Thüngen

Zoff um das neue Baugebiet in Thüngen

Schwere Lastkraftwagen mit Bauaushub oder Materiallieferungen zum Neubaugebiet Am Kies II belasten derzeit die Anwohner am Thüngener Wendelsberg.
Schwere Lastkraftwagen mit Bauaushub oder Materiallieferungen zum Neubaugebiet Am Kies II belasten derzeit die Anwohner am Thüngener Wendelsberg. Foto: Martina Volpert

Denkbar knapp fiel unlängst das Votum des Marktgemeinderats von Thüngen zugunsten des Bauherren im Neubaugebiet "Am Kies II" aus. Sieben der zwölf Räte akzeptierten das Vorhaben, sechs stimmten dagegen.

"Wir haben bewusst einen großzügigen Bebauungsplan entworfen, der den Bauherren viel Entscheidungsraum lässt und jetzt geht es schon wieder los mit Anträgen auf Befreiung", schimpfte Marktgemeinderat Werner Trabold. Wegen des steilen Geländes am Kies soll dort im Bereich der Terrasse eine Aufschüttung von 2,25 Metern vorgenommen werden. Erlaubt sind nur bis zu 1,75 Meter. Laut Gemeinderat Werner Pfeiffer entsteht dieses Problem einmal wegen des schwierigen Hangs und der Tatsache, dass die Bauherren keine Unterkellerung vorgesehen haben. Dadurch fehle die Höhe für einen Balkon oder eine Terrasse. Unter Murren und mit deutlichem Hinweis auf einen drohenden Präzedenzfall stimmte die knappe Mehrheit dem Antrag schließlich doch zu. 

Das gemeindliche Einvernehmen zur Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage am Sonnenhang wurde unter der Führung des Zweiten Bürgermeisters Wolfgang Heß erteilt, weil Lorenz Strifsky familiär in diesem Vorgang eingebunden war. Das Bauvorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Spielplatzes bedurfte allerdings einer Befreiung von den Vorgaben des Bebauungsplans, weil es einen Kniestock von 1,30 Metern erhalten soll, um das Dachgeschoss als Wohnraum nutzen zu können. Die maximal zulässige Traufhöhe wird eingehalten.

Anwohner leiden unter Schwerlastverkehr am Wendelsberg

Unmut gibt es in der Thüngener Siedlung im Bereich "Wendelsberg" über die Baustellenfahrzeuge im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet "Am Kies II". Stellvertretend für viele Anwohner hatte Paul Volpert einen Brief dazu an die Kommune geschrieben.

Die Anwohner sehen laut Volpert zwar durchaus die Notwendigkeit ein, dass auch der Schwerlastverkehr mit Erdaushub und Materiallieferungen über die augenblicklich einzige sinnvolle Zufahrt Wendelsberg erfolgt, sprechen aber gleich mehrere Probleme an. Die Anwohner dort werden sowohl von dem Lkw-Lärm, den Abgasen und der allgemeinen zusätzlichen Verkehrsgefährdung belastet. Zu manchen Zeiten würden die großen Brummis fast ständig hin- und zurückfahren. Sorgen macht den Anwohnern aber auch die Belastbarkeit der Siedlungsstraße, die eigentlich für diese Dauerbelastung nicht ausgelegt sei. Dies werfe auch die Frage auf, wer eventuelle Straßenschäden dort bezahle. Nach Ansicht der Wendelsberg-Anlieger sollte auch die wenig befestigte, geschotterte Straße zur Bahnbrücke als Zu- oder Abfahrt genutzt werden.

Könnten schwere Fahrzeuge stecken bleiben?

Hier hatte allerdings Bürgermeister Lorenz Strifsky Bedenken. Für die Bergfahrt eines beladenen Lkw sei die Straße zu steil und gemeinsam mit der fehlenden Befestigung des Untergrunds bestehe die Gefahr, dass die schweren Fahrzeuge steckenbleiben könnten. Gemeinderat Bernd Müller schlug deshalb einen Ringverkehr vor, der im Osten nur Talfahrten erlaube. Zusätzlich müsste Schrittgeschwindigkeit gefahren und die Fahrbahn wegen der Staubentwicklung regelmäßig gewässert werden.

Sein Kollege Werner Trabold schloss sich dem weitgehend an und forderte, die Belastung durch die Bauarbeiten "Am Kies" auf mehrere Schultern zu verteilen. Eine regelmäßige Bewässerung der Fahrbahn müsse während der Hauptnutzungszeiten gewährleistet werden. Strifsky regte an, die Situation mit Ratsvertretern und Bauhofmitarbeitern zu besichtigen und Lösungen zu erarbeiten.

Im Tagesordnungspunkt "Informationen" teilte der Bürgermeister mit, dass die Förderzusage für den ILE-Naturlehrpfad (wir berichteten) eingegangen sei und mit der Durchführung begonnen werden könne. Die Thüngener Firma Birnbaum stellt der Gemeinde 1200 Gesichtsmasken kostenlos zur Verfügung und die Trachtenschneiderei Benkert verkauft weiterhin selbstentworfene individuelle Masken. Zehn freiwillige Helfer haben gemeinsam mehrere Tage lang das Schulhaus aus- und umgeräumt, damit dort nun die Sanierungsarbeiten beginnen können.

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