RETZBACH

Ziegen als Landschaftspfleger

Gemeinschaftsprojekt: Über 50 Teilnehmer versammelten sich am zweiten Informationspunkt zum „LIFE+ Naturprojekt MainMuschelkalk“. Im Bild von links: Dieter Stockmann (Untere Naturschutzbehörde Landkreis Main-Spessart), Wieland Gesell (Bürgermeister Markt Zellingen), Landrat Thomas Schiebel (Main-Spessart) sowie Bertram Eidel (Regierung von Unterfranken).
Foto: Fotos (2): Peter Pillich | Gemeinschaftsprojekt: Über 50 Teilnehmer versammelten sich am zweiten Informationspunkt zum „LIFE+ Naturprojekt MainMuschelkalk“.

Über 50 kommunale Entscheidungsträger sowie Projektbeteiligte trafen sich auf dem Benediktusberg in Retzbach, um sich vor Ort über das „LIFE+ Naturprojekt MainMuschelkalk“ zu informieren. Zu dieser Informationstour hatten die drei Landräte der Landkreise Main-Spessart, Würzburg und Bad Kissingen zusammen mit dem Würzburger Oberbürgermeister eingeladen.

„Ich bin stolz darauf, dass wir dieses EU-Programm hier durchführen können“, erklärte bei der Begrüßung Landrat Thomas Schiebel für den Main-Spessart-Kreis, denn es wird für uns alle ein Gewinn sein. Wieland Gsell, Bürgermeister des Marktes Zellingen, erläuterte den Teilnehmern die Besonderheit des Benediktusberges mit seinem Muschelkalk und welche Anstrengungen die Marktgemeinde schon unternommen hat, um die Hänge zu sichern.

Dieter Stockmann von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Main-Spessart wies darauf hin, dass der Landkreis Main-Spessart in diesem Projekt die Federführung hat und die Maßnahmen vorfinanziert. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 2,5 Millionen Euro hat und wird durch das Förderprogramm der EU zu 50 Prozent bezuschusst, berichtete Bertram Eidel, Bereichsleiter Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz an der Regierung von Unterfranken. Projektmanager Jürgen Faust zeigte den Teilnehmern kurz auf, was der Landschaftspflegeverband in den letzten 20 Jahren unternommen hat, um den Trockenrasen offen zu halten und dass es jetzt gelungen ist, einen Schäfer zu gewinnen, dessen Schafe und Ziegen einen Teil dieser Pflegemaßnahmen in Retzbach übernehmen.

Begleitet wird das Projekt durch eine „Wirkungsanalyse des LIFE+ Projektes auf die lokale Bevölkerung und den Tourismus“ von Prof. Dr. Ralf Klein und Dr. Manuel Woltering vom Lehrstuhl für Geografie und Regionalforschung der Universität Würzburg. Im Rahmen eines studentischen Projektseminars wurde im Wintersemester 2013/14 eine Bestandsanalyse mit der Beschreibung der Ist-Situation durchgeführt. 2016 soll dann in der Wirkungsanalyse das aufgezeigt werden, was sich positiv verändert hat. Wesentliches Ziel ist dabei die Analyse der Innen- und Außenwahrnehmung der mit dem LIFE-Projekt verbundenen Naturschutzmaßnahmen.

Fragebogen wurden verteilt, eine Online-Befragung durchgeführt sowie Touristen interviewt. Dabei stellte sich heraus, dass 90 Prozent der Besucher solcher Muschelkalkstandorte Tagestouristen sind und die Anreise zu 67 Prozent mit dem Auto geschieht, 19 Prozent kommen mit dem Fahrrad und elf Prozent zu Fuß.

An der Winzerhütte auf dem Benediktusberg erläuterten Landschaftsarchitekt Jürgen Faust (Projektmanagement), Katja Winter (LIFE+ Naturführerin), Andreas Hartmann (Schäfer), Christine Brand (Gebietsbetreuerin Muschelkalk) sowie Peter Reuter (Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände) die Bedeutung dieser Maßnahmen und welche Auswirkungen sie auf Flora und Fauna haben. Dabei soll die heute rund sechs Hektar große Fläche auf 15 Hektar ausgedehnt werden, wobei in der Mitte ein Teil nicht beweidet werden soll. Momentan sind 60 Mutterschafe und 40 weibliche Ziegen im Einsatz.

Begonnen hatte die Informationsveranstaltung in Winterhausen mit der Besichtigung der Hänge westlich von Winterhausen, wo Trockenstandorte und Streuobstwiesen großflächig entbuscht werden. Sie schloss am Hammelberg bei Hammelburg, wo mit einer großen Ziegenherde von über 300 Tieren die Entbu- schung zur Sicherung und Optimierung wertvoller Trockenstandorte vorgestellt wurde.

Weitere Informationen unter www.mainmuschelkalk.de.

Gemischte Herde: Seit Juni 2014 sorgen Schafe und Ziegen gemeinsam für die Entbuschung auf dem Benediktus- und Tiertalberg in Retzbach.
| Gemischte Herde: Seit Juni 2014 sorgen Schafe und Ziegen gemeinsam für die Entbuschung auf dem Benediktus- und Tiertalberg in Retzbach.
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