KÖNIGSHOFEN

600 Jahre Königshöfer Messe

Königshöfer Messe       -  Die Königshöfer Messe:  Schießbuden und Karussells gab es auch schon auf der Messe um 1910, als die hier abgebildete Lithografie gedruckt wurde.
Die Königshöfer Messe: Schießbuden und Karussells gab es auch schon auf der Messe um 1910, als die hier abgebildete Lithografie gedruckt wurde. Foto: Repro: Sammlung Geisler

Sie ist untrennbar mit Königshofen verbunden, die Messe. Heuer wird ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert, liegt doch die erste urkundlich Erwähnung genau 600 Jahre zurück. 1415 hatte die Messe aber, wie man heute weiß, bereits seit langem Bestand.

„Seit Menschengedenken“ gebe es sie, erklärte Werner Keppner vom Messeausschuss im Königshöfer Rathaus. Im Jubiläumsjahr gibt es einen außergewöhlichen Höhepunkt – einen Festabend am 23. September, dem ansonsten messefreien Mittwoch. Königshofen und die ganze Stadt Lauda-Königshofen begeht mit der Mess' 2015 ein Ereignis, das „seit mindestens 600 Jahren Bestand hat“, wie Bürgermeister Thomas Maertens betonte. Und das wolle man „gebührend feiern“.

Unterbrochen wurde die Messe nur durch „Krieg und Katastrophen – etwa dem Bauernkrieg 1525, dem dreißigjährigen Krieg 1640, dem ersten Weltkrieg sowie der annähernd totalen Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkrieges 1945. Aber: Schon 1947 wurde wieder Messe gefeiert - „damals wurde das Karussell per Hand angetrieben“, erklärte Keppner. Mithin: „Die Messe gehört zu Königshofen“, und die Einwohner der Messestadt engagieren sich in vielfältiger Weise für ihre „Mess'“.

Auch im Jubiläumsjahr sind Vereine und Einzelpersonen tatkräftig mit dabei und ergänzen so das Angebot der Schausteller und Messekaufleute. Von einem „hochinteressanten kulturellem Rahmenprogramm“ sprach Bürgermeister Thomas Maertens, der auch das große Engagement der Vereine hervorhob.

Ganz Königshofen ist auf den Beinen – im Vorfeld, bei der Eröffnung am Freitag, 18. September, und natürlich auch während der Messe. Das sei auch ein Zeichen für die große Verbundenheit der Bevölkerung mit „ihrer“ Messe, stellten Keppner und Maertens übereinstimmend fest.

170 Schausteller

„Wir haben in diesem Jahr etwa 170 Schausteller und Marktbeschicker“, und man habe wieder zahlreiche Absagen erteilen müssen. Die Plätze für die Fahrgeschäfte seien bereits allesamt vergeben. „Es ist wieder ein Riesenrad mit dabei, und auch Ponyreiten wird wieder angeboten“, sagte Uhlich. Die Stadt habe sich darüber im Vorfeld mit dem Veterinäramt und einem Tierarzt abgesprochen. „Proteste erwarten wir nicht, und ich rate allen Kritikern, sich zunächst einmal selbst einen Eindruck zu verschaffen“, sagte Uhlich.

Bei den Marktbeschickern seien nur noch wenige Stände frei. „Wir haben eine hohes Niveau und wollen einen attraktiven, abwechslungsreichen Markt“, erklärte Uhlich. Überhaupt: Das Niveau konnte in den vergangene zehn Jahren deutlich gesteigert werden. „Wir haben hier in enger Zusammenarbeit mit Messausschuss, Schaustellern, Marktbeschickern und Stadtverwaltung einen hohen Standard erreicht.

Die Königshöfer Messe ist immer eine Herausforderung für die Stadt, sie führt uns an die Grenze unserer Leistungsfähigkeit. Aber wir nehmen diese Herausforderung gerne an“, sagte der Bürgermeister. An eine Aufgabenübertragung auf einen Veranstalter denkt man nicht. „Das wollen wir nicht“,waren sich die Messeausschuss-Mitglieder mit dem Stadtoberhaupt einig.

„Die Königshöfer Messe ist die größte Veranstaltung ihrer Art in Nordbaden, wir rechnen wieder mit rund 200 000 Besuchern“, erklärte Maertens. Die hohe Zahl ergebe sich auch durch die zeitgleich laufende AGIMA, die in diesem Jahr übrigens in der Tauber-Franken-Halle eröffnet wird. „Wir erwarten viele Besucher zur AGIMA- und Messeeröffnung“, sagte Thomas Maertens. Und der Bürgermeister riet ganz grundsätzlich, „an allen Messetagen frühzeitig zu kommen, den sonst ist die Halle voll“. Zudem seien bis auf eine Ausnahme alle Veranstaltungen frei.

Kapellen und Party-Bands

Zur Eröffnung spielt die Trachtenkapelle Königshofen, und an allen Messetagen treten Kapellen aus der Umgebung auf. An den Abenden sorgen bekannte Party-Bands für Stimmung. Beim Seniorennachmittag am 22. September singt Cindy Berger – bekannt als weiblicher Teil von „Cindy & Bert“. Und am Abend spielen dann die Troglauer Buam ihre „Heavy Volxmusic“. „Das haben wir mit viel Glück hingekriegt“, freute sich Festwirt Küffner über die Verpflichtung dieser Gruppe.

Das Festbier – auch hier gibt es eine Besonderheit – kommt von den Brauereien aus Distelhausen und Herbsthausen. Dort wurde jeweils eigens für die Königshöfer Messe ein besonderes Bier gebraut. „Ein großes Schild in der Halle zeigt an, von welcher Brauerei das Bier stammt, das aktuell ausgeschenkt wird“, erklärte Maertens.

Highlight der Jubiläumsmesse ist der Festabend am 23. September – es ist die einzige Veranstaltung, für die ein Eintritt zu entrichten ist. Dazu hat die Stadt Schausteller, Marktbeschicker, Vereinsvertreter und Gemeinderäte eingeladen, zudem sind alle Bürger willkommen. Insgesamt werden 1200 Gäste erwartet, rund 800 Tickets gibt es zum Preis von 29 Euro im Rathaus. Der Eintrittspreis beinhaltet einen Aperitif zum Empfang, eine Vorspeisenauswahl, ein Abendessen, drei Getränke sowie das Showprogramm.

„Helene Fischer haben wir nicht buchen können, aber ihr Double Undine Lux“, erklärt Martens. „Wir wollen die 600 Jahre gebührend feiern, und die Stadt verdient nichts an diesem Festabend.“ Die Besucher hören darüber hinaus einen Festvortrag von Guido Wolf, dem ehemaligen Landtagspräsidenten und CDU-Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten. Eine historische Einordnung der Königshöfer Messe wird Werner Keppner vortragen.

Über die Jubiläumsmesse 2015 soll zudem ein Buch erscheinen, vielleicht auch eine Broschüre.

Sie freuen sich auf das Jubiläum der Königshöfer Messe.
Sie freuen sich auf das Jubiläum der Königshöfer Messe. Foto: Kuhnhäuser

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