STUTTGART

Ärzte warnen vor digitaler Demenz

Besorgte Ärzte gießen am Tag der Regierungserklärung von Ministerpräsident Kretschmann zur Digitalisierung Wasser in den Wein: Sie wollen auch die Schattenseiten der Zukunftstechnologien beleuchtet wissen. Im Fokus steht für sie die Gesundheit der Kinder.

Ärzte warnen vor den gesundheitlichen Folgen des zunehmenden Einsatzes digitaler Medien an Schulen. Die aus Bedenken aus Wissenschaft und Medizin zur Nutzung von Tablets, Smartphones und WLAN als Unterrichtsmedien würden nicht beachtet, monierte der „Ärztearbeitskreis Digitale Medien Stuttgart“ am Mittwoch.

Das gelte auch für die grün-rote Landesregierung. „Ministerpräsident Winfried Kretschmann muss sich nicht nur mit den Chancen, sondern auch mit den Risiken der Digitalisierung auseinandersetzen, insbesondere für unsere Kinder“, sagte der Sprecher des Bündnisses, Jörg Schmid.

Der Grünen-Politiker hatte zuvor in seiner Regierungserklärung die Wettbewerbsvorteile durch Digitalisierung der Wirtschaft beschworen. Dem Arbeitskreis gehören 20 Mediziner verschiedenster Fachrichtungen an.

Die von dem Ulmer Psychiater und Gehirnforscher Manfred Spitzer nachgewiesenen negativen Folgen für die Gehirn– und Lernentwicklung würden sich in ihrer ärztlichen Praxis bestätigen, hieß es in der Mitteilung. Die grün-rote Landesregierung müsse sich intensiv mit den Bedenken gegen die Risikotechnologie auseinandersetzen.

Offener Brief

In einem „Offenen Brief“, der Kultusminister Andreas Stoch (SPD) seit Anfang des Monats vorliegt, schreiben die Ärzte: „Die Korrelation des Anstiegs von Überforderung, Kopfschmerzen, ADHS und psychischen Erkrankungen mit der wachsenden Nutzung der digitalen Medien ist besorgniserregend.“

Spitzer weise nach, dass die digitalen Medien zu früh und unkritisch eingesetzt würden, das Lernen behinderten und zur „digitalen Demenz“ führen könnten. Die Landesregierung habe sich noch nicht ernsthaft mit den Argumenten Spitzers auseinandergesetzt. Aus ärztlicher Sicht besonders besorgniserregend sei die Belastung durch die elektromagnetische Strahlung der WLAN-Frequenz. Diese sei erwiesenermaßen gesundheitsschädlich.

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