen Verkehrswegen ab. Der Werksleiter deutete an, dass der Lieferverkehr mit Brennstoffen auch künftig entweder über die Autobahn oder aus Richtung Homburg zum Zementwerk führen werde. Mit einem eindeutigen Ja beantworte der Werksleiter die Frage von Oskar Aschauer (CSU), ob die erweiterte Tankkapazität auch den Anforderungen des Brandschutzes genüge. Bruno Hock (Freie Bürger) plädierte für die Aufnahme der Brandschutz-Sicherheit in den entsprechenden Beschluss des Gemeinderates.

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