MAIN-SPESSART

„Zukunft haben heißt alt werden“

„Zukunft haben heißt alt werden“ – unter dieses Motto stellte Monika Rothagen ihren Bericht zur Umsetzung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts in der Kreistagssitzung am Montag. Rothagen ist seit November 2011 mit der Fachstelle für allgemeine Seniorenarbeit im Landratsamt beauftragt.

Ihre erste Aufgabe war es, das seniorenpolitische Gesamtkonzept zu verteilen und im Internet bereit zu stellen. Zudem stellte sie ihre Arbeit auf der Main-Spessart-Expo und beim Tag der offenen Tür des Landratsamtes vor. Ein wichtiger Schritt war auch der Seniorenwegweiser.

Marianne Koch kommt

Von September bis November 2013 ist eine Veranstaltungsreihe rund um das Alter im Landkreis geplant. Zu namhaften Referenten wie der aus Funk und Fernsehen bekannten Marianne Koch sowie „Gedächtnispapst“ Bernd Fischer kommt die Ausstellung „reife Leistung“.

Seit Februar 2012 ist die Fachstelle Mitglied im Lokalen Bündnis für Familie und lenkt dabei den Blick auf die ältere Generation in der Familie. Ein Bewertungsbogen für familienfreundliche Gaststätten wurde erstellt, im Juni 2013 wird es die Veranstaltung „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ im Gymnasium in Karlstadt geben. Ein weiteres Handlungsfeld ist „Wohnen zu Hause“.

Kreisseniorenbeirat gegründet

Von 33 Seniorenbeauftragten und -beiräten der Städte und Gemeinden sind derzeit 26 im Kreisseniorenbeirat vertreten. Anfang der Jahres gab es für sie einen runden Tisch zum Erfahrungsaustausch. Die dabei geäußerten Wünsche wurden bei der Bürgermeisterdienstbesprechung vorgestellt. Eine Erkenntnis lautet, dass die Verbesserungen im öffentlichen Raum den Komfort für alle Generation erhöhen. So erleichtern abgesenkte Bordsteine auch die Straßenüberquerung mit Kinderwägen.

Als Geschäftsführerin der Kreisseniorenbeirates bereitet Monika Rothagen dessen Sitzungen vor. Unter anderem fanden diese im Mehrgenerationenhaus Binsfeld und in der Akutgeriatrie Marktheidenfeld statt. Dazu kamen Informationsveranstaltungen wie die der Polizei über Sicherheit im Alltag für Senioren und die Ausbildung für Seniorentrainer.

Ein wichtiges Handlungsfeld ist die Mobilität. Die meisten Senioren fahren selbst Auto oder werden gefahren, die wenigsten sind die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel gewohnt. Gut angenommen wird der Senioreneinkaufsdienst in Karlstadt.

Beim Bürgerschaftlichen Engagement arbeitet die Fachstelle engt mit der Freiwilligenagentur EMiL im Landratsamt und mit den Ehrenamtsbörsen zusammen. Das ermöglicht die Teilnahme an den kostenlosen Weiterbildungen bei „Erfahrungswissen für Initiativen“.

Auch Ehrenamt kostet Geld

Die Schulungen befähigten zum Beispiel Walter Klein vom Seniorenbeirat der Stadt Marktheidenfeld, das Senioren-Internetcafé im Franck-Haus aufzubauen. Monika Rothagen machte deutlich, dass der Einsatz Ehrenamtlicher auch Geld kostet: Räumlichkeiten werden ebenso gebraucht wie Ansprechpartner, Fahrtkosten müssen ersetzt werden.

Ein wichtiges Ziel der Fachstelle für allgemeine Seniorenarbeit ist der Aufbau von Nachbarschaftshilfen. Ein Beispiel: Oma möchte ihre Vorhänge waschen und bräuchte jemanden, der diese von den Vorhangleisten abnimmt und wieder aufhängt.

Entlastung von Pflegenden

Die Betreuung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen ist ein großer Aufgabenbereich. Die räumlichen Distanzen wachsen, immer mehr Frauen arbeiten. Lösungen sind gefragt, damit ältere Menschen auch bei zunehmendem Hilfebedarf in der eigenen Wohnung leben können. Vermehrt werden Tagespflegeangebote in den Ortschaften gefordert.

Seit März 2012 gibt es die Agentur zum Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote. Gemeint ist damit die stundenweise Entlastung pflegender Angehöriger. Im Landkreis Main-Spessart gibt es Helferkreise in Binsfeld (Mehrgenerationenhaus) und Lohr (Aktion Pflegepartner der Diakonie und Caritas).

Rothagen gab zu bedenken, dass bis 2030 der Anteil der Bevölkerung über 60 Jahre auf über 40 Prozent steigen wird. Es sei also höchste Zeit, wichtige Strukturen zu schaffen und Prozesse in Gang zu setzen.

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